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Der Israelit · 1894-01-22 · Heft 7 (22.1.1894) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 7 (22.1.1894)
Date
1894-01-22
Page
– (sequence 8)
Language
German
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ib»iiih. ii.i.mt iji.m.np MM" Ml l.WWDWWMWWWW 112 Diejenigen, die sich mit der Weiterbeförderung derselben beschäftigen, dennoch sich nicht dem nach theiligen Einflüsse, welche die Beschäftigung mit irdischen Dingen auf uns übt, ganz entziehen können. Wie eine zarte Pflanze, auch bei der leisesten Berührung verletzt wird, so ist es auch bei dem Menschengeist, ein unedler Gedanke zerstört die Reinheit und vermischt das blendende Weiß der Unschuld. „Was aber sollen wir thun, in der heutigen Zeit, die wir von der Unreinheit der Ideen angesteckt werden, wo wir uns auch befinden und kein Mittel mehr besitzen, die Reinheit zu erlangen. Jede Gesellschaft, die wir betreten, leugnet Gott. Jede Tageszeitung, die wir in die Hand nehmen, sucht uns unseren höchsten Idealen abwendig zu machen. Wir müssen unrein werden, und doch ist uns die Möglichkeit genommen, unsere Reinheit wieder zu erlangen. „Aber gerade weil der heilige Tempel dahin gesunken ist, gerade weil wir kein sichtbares Merkmal unseres Gottesdienstes mehr besitzen, gerade dadurch haben die geistigen Mittel eine desto größere Bedeutung errungen. Gilt es doch heut zu Tage überhaupt nicht mehr einen Kampf der rohen Kraft gegen die Kraft — was aber täglich erkämpft werden muß, das ist der Kampf der Ideen. Und da haben wir ein herrliches Mittel uns zu stärken, ein Quellbad, in dem wir uns reinigen können von allem modernen Schlamm, der uns etwa anhaften sollte: Es ist unsere heilige Thora, die Gotteslehre. Sie ist heute unsere Reinigung. Und steht auch der Tempel nicht mehr Die Geisteswelt ist nie verschlossen, Wenn nur Dein Herz nicht kalt und tot, Drum, bade, Schüler unverdrossen Den irdschen Leib im Morgenroth." Erregt schwieg der Professor,- Berkheim hatte ihm mit Entzücken zugehört. Das war ein Mensch nach seinem Sinne; bei diesem jungen Manne konnte er Trost finden über so manches, was ihn in seiner Häuslichkeit betrübte. „Sie müssen recht, recht oft zu mir kommen, liebster Professor!" rief er freudig aus. „Oh, ich habe auch etwas im Hause, was nach Ihrem Geschmack sein wird. Daß ich es Ihnen nur gleich sage: Im oberen Stock meines Hauses wohnt mein Onkel, Daniel Berkheim, ein bekannter Talmudgelehrter. Ich pflege jeden Abend ein Stündchen bei ihm zu lernen; der Mann ist ebenso gelehrt, als geistreich und scharfsinnig. Sie würden mich sehr beglücken, wenn Sie an diesen Abenden theilnehmen wollten und ich glaube, es würde auch Ihnen Freude machen." Gern sagte der Professor zu und noch lange unterhielten sich die beiden Männer miteinander über die göttliche Lehre. Und während dieser Zeit amüsierten sich Frau und Tochter des frommen Banqaiers mit dem Grafen in der Matinee. Südländer konnte sich eines schweren Seufzers nicht entwinden, wenn er daran denken mußte: Sie war so schön! So wunderbar schön! (Fortsetzung folgt.) Wochen - Kalender. Freitag, 26. Januar, 19. Schebat. Sabbat-Anfang in Mainz 4 Uhr 45 Min. (M. E. Z.) Samstag, 27. Januar, 20. Schebat. n n ’ Sabbat-Ausgang in Mainz 6 Uhr — Min. (Ll. E. Z.) Der „Israelit^ erscheint wöchentlich zweimal» Montags und Donnerstags, jedesmal in mindestens zwei Bogen. Preis des Jahrgangs für Deutschland und Oesterreich 12 Reichs Mark, für^s Ausland 16 Reichs-Mark. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Durch den Buchhandel )» bestehen bei E. $. Ktrinacker, Leipzig, Doßplah 16. — nferate 25 Pfennig die viergespalten« Petitzeile oder deren Raum. — Oesterreichische Banknoten laut Cours. — Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 8 fl. österr., für's Ausland 16 Reichs-Mark, an die Expedition franco einzusenden. Eine Rücksendung von an die Redaction eingesandten Mauuscripten findet nicht statt, man bittet deshalb sich von allen Einsendungen eine Copie znrückzubehalten. Anhalt ^Hanptblatt): Leitender Artikel: Arische Stammesvorzüge und Semitische Racenfehler. Von Heinrich Galandauer in Soborten (Böhmen.) — Literarische Berichte. — Zeitungsnachrichten und Eorrespondenzen: Deutschland: Berlin. Mannheim. Aus Baden. Düren. Wongrowitz. — England: Portsea. — Rußland: Petersburg. Libau. — Amerika: Kanada. Asien: Bokhara. — Syrien: Beyrut. — Vermischtes. — Feuilleton: Im Wahne de8 Glücks (Fortsetzung) Inhalt der Beilage: Leitender Artikel: Das Weib im Talmud. — Zeitungsnachrichten und Eorrespondenzen: Deutschland: Mainz. Frankfurt a. M. Kempen. — Oesterr.-Ungarische Monarchie: Wien. — Frankreich: Paris. — Holland: Amsterdam. Verantwortliche Redaction: Oscar Lehmann in Mainz. - Expedition des „Israelit", Schottstrahe Rr. 2, Mainz. Druck und Verlag der Joh. Wirth'schen Hofbuchdruckerei-Actien-Gesellschaft in Mainz. Hierzu eine Beilage.

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