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Der Israelit · 1894-01-18 · Heft 6 (18.1.1894) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 6 (18.1.1894)
Date
1894-01-18
Page
– (sequence 12)
Language
German
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75r*7T-;-v *?« > Wj^' 96 Leiden befreit. Dieselbe war eine höchst bescheidene, freundliche und auch höchst wohlthätige Frau. Leider blieben ihr Mutterfreuden versagt; doch erfüllte sich an ihr das Wort des Propheten Jesaias: nuaoi D’ttö 2iv an t or£ ww: „Ich werde ihnen geben ein Denkmal und einen Namen, die besser sind, als Söhne und Töchter." n"2sun Italien. Berorra ' In der jüngsten Zeit wurden einige schon seit Langem erledigte italienische Rabbinersttze neu besetzt. So wurde auf den hiesigen Rabbinatssitz Herr Angelo Carpi berufen, der sein Amt am vergangenen Sabbat Chanukka antrat, wobei er eine gehaltvolle Ansprache an seine Gemeinde hielt. In Sinigaglia wieder, wo es viele Concurrenten gab, wurde Herr Lazaro Tedesco zum Rabbiner gewählt. Derselbe hat seine Studien am Rabbiner-Seminar in Livorno gemacht, wo er auch den Rabbinertitel erhielt. In Modena wieder, wo einst Rabbi Jehuda Arjeh io'tiöd »nn den Rabbinatssitz inne hatte, wurde Herr Giuseppe Cammeo, gleichfalls ein Zögling des genannten Seminars zum Oberrabbiner erkoren. Bei, den Zöglingen des genannten Seminars kann man sicher fein, daß sie diese Anstalt auch mit hebräischem Wissen gut ausgeftattet verlassen haben. Griechenland. Athen, im Januar. Unser Ministerpräsident, Herr TrikuPis. wurde in der letzten Zeit stark als Antisemit verschrieen. Derselbe hat nun in der Kammer die Erklärung abgegeben, daß er nicht nur kein Antisemit, sondern sogar noch ein aufrichtiger Philosemit sei. — Bor einigen Tagen erschien, wie die „Akropolis" hier meldet, der Erzbischof von Chalkis auf der Insel Euboea ganz unangemeldet in der dortigen Synagoge, um sich den Gottesdienst daselbst — es war gerade an einem Sabbate — anzusehen. Der würdige und tolerante Oberhirte wurde an der Pforte der Synagoge von den Parnasstm (Vorstehern) der Gemeinde begrüßt und mit einer Ansprache beehrt, auf die derselbe auch erwiederte. Se. Eminenz wurde dann auf einen Ehrensitz in der Synagoge geleitet. Asien. Smyrna, 2. Januar. Vor Kurzem weilte hier ein rfrncra (Sendbote) aus dem heiligen Lande, Rabbi Josef Arovas.. um Gelder zum Bau einiger hundert Wohnhäuser und eines Spitals für die marokkanischen Juden in der heiligen Stadt 2'2in zu sammeln. Derselbe fand hier die gewünschte Unterstützung, und nun hat er sich nach dem Abendlande gewendet, um auch dort unsere Glaubensbrüder zu bewegen, nach Kräften zu diesem frommen Zwecke beizusteuern. Man darf daher hoffen, daß Herr Arovas mit vollen Händen aus Europa heimkehren wird. Die Lage der marokkanischen Juden in der heiligen Stadt ist tatsächlich eine traurige und thut hier rasche und ausgiebige Hilfe noth. Dabei stehen neue Einwanderungen von marokkanischen Juden nach Jerusalem bevor. Sprechsaal. (Für alle unter dieser Rubrik erscheinenden Artikel übernimmt die Redaction dem Leserkreise gegenüber keine andere als die preßgesetzliche Verantwortung.) Verehrliche Redaction! Der Unterzeichnete, ein Freund und Förderer des „Israelit" seit seiner Begründung, erlaubt sich in dessen Interesse und um der Sache selbst willen, die nachfolgende Auseinandersetzung: Seit einiger Zeit bringt der „Israelit" unter der Rubrik „Jüd. Allerlei" Boumots, welche mitunter druckens- und lesenswerth sind. Meine Befürchtung, daß diese Rubrik auf schiefe Wege gerathen könnte, lassen mich die Bitte an Sie richten, den Abdruck derartiger Anekdoten etnzustellen. Dieselben scheinen mir nicht geeignet minn 1122 zu fördern, und gar erst motera und v'pivv dazu zu verwenden, grenzt nach meiner Meinung an Tmt. Schon in früheren Jahren wurde mit dem Begründer des „Israelit" über den -irvn debattiert D’piDB und niDff in Zeitungen — die ja bekanntermaßen oft zu Makulatur verwendet werden, (wovor wir indeß schon oft gewarnt haben. Red.) — zu drucken. Doch ließ und läßt sich dies rechtfertigen. Handelt es sich doch darum, min und msto zu verbreiten. Aber zum Zwecke solcher Bomots v'pios zu verwenden, dafür dürfte sich schwer ein 2m finden. Gute Boumots, namentlich wenn ein Kern von nun und nur darin steckt, lasse ich mir gefallen. Besonders würde ich diesbezüglich eine Rubrik anregen, welche einen größeren Kreis veranlassen würde n"i2 etwa Fragen, die durch yjna nwpa und D't? gelöst werden können; das wäre ein uh dwi, somit der Tendenz des „Israelit" würdig. Z. Beispiel: Frage: Wo finden sich Verse im Y':n, in denen das ganze yn enthalten ist? u. dgl. Hoffend, daß Sie meine vorstehende Ausführung nicht übel nehmen, zeichnet Hochachtungsvoll Rabb. B. Nachbemerkung der Redaction. Die Boumots wurden uns von einem bedeutenden invb zur Veröffentlichung übergeben und auch wir fanden in dem Abdruck derselben nichts Unrechtes. Gesteht doch der geehrte Herr Einsender selbst zu, daß derartige

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