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Der Israelit · 1894-01-11 · Heft 4 (11.1.1894) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 4 (11.1.1894)
Date
1894-01-11
Page
– (sequence 5)
Language
German
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45 Euskirchen, 8. Jan. Gestern Abend 7^/z Uhr wurde in dem festlich erleuchteten und reichlich geschmückten Sitzungssaale der Synagogen-Gemeinde neben dem alljährlich stattfindenden Stiftungsfeste das 25jährige Jubiläum unseres verehrten Vorstehers der „Chewra-Kadischa", Herrn Simon Wallach gefeiert. In Bezug auf das Arrangement des festes hatte sich der stellvertretende Vorsteher, Herr Siegmund Mayer, besonders verdient gemacht und waren fast sämmtliche Mitglieder des Vereins vertreten. Nachdem der Jubilar durch eine Deputation des Fest Comite's vom Hause abgeholt, und in den Saal geleitet worden, wurden ihm vom Mitglied, Herrn Leop. Wolff in von Herzen und zu Herzen gehenden Worten im Namen des Vereins die besten Glück wünsche dargebracht. Der Redner feierte in schwungvoller Sprache, gleich meisterhaft in Form und Inhalt die Thätigkeit des Jubilars, welcher stets seine Kraft bereitwilligst in die Dienste des Vereins gestellt, durch Standhaftigkeit im Guten, Festigkeit seines Characters und unwandelbarer Treue in Ausübung seiner Pflichteil den Verein aus zerrütteten Zuständen in gefestigte Verhältnisse hinübergeführt habe und der durch sein rastloses Streben aus schwachen Anfängen zu so segensreichen Erfolgen emporgewacdsen sei. Bei dieser Gelegenheit überreichte der Redner dem Jubilar für seine Verdienste ein von den Mitgliedern des Vereins gewidmetes, prächtig ausgestattetes Ehrendiplom. Mit tiefer Ergriffenheit lauschte der Gefeierte und die Zuhörer den begeisterten Worten des Redners und lohnte ihn zum Schluß mit ju' belndem Beifall. Der Jubilar war sichtlich bewegt und konnte kaum Worte des Dankes Hervorbringen. Hierauf setzte man sich zu einem solennen Festmahle nieder, und in der größten Gemüthlichkeit und festlichsten Stimmung nahm dasselbe seinen Verlauf. Zunächst ergiff der stellvertretende Chewra- Rabbi, Herr Moses Schweizer das Wort, um in großer Beredtsamkeit nochmals die Verdienste des Jubilars zu feiern; Stadtverordneter, Herr Andreas Wallach toastete auf das Gesammt- Collegium des Vorstandes, Herr David Wallach hob in ausführlicher Darlegung die Ideale des Vereins: Wohlthätigkeit, Krankenpflege, Bruderliebe, Eintracht hervor und noch viele andere Herren wechselten noch manches ernste und heitere Won während des Festmahls, von denen sich ganz besonders Herr Max Lion durch seinen launigen Vortrag auszeichnete. Und so wird sicherlich nicht Einer von den Anwesenden aus dem Festraum geschieden sein, ohne das wohlthuende Bewußtsein, Zeuge einer Feier gewesen zu sein, wie sie herzerhebender kaum gedacht werden kann. Am Schluffe wurde auch.noch der Armen gedacht. Hürden (Bayern), 28. Dezember. Am 25. d. M. ist Herr M. S. Landauer, Chef der renommirten gleichnamigen Firma M. S. Landauer, hier und in Augsburg, die Zierde und der Stolz unserer Gemeinde wie des ganzen Ortes, nach längerem schweren Leiden im 86. Lebensjahre verschieden. In seinen Jugendjahren ein schlichter W-bergeselle hat der Verblichene sich allmählich durch Fleiß und Redlichkeit zum höchst achtbaren Fabrikanten auf dem Gebiete der Textilbranche emporgearbeitet, dessen Fabrikate den Wettkampf auf dem Weltmärkte stets mit Ehren und Auszeichnung bestanden und ihm Reichthum und Ansehen eingetragen haben. Aber obgleich von weit ausgebreiteten Geschäften immer in Anspruch genommen, fehlte er niemals im Gotteshause, oblag er mit Eifer und Verständniß dem Thora-Studium, bethätigte er regstes Interesse für alle die jüdische Gesammtheit betreffenden Angelegenheiten. Ec war ein Mensch in des Wortes schönstem Sinn. Edelsinn und Biederkeit, Leutseligkeit und Menschenliebe, das waren die Grundzüge seines Charakters. Wo es galt, das Judenthum zu fördern und Humanität zu üben, da gab er reichlich, mit vollen Händen, und hat dabet niemals sein Reichthum das Herz übertroffen. Ihm genügte es aber nicht, seine reichen Mittel in den Dienst der Allgemeinheit zu stellen, er hat auch seine Thatkraft freudigst zur Verfügung gestellt. So war er denn auch zugleich langjähriger Vorstand der jüdischen und Beiraih im Kollegium der politischen Gemeinde, sowie bis vor kurzem ein sehr tdäliges Mitglied der Chewra kadischa. An dem Leichenbegängnisse bethettlgten sich alle Konfessionen und Korporationen, sowie die Behörden. Herr Rabbiner Dr Groß aus Augsburg (in Vertretung unseres erkrankten Herrn Rabbiners Dr. Cohn) und der hochverehrte greise Herr Gumpertz feierten in ergreifenden Reden die vielfachen Verdienste des Heimgegangenen, rrasan Oester r.-U ngar. Monarchie. Wien, 8. Januar. Am 3 . Dezember v. I. wurde Herr Moritz S. H rzog aus Tyrnau mit Acclamatton zum Bezirksrabbiner der isr. Cultusgemeinde Teva (Siebenbirgen) gewählt. Herr Herzog zählte volle sieben Jahre zu den ausgezeichnetsten und hervorragendsten Schülern der unter der Leitung des Oberrabbiners B. Schreiber stehenden Preßburger Jeschiba. Ju den letzten ein und ein halb Jahren wirkte er im wohlbekannten und allerseits geschätzten Hause M. Bondi hier in Wien als Hausrabbiner, während welcher Zeit er zugleich die Stelle eines Vortragenden im Beihause in der

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