Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1894-01-25 · Heft 8 (25.1.1894) · page 10

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 8 (25.1.1894)
Date
1894-01-25
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2446951-2448412-2448419--37865-2485948
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

130 '"'..'1 ^!! .* ävwyw. trotz aller Verlockungen des Königs die Treue zu ihrem Geliebten, einem Hirten, nicht bricht und den Lohn ihrer Treue in der endlichen Wiedervereinigung mit diesem findet, ist nach Anderen nur Salomo der von Sulamit geliebte, die, aus dem Schäferstande zur Königin erhoben, sowohl ihre Gefühle der Liebe als auch des Heimwehs gegen Salomo äußert. Der Verf. verwirft beide Ansichten, glaubt aber des zweiten Geliebten nicht entbehren zu können, der allerdings der König ist, aber die Scenen mit diesem, welcher die Schäferin ihrem Geliebten entfremden will, sind nichts anderes als Traumgebilde, aus denen beim Erwachen die Wirklichkeit sie zu ihrer Freude erlöst. Man könnte diese Konjektur um ihrer überraschenden Neuheit willen etwas gewagt finden, aber man muß bekennen, daß fie viele Schwierigkeiten löst. Außer diesem Neuen bringt die Schrift aber noch eine Fülle feiner lexikalischer und grammatikalischer Bemerkungen, die für die richtige Erkenntniß des Wortsinnes von Wichtigkeit sind. So die Parallele zwischen teto und pbi; wie Letzteres die Bedeutung „brennen" in „nachjagen" (Gen. 31, 36) umgewandelt hat, so darf man auch für Vti, ba& wie aus Pesachim 37 d ersichtlich, die Bedeutung von „sieden", „brühen" (rs^ns) hat, eine ähnliche Umwandlung in der Bedeutung annehmen; also wäre lyto ino '.vbsv zu übersetzen „heruntergejagt vom Berge Gilead." Der Haarschmuck der Jungfrau wäre also verglichen mit den flatternden Haaren der Ziegenherde, die vom Berge herabstürmt. Wir führen dies eine Beispiel an, es könnten solche noch bedeutend vermehrt werden. Dagegen scheint uns die Erklärung von rvaispn als „zweispaltig" oder „zweireihig" (IV, 2.) etwas gesucht, wenn auch der Vers, darin Recht hat. daß W „tzMvnv." mcht sMtcht mb auch kein richtiges Bild geben würde. Es ist jedoch nicht ersichtlich, warum es nicht bei der Erklärung Aden Esra's „ebenmäßig" sein Bewenden haben sollte. Auch wäre eine Metathesis von pp möglicher Weise anzunehmen. Zu 15 ist zu bemerken, daß ■”n? nicht „Jüngling" bedeuten kann, es alsdann heißen müßte. Zu VII, 12 ist das vb (Deutr. 49, 23) als Beweis heranzuziehen, das nach der Tradition garnicht mit „übernachten" übersetzt werden darf. Wir bedauern es, nicht Raum genug zu haben, alle die vorzüglichen Erklärungen, mit dem der Verf. sein Werk ausgestattet hat, auch nur andeutungsweise hier wiedergeben zu können und müssen uns darauf beschränken, die Leser auf das Buch selbst hinzuweisen. (Schluß folgt). Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Frankfurt a. M., 23. Januar. Der Verein „Meckor Chajim" hielt gestern Abend seine neunzehnte Generalversammlung ab, die sich reger Theilnahme erfreute. Der Bericht des Vorstandes constattrt die fortschreitende Entwickelung des Vereins, steigende Mitgliederzahl und geordnete Kassenverhältnisse. Außer den schon vorhandenen Schiurim, — welche von den Herren Gerson Posen und Dr. Jonas Bondi mit hingebender Sorgfalt geleitet werden — sind zwei weitere hinzugefügt worden, die sich gleich den anderen einer regen Frequenz erfreuen. Großen Anklang finden die in diesem Winter eingeführten litterar-historischen Vorträge, welche dermaßen der Gunst des Publikums 'theilhaftig wurden, daß der Vorstand diesen Veranstaltungen größere Aufmerksamkeit zuwenden wird. Es sprachen bis jetzt Herr Rabbiner Dr. Bondi- Mainz über „Josef Hanagid", Frau Dr. Nahida Remy Berlin über das „Weib im ^Talmud", und Herr Rabbiner Dr. Kotteck-Homburg über „Süß Oppenheimer". In den nächsten Wochen, werden Herr Dr. H. L. Bamberger- Aschaffenburg über „Ein jüdischer Herzog", und Herr Rabbiner Dr. Cahn-Fulda über „Das erste Auftreten Samson Raphael Hirsch's" im Verein Vorträge halten, außerdem sind vom Vereine noch für diesen Winter hervorragende jüdische Capacitäten gewonnen worden. Möge es dem rührigen Verein vergönnt fein, die ihm nunmehr seit fast 2 Dezenien zu Theil gewordenen Erfolge sich immer mehr erweitern und vergrößern zu sehen, rrrwrfo min Halberstadt. Aus vielen größeren Gemeinden Deutschlands hat man von der Gründung jüdisch-literarischer Vereine berichtet und es hat vielleicht Verwunderung erregt, daß aus Halberstadt eine solche Gründung nicht gemeldet wurde. Dank der Intelligenz, die von jeher die Führenden in unserer Gemeinde auszeichnete, besitzen wir schon seit langer Zeit einen Verein, welcher ähnlichen Bestrebungen huldigt und es deßhalb überflüssig erscheinen ließ, Neues ins Leben zu rufen. Seit mehr als achtzig Jahre existirt hier ein Verein „Tifereth Jeschurun", der es sich zur Aufgabe macht, allsabbatlich Vorträge aus der jüdischen Literatur zu veranstalten. Es hatten sich immer Leute gefunden, welche diese dem jeweiligen Bildungsstande der Gemeindemitglieder angepaßten Vorträge zu halten im Stande und bereit waren. Seit einigen Jahren hält unser verehrter Herr Rabbiner Dr. Auerbach am Vorabend des Sabbat in der Wintersaison Vorträge vor Damen und Herren.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.