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Der Israelit · 1894-01-18 · Heft 6 (18.1.1894) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 6 (18.1.1894)
Date
1894-01-18
Page
– (sequence 11)
Language
German
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95 Breslau. 31. Dezember. Die „Freie Vereinigung israelitischer Lehrer Oberschlesiens" hielt am 26. d. Mts. in Beuthen (Oberscklesien) unter dem Vorsitz des Lehrers Bernhard-Tarnowitz im Pniower'schen Restaurant ihre Jahresversammlung ab. Das Referat „über Zweck und Ziel des hebräischen Unterrichts an der jüdischen Volksschule" hielt Lehrer L. Katz Ratibor. Nach Erledigung der Tagesordnung, welche die Zeit von 12—7 Uhr Nachmittags in Anspruch nahm, blieben die Versammelten zu einer Nachfeier des Jubiläums des Herrn Rosenbaum zusammen, welche der anwesende Beuthener Oberkantor Finkenstein durch schöne Gesangsvorträge verherrlichte. Als Vorort der Vereinigung für 1894 wurde ebenfalls Beuthen in Aussicht genommen. — In Breslau fand am Montag voriger Woche im Cafe-Restaurant auf der Karlstratze die Wahl von 8 Mitgliedern der Repräsentantenversammlung der dortigen Synagogen-Gemeinde und 8 Stellvertretern statt. Der Wahlakt wurde vom Königlichen Polizeipräsidenten Dr. Bienko eröffnet, welcher aus den anwesenden Wählern 12 Beisitzer ernannte und im weiteren Verlaufe dem Polizeirath Kiewitz den Vorsitz übertrug. Während bei der letzten Wahl vor 3 Jahren sich etwa 50 pCt. der stimmberechtigten Wähler betheiligten, belief sich diesmal die Wahlbetheiligung nur aus etwa 20 PCt. Zu Repräsentanten wurden gewählt: Kaufmann Joel Struck, Kaufmanu Berthold Rabe, Kaufmann Emil Sachs, Kaufmann Salomon Weigert, Rittergutsbesitzer Julius Schottländer, Kaufmann Hermann Neustadt (i. F. Neustadt und Neumann), Spediteur David Schlesinger und Kaufmann Samuel Kohn (i. F. Fritz Sachs u. Co.); zu Stellvertretern wurden gewählt: Rechtsanwalt I. Ollendorf, Partikulier Louis Burgfeld, Schirmfabrikant Moritz Baruch, Kaufmann Louis Löwenthal, Rechtsanwalt Alfons Marck, Kaufmann Simon Schly6, Rechtsanwalt Callomon und Rentier Samuel Jaffe. Heidelberg, 11. Jan. Vorgestern wurde in der Druckerei des antisemitischen „Volksboten" und in der Privatwohnung des Redakteurs Herrn Reuther von Seiten der Staatsanwaltschaft Haussuchung abgehalten, die aber resultatlos verlief. Man fahndete nach dem Manuskripte der Artikel im „Bad. Volksboten", welche s. Z. gebracht wurden über den Mord in Grießheim, die Einweihung der Synagoge in Steinsfurth, sowie über einen Artikel unter „Tagesfragen." Herr Reuther verweigerte die Angabe der Verfasser der Artikel. Bornheim, Bez. Köln, 13. Januar. Im Anschluß an die Notiz aus Bayern in Nr. 4 dss. Bl. wollen wir folgenden Vorfall aus Bonn, der sich am letzten Donnerstag im dortigen Schlachthause ereignet hat, registriren: Ein Bonner Metzzergeselle, der im Schlachthause einen Ochsen knicken wollte, glitt hierbei aus und verletzte sich beim Fallen mit dem Messer an einem Arme derart, daß die Pulsader durchschnitten wurde, der Metzgergeselle wurde in die Klinik überführt. Wer einigermaßen mit den Verhältnissen vertraut ist. wird eingestehen müffen, daß eine derartige Verletzung bei der Schechita vollständig ausgeschlossen ist; kann auch jemand bei dieser fallen, so wird doch niemals eine Verwundung mit solcher Wucht stattfinden können. Hoffen wir, daß die Vortheile des Schächtens allgemein anerkannt werden und daß die Schechita von allen anderen Tödtungsarten den Vorzug erhalten möge, xrobrttum esl! 8. B. Emden. Am 8. d. M. traf unser neuer Landrabbiner, Herr Dr. Löb bisher in Rawitsch, hier ein. Derselbe wurde in Leer von dem Gemeindevorftande empfangen und nach seiner Heimath begleitet. Schon am folgenden Tage wurde Herr Dr. Löb durch unseren Oberbürgermeister Herrn Fürbringer offiziell in sein Amt eingeführt. Wenn auch von unserem Herrn Landrabbtner bekannt war, daß er ein bedeutender Gelehrter und Kanzelredner ist, so haben wir aus seiner am na» gehaltenen Antrittsrede auch erkannt, daß er in jeder Beziehung auf der Höhe der Zeit steht. Es würde zu weit führen, diese Predigt, welche eine oratorische Leistung war, auch im Auszug wieder zu geben. Dieselbe machte auf alle Zuhörer, unter denen sich sehr viele Christen befanden, auch zwei Senatoren und mehrere Bürgermeister-Vorsteher der hiesigen Stadt waren anwesend, den tiefsten Eindruck. Es ist höchst erfreulich, daß wir einen so echt frommen und nach jeder Hinsicht tüchtigen Rabbiner unser eigen nennen dürfen. Möge es ihm vergönnt sein, für Gemeinde und Bezirk im Sinne und Geiste unserer n"y «nb onoojn Q’p’ay zu wirken und möge seine Thätigkeit unserer Gemeinde zum Segen gereichen. B. A. Oester.-Ungar. Monarchie. Wie«, 14. Januar. Gestern starb hier nach langem und qualvollen Leiden die Gattin nnfnes verehrten Oberrabbiners, Frau Fanny Güdemann, in noch nicht besonders vorgerücktem Alter. Dieselbe war im vergangenen Jahre am Krebse erkrankt und mußte sie sich einer Operation unter, ziehen, die jedoch leider nichts fruchtete. Die Kranke blieb nun noch weiter im Löw'schen Sanatorium, wo die Operation an ibr vollzogen worden ward, da sie hier eine vortreffliche Pflege erhielt. Das Essen wurde ihr zweimal des Tages aus ihrer Hausküche gebracht. Sie siechte indeß täglich mehr hin und gestern hat sie nun der Tod von ihrem

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