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Der Israelit · 1894-01-15 · Heft 5 (15.1.1894) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 5 (15.1.1894)
Date
1894-01-15
Page
– (sequence 5)
Language
German
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69 zu einem Ortsfeste, das einen schönen Verlauf nahm. Dem Jubelpaare aber wünschen wir noch lange Jahre körperlicher und geistiger Frische und der goldenen Hochzeitskröne nach 10 Jahren den Diamantschmuck! M. S. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Kojetein (Mähren), 1. Jauuar. Herr Dr. Salomon Fuchs wurde nahezu mit Stimmenetnhelligkeit zum Rabbiner der hiesigen jüdischen Eultusgemeinde gewählt. Herr Fuchs, ein vorzüglicher Hebräist, besuchte längere Zeit das Rabbinerseminar in Berlin, wandte sich dann wissenschaftlichen Studien zu und wurde einige Jahre nach dem Tode Silbermann's Redacteur der bekannten, früher in Lyck erschienenen hebräischen Wochenschrift „Hamagid" in Krakau. Durch Gründung der wissenschaftlichen Monatsschrift „Hachokcr" machte er sich in der Gelehrtenwelt einen geachteten Namen. England. Oxford. Herrn Joel Zacharias, dem Cassier der jüdischen Gemeinde, der sich schon wiederholt um dieselbe verdient gemacht hat, gelang es, von dem Gemeinderathe ein größeres Grundstück zur dauernden Benützung für einen jüdischen Friedhof zu erhalten. Herr Zacharias hat sich bereit erklärt, die Kosten der Umzäunung selbst zu tragen. Es ist bereits das zweitemal, daß hier ein jüdischer Friedhof angelegt wird, indem vor ungefähr 700 Jahren, als Oxford eine der bedeutendsten Wohnstätten für die Juden dieses Landes war, diese Stadt bereis einen jüdischen Friedhof besaß. Türkei. Konftantinopel, 4. Januar, aaien vniaN ny Heute wurde hier Herr Salomon Fernande z, eines der hervorragendsten Mitglieder unserer Gemeinde, der auch in der Finanzwelt eine große Rolle spielte, zu Grabe getragen. In ihm haben die Armen eine große Stütze, unsere Rabbiner mit den hiesigen Bote Midraschim einen warmen Gönner verloren, da Herr Fernandez ein;an o»m (Freund der Gelehrten) war und sie nach Kräften unterstützte. Bei seinem Begräbnisse waren daher nicht nur die diplomatische und unsere Finanzwelt, sondern auch die rron nnntr (Thoraforscher) gehörig vertreten. Unter den Diplomaten glänzten vor Allem der italienische Botschafter Graf Eollobtano und der Secretär der österreichischen Botschaft, Baron Call, der in Vertretung des Botschafters Baron Calice erschienen war. Die türkischen Minister und die Beamtenwelt waren gleichfalls zahlreich vertreten. Die Zipfel des Bahrtuches wurden von Finanzmännern, Consulen, Bankdirektoren 2c. gehalten. Der Chacham Bascht, Rabbi Moses Levy '"2, war leider verhindert, an dem Begräbuisse theilzunehmen und so ließ er sich durch einen Dajan vertreten, der auch dem Dahingeschiedenen einen innigen und tiefgefühlten Nachruf in seiner Behausung hielt. Die Beisetzung erfolgte dann auf dem jüd. Friedhofe in Schischli, wo auch die Armen mit Geldspenden bedacht wurden. Herr Fernande; stammte eigentlich aus Salonichi, wo seine Familie noch heute zu den geachtetften der Stadt gehört. Sein Sohn Jsak wird nun das Erbe des Vaters antreten, und hoffentlich auch in dessen Pfade treten. rrasjn Algier. Taida (yrs.) Die Eivilisation fängt nun an, auch hier ihren Samen auszustreuen. Soeben wurde hier die Tramway, welche unser Städtchen mit Tarablus (Tripoli di Soria) verbindet, dem Verkehre übergeben. Die Tramway wird später gegen den Süden hin verlängert werden und uns so Palästina näher bringen. Amerika. Claro (Entre-Rios). In allen jüdischen Colonien wird mit Liebe und Fleiß gearbeitet. Mit Bewunderung und Genugthuuug muß es erfüllen, wenn man das Treiben auf dem Felde betrachtet, wie schnell die Schneider und Schuster, ja selbst Talmudlehrer über Nacht zu Bauern geworden sind und emsiglich ihrem Ackerbau obliegen. Eine ganz besondere Freude gewährt es, zu sehen, wie die Kinder mit unermüdlichem Fleiß und großen Fähigkeiten — als wären sie auf dem Acker ausgewachsen — den väterlichen Bauern zur Seite stehen. Chiago. Unter 10,000 Kunstgegenständen, welche in der Ausstellung sich befanden, wurde das Gemälde des israel. Malers Josef Israel als das Beste anerkannt. Es heißt: Allein in der Welt. Afrika. Zanzibar. Die von dem Wiener volkswirthschaftltchen Schriftsteller und National - Oekonomen, Dr. Theodor Hertzka (derselbe ist Israelit), angeregte Idee, in Afrika und zwar am Fuße des Kilimandjare eine Colonie „Freiland" zu gründen, in der eine neue gesellschaftliche und volkswirthschaftliche Ordnung herrschen wird, geht nun rasch ihrer Verwirklichung entgegen und werden nächstens schon die ersten Colonisten am Tanafluß, erwartet. „Freiland" dürfte bald eine Mustercolonie werden.

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