Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 35 (1894)
- Issue
- Heft 4 (11.1.1894)
- Date
- 1894-01-11
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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4s er auch das Opfer, welches .^",n d-i fordert, nicht schuldig bleibt. Dieser heilige, opferfreudige, alles, selbst das Leben hinzugeben, bereite Sinn verbrüdert die von ihm Durchdrungenen noch inniger, als das äußere Zeichen des Bundes, welches alle als Glieder einer großen Brüderschaft in sich tragen. Diese Einigkeit macht die einzelnen Schwachen stark, tausendfältigen Schmerz und Tod zu überdauern. Nichts aber hat sich für die etnmüthige, brüderliche Gesinnung der Glieder des Abrahambundes trefflicher bewährt, als der Druck von außen, als der Mordstahl des rvnn on. Ist der Geist des Milabundes lebendig in unseren Reihen, dann bedarf es des äußeren Druckes nicht, um Israel zu einem *irw na zu machen. Droht dieser Geist zu schwinden, dann vollzieht das runn m die Mission des Dl. Was den Unstern, der blutigroth über unseren Häuptern Böses verkündet, abzuwenden vermöge? Daß der Geist der alten Mila-Jnstitution lebendig bleibt in unseren Rethen, der Geist der Reinheit und Keuschheit, der Geist der Zusammengehörigkeit und Brüderlichkeit, der Geist rückhaltloser Hingebung von Gut und Blut für Gott und die Erfüllung seines Willens. Zu den Worten iß „Wer steigt uns in den Himmel (V. B. M., C. 30, B. 12) merkt der oniDn fyn an, daß ihre Anfangsbuchstaben r6’D und ihre Endbuchstaben den vierbuchstabigen höchsten Gottesnamen repräsentiren. — Was will uns dieser Hinweis sagen? Es gibt ein Band, es gibt einen Aufpfad, der die Erde mit dem Himmel, der den Menschen mit Gott verbindet. Das Ziel alles mensch.tchen Ringens und Strebens ist: p^>n 's 'n nn« ‘di oim «in no. Gott nachzuwandeln, ihm ähnlich zu werden, immer höher und höher der Verwirklichung des Ideals nachzustreben, das uns in seine offenbarten Waltungsweisen als Norm unseres Lebens hingestellt ist. Wie erreichen wir diese Höbe? ntroffn iH nty» »o? Die erste Anfangssprosse auf dieser zum Himmel führenden Gottesleiter ist Mizwas Mila. Sie ist die erste Mizwa, die an dem jüdischen Menschen sofort nach seinem Eintritt in die Zeitlichkeit zum Vollzug gelangt. Die letzte, höchste Stufe ist Gott selber, zu ihm führt jeder Schritt, der uns dem Getriebe der Erde entrückt. Ihr Gipfelpunkt überragt die tief unter ihm rollenden Sphären der Gestirne. Zu dieser Höhe hat Gott den Ahn des jüdischen Volkes emporgehoben, r6j/o^ irvajni d^iv bv lb^no warn □’3DDn p, zu dieser Höhe leitet noch heute Mizwas Mila jedes Glied des Abrahambundes. Pharao steht von der Erde die Sternenschrift am Firmament und liest Don der Trdeu-Tiese Mord und Blut aus den Sternen in der Höhe. Von Abraham und seinen Nachkommen heißt es dagegen: lini rrn’ na 'idi dodidh rw ibdi no'Dtfn m Dan (*"«n) hdö1? n^j/o^D noan jite6 mn. „Schaue hinab zum Himmel und zähle die Sterne — so wird deine Nachkommenschaft sein." Israels Geschick ist nicht an die Sterne gebunden, wenn ihm die Schwungkraft nicht erlahmt, die es in der von Gott ihm angewiesenen Höhe erhält. Daß sie nicht erlahme, dafür hat Gott seinen Bund mit Abraham und seinen Nachkommen geschlossen, der mit jedem geborenen männlichen Kinde aufs neue besiegelt wird. Indem sie das blutige Bundessiegel an den Körper ihres neugeborenen Kindes legen, wissen Vater und Mutter, daß sie ihr Theuerstes auf Erden der Schmach und dem Hohn einer ganzen Welt aussetzen. Wie dieser hohe Adel der Gesinnung das von allen Seiten den jüdischen Stamm bedrohende Geschick glorreich überwinden wird, hat mit herrlichen Worten in einem wenig bekannten Gedicht „Der achte Tag" Daniel Sanders gefeiert, mit dessen letzten Strophen wir diese Betrachtung schließen. Stolze Mütter, die ihr prahlet mit den ruhmgekrönten Söhnen, Die da kämpften, wo Drometen für da8 Menschenrecht ertönen, Seht hierher! es reicht die Mutter hin das Kind zur blut'gen Taufe, Daß es sich für Blut und Thränen, Schmach und Spott und Hohn erkaufe. Weine nicht, Du armer Knabe! AuS dem Blute, das geflossen, Seh' ich in der Zukunft Sonne schön der Freiheit Rose sprossen, Und die Thräne, bange Mutter, die da glüht an Deinen Wangen, Sehe ich als Thauesperle an der Freiheit Rose h mgen. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Berlin, 5. Jan. Die Summe von 500,000 Mark haben, wie der „Börs. Kar." berichtet, Herr Moritz Mannheimer und Gattin der hiesigen Mischen Gemeinde gespendet. Für das Geld soll ein eigenes Siechenhaus errichtet werden, da es sich herausgestkllt hat, daß das seit dem Jahre 1876 mit dem jüdischen Krankenhause in der Auguststraße verbundene Siechenhaus sich in dieser Verbindung nicht bewährt hat. Herr Mannheimer wünscht, daß die neue Anstalt nicht „Siechenhaus", sondern