Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 35 (1894)
- Issue
- Heft 8 (25.1.1894)
- Date
- 1894-01-25
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
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139 wohl von der Gemeinde Klüsserath, welche ihn und seine Familie für immer von allen Abgaben befreite, alS auch von weit und breit entgegengebracht wurde, hat er wohl verdient. Seine edle That pflanzte sich fort von Geschlecht zu Geschlecht; der Name Moses Gumpertch tönt noch heute dort in aller Mund und wird wohl auch nie vergessen werden. > Wiscellen. < — Der Schnellläufer, eine humoristische Erzählung im Bärkalender für 1894, enthält Klosterstraße durchschneidet. Der „kleine Judenhof" hieß dieser von etwa 18—20 armseligen Häusern umschlossene Platz. Die meisten Juden waren damals auf den Handel angewiesen, weil die Innungen sich dagegen sträubten, einen Judenknaben in die Lehre zu nehmen. Dennoch gab's auch schon damals unter den Berliner Juden nicht nur Handelsleute, sondern auch manche Künstler, wie Goldschmiede und Juweliere, ganz besonders aber auch Graveure oder Petschaftstecher, wie man diese Leute in damaliger Zeit nannte. Die Graveure lieferten auch die Modelle zu Medaillen und Münzen vom guten Das jüdische Kur-Hospital zu Kolberg. iiiis ii ili S! Sv* -v*KÄa f r**' '.*y*,V* Man vergleiche den Artikel Kolberg in Nr. 4. folgende Episode: Es war etwa um das Jahr 1730. Um diese Zeit, da der große König auf dem Thron saß, sah Berlin anders aus als jetzt. Die Stadt, die heute bald zwei Millionen Einwohner zählt, hatte deren noch nicht 100,000 aufzuweisen. Ungefähr da, wo sich heute die Spandauer Brücke befindet, stand das Spandauer Thor. An das Mittelalter erinnert ein kleiner und unsauberer Platz, der sich genau auf der Seite befand, wo heute die Kaiser-Wtlhelmstraße die Groschen bis zum Thaler und Friedrichsd'or hinauf. Wenn dem Könige eine neue Münze vorgelegt wurde und er mit der Form und seinem Portrait zufrieden war, ließ er nach dem betreffenden Graveur fragen, und so kam es, daß der Petschaftstecher Salomon Büchel eines Tages zum König beschicken wurde. „Hat Er hierzu das Modell geliefert?" fragte der König, dem Juden einen neugeprägten Friedrichsd'or hinhaltend.