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Der Israelit · 1894-01-22 · Heft 7 (22.1.1894) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 7 (22.1.1894)
Date
1894-01-22
Page
– (sequence 6)
Language
German
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' .Wl'.•?*■** »MYMffWWWYWffMMWWDW 110 wir wieder nachstehende NotizDer am 22. c. von hier ausgegangene Dampfer „Diamond" nahm wieder 170 jüdische Auswanderer mit, die thetls nach Nord-Amerika, theils nach Afrika übersiedeln und sich dort eine neue Hetmath gründen werden. Der Dampfer ging direkt nach Antwerpen mit seiner Ladung und werden die Passagiere mit einem anderen Dampfer nach Rotterdam befördert. Amerika. Jüdische Kolonien in Kanada. Von den verschiedenen für die aus Rußland ausgewa derten Juden in fremden Ländern angelegten Kolonien, die meist wenig glücklich waren, scheint die durch die „Hebrew Benevolent Society" von Montreal im Asstntbota-Gebiet angelegte Niederlassung sich noch am besten entwickelt zu haben. Wenn uian, wie das „Neue Ausland" schreibt, den Berichten Glauben schenken darf, befinden sich die Kolonisten dort durchaus wohl und verspüren nicht die geringste Lust nach Rußland zurückzukehren. Bis jetzt sind 73 Familien durch die im Aufträge des Barons Hirsch arbeitende Gesellschaft uud 30 andere Familien auf eigene Kosten in diesem Gebiete angesiedelt worden, eine bedeutende Ackerfläche wurde urbar gemacht und mit Roggen, Hafer und Leinsaat bestellt. Asien. Bokhara, im Januar. Die Transkaspibahn liefert den deutlichsten Beweis, daß auch das Dampfroß hie und da dazu bettragen kann, die Thora in Israel zu verbreiten. Noch in dem vergangenen Jahrzehnt gehörte in Central-Asien ein kleines Vermögen dazu, wenn sich ein Jude den Talmud (o"v) Babli oder Jeruschalmt anschaffen wollte. Da es in unserer Gegend keine jüdische Buchdruckerei gibt, so werden alle unsere jüdischen Bücher aus Rußland, gewöhnlich aus Wilna, herbeigeschafft. Früher brauchte man nun zu einer Reise von Bokhara nach Wilna Wochen, ja sogar Monate, während man heute, Dank der TranSkaspibahn, diese Reise in fünf bis sechs Tagen zurücklegen kann. Selbstverständlich sind dadurch auch die jüdischen Bücher bedeutend billiger geworden, und kostet die komplett Ausgabe des babylonischen Talmud hier nur wenig mehr, als was sie in Wilna kostet. Unsere Bote-Midraschim besitzen jetzt schon ziemlich schöne jüdische Bibliotheken und kann sich jetzt auch der ärmste Jude hier ein vollständiges yMn anschaffen. Syrien. Beyrrrt, im Januar. Ein türkischer Ingenieur aus unserer Stadt Namens Abdel Nuri, hat der hohen Regierung den Vorschlag gemacht, ihm zu gestatten, an den Ufern des Jordans eine Glaswaarenfabrik zu errichten, und wolle er einen Theil des Reinerträgniffes dieses Unternehmens dem Staatsschätze überlassen. Dieser Antrag wird vorausstchtich von der Hohen Pforte auch genehmigt werden. Man prophezeit hier diesem Unternehmen jetzt schon einen günstigen Erfolg, da eine solche Fabrik für Palästina höchst nothwendig ist. Auch wird dieselbe voraussichtlich der armen Bevölkerung im Jordanthale einigen Verdienst verschaffen. — Damaskus, die Vaterstadt Elieser's, des treuen Dieners unseres Stammvaters Abraham, erhält nun elektische Beleuchtung. Damascus ist die erste Stadt Syriens, die sich einen solchen Luxus erlaubt. > vermischtes. -4- Breslau, 16. Jan. Die Meldung über die Vertheilung von antisemitischen Jugendschriften an die Schülerbtbliotheken seitens der königl. Regierung zu Bromberg hat die Regierung, wie die „Ostd. Pr." hört, bereits zu Erhebungen über den Fall veranlaßt. Bödigheim, i. Januar. Am rot3 ra hauchte Herr Bernhd. Messinger dahier seine reine fromme Seele aus. Der Verlebte erreichte ein Alter von 79 Jahren, er gehörte noch zu den alten Genossen des letzten hiesigen Rabbiners, Rabbi Gedalje Metz. Von seiner Beliebtheit gab dessen großartiges Leichenbegängniß Zeugniß. Von Nah und Fern, Jung und Alt, auch viele Christen, die Ortsbehörde nahmen daran Theil. Auf dem Friedhof hielt unser Rabb. Dr. Löwen stein aus Mosbach '"j eine ergreifende Leichenrede und rühmte in herrlichen Worte die guten Eigenschaften des nun zum ewigen Frieden eingegangenen Tobten. Neubreifach, 15. Jan. Auf dem Eise eines SeitenwafferS des Rheins wagte sich ein Schlittschuhläufer, ein lljahriger Knabe, zu weit vor, brach ein und sank unter. Wie der „Elsässer" berichtet, lief ein 16jährigeS Judenmädchen, das schon voriges Jahr einem anderen Kinde das Leben gerettet, eiligst zu der gefährlichen Stelle, reichte dem unterstnkenden und laut nach Hülfe schreienden Buben muthig die Hände und zog ihn glücklich heraus. Einige Sekunden später und der Knabe wäre verloren gewesen. Reckeudorf. Herr Lorenz Lohen in Hamburg, der jüngst seinen 100jährigen Geburtstag feierte, ist hier geboren; derselbe hat dieser Tage der hiesigen Cultusgemeinde 200 Mk. zur Vertheilung an hiesige Armen geschickt. Feuilleton. Im Mahne des Glücks. (7. Fortsetzung.) Hinter ihnen her rauschte die Seidenschleppe der Mama. — Südländer sah sich nach Helene um; sie schien verschwunden.

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