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Der Israelit · 1894-01-08 · Heft 3 (8.1.1894) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 3 (8.1.1894)
Date
1894-01-08
Page
– (sequence 4)
Language
German
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SS l. Der Ochse deS Metzgerm. Pfeiffer v Schläge. 2. ff ff ff ff Feldmann 8 ff 3. ff ff ff ff Rullmann 8 ff 4. ff ff ff Heydter 7 ff 5. ff ff ff ff Quirin 7 ff 6. ff ff ff ff Gruber 5 ff 7. ff ff ff ff Grub er 7 ff 8. ff ff ff ff Menstell 6 ff 9. ff ff ff ff Halm 6 ff 10. ff ff ff ff Pfeiffer 16 ff n n tt w +,l tl!lv*' A' Frankfurt a. M., 5. Dez. 1885. Der Vorstand der Fleischer-Innung. Angesichts solcher Thatsachen bedarf die Agitation gegen das Schächten und diejenige für die Betäubung der Schlachtthiere keines weiteren Commentars. München. In der Münchener medicinischen Wochenschrift berichtet Profeffor Bolli n g e r über Versuche, die mit dem Blut tuberkulöser Rinder angestellt wurden. Es zeigte sich, daß Impfung desselben bet Meerschweinchen gelegentlich Tuberkulose hervorbrachte. Diese Thatsache hat praktische Bedeutung, da es kein absolut blutfreies Fleisch giebt, vielmehr bei den üblichen Schlachtmethoden etwa die Hälfte des Blutes im Thierkörper verbleibt. Diese neueste Entdeckung ist in hohem Grade geeignet, die alten jüdischen Speisegesetze auch bei denjenigen in Ehren zu bringen, welchen sie aus religiösen Rücksichten gleichgiltig sind. Erstens sind nach den Vorschriften des Rituals tuberkulöse Thiere vom Genuß ausgeschlossen. Zweitens ist die Tödmng durch Schächten diejenige Schlachtmethode, bei welcher die Thiere am meisten ausbluten nach dem Urtheil von Professor Rolosf, Direktor der Thierarzneischule in Berlin, M ü l I e r-Steitin und anderen Autoritäten, deren Gutachten in Ehrmann's Schrift „Thierschutz und Menschentrutz" zusammengestellt sind. Drittens aber bietet die rituelle Behandlung des Fleisches durch Wässern und Salzen hinlängliche Garantie, daß alles entferntere Blut aus dem Fleische ausgeschieden wird. Es ist dies nicht nur hinsichtlich der Ansteckung durch Tuberkulose, sondern auch sonst bedeutsam, weil bekanntlich das Blut der gefährlichste Träger aller Krankheiten ist. Aus Mergentheim wird uns berichtet: Am 28. Dez. traf unser neu ernannter Rabbiner, Herr Dr. Sänger hier ein. Derselbe wurde am Bahnhof von der ganzen Gemeinde, dem Kgl. Bezirksamtmann, dem Stadt- Vorstand und der Schuljugend empfangen und durch die reich beflaggte Stadt in die feierlich beleuchtete Synagoge geleitet, wo das' Abendgebet stattsand. Am Samstag fand die Antrittsrede in der Synagoge statt, die bet allen Zuhörern den tiefsten Eindruck hervorries. Am 31. veranstaltete die Gemeinde zu dessen Ehre ein solennes Festessen, bet dem viele schöne Toaste in schwunghafter Weise ausgebracht wurden. Möge der neue Rabbiner zum Heile und Wohle seiner Gemeinde wirken; das walte Gott! Crefeld, 22. Dec. Nur wenig fehlte, und die berüchtigten „Xantener Tage" hätten vorgestern in Kempen a. Rh. ihre Auferstehung gefeiert. Der jüdische Metzger Lambertz erwartete einen Jungen aus Neukerk, der eine größere Quantität bestellten Fleisches bei ihm abholen sollte. Lambertz traf auf dem Heimwege einen Jungen aus Neukerk, und da dieser mit einem Tragkorbe ausgerüstet war. hielt er ihn für den erwarteten Boten und forderte ihn aus, mit in seine Wohnung zu kommen. Als beide in die Wohnstube traten, saßen in derselbe zwei ältere Männer, wie bald klargestellt wurde, christliche Metzger aus St. Hubert und Hüls, und der eine fragte Lambertz: „Wo hast Du das große Fleischtuch?" Da wurde es dem Jungen unheimlich. Er entfernte sich unter dem Vorgeben, erst noch eine Bestellung in einem Nachbarhause ausrichten zu müssen, und verbreitete alsbald im Orte die Schauermär, Lambertz habe ihn sein Haus gelockt, um ihn abzuschlachten. Einige alte Juden (die christlichen Metzger) hätten dort bereits auf ihn gewartet. Natürlich fand sich schnell ein gerngläubiger, angrtffslustiger Pöbelhaufe zusammen. Der Bürgermeister beschied alsbald Lambertz zu sich, ließ sich den Hergang erzählen und hielt ihn so lange fest, bis noch die Ehefrau verhört war, deren Bekundungen mit denen ihres Gatten vollständig übereinstimmten. Trotz der von Seiten des Bürgermeisters gegebenen Aufklärung glaubt der Junge ganz fest, man habe ihn schlachten wollen, und die Menge glaubt es ihm nach, oder gibt sich wenigstens den Anschein, es zu glauben. Da die Juden keinen Moment sicher sind, daß nicht ähnliche Märchen auftauchen, hat sich ihrer eine erklärliche Beunruhigung bemächtigt. Wann wird es am Niederrhein Tag werden? Oesterr.-Ungar. Monarchie. K. Prag, 5. Januar. Die hiesige Stadtgemeinde beschäftigt sich schon seit längerer Zeit mit dem Plane, im hygienischen Interesse, sowie in dem der Verschönerung der Stadt, einzelne Viertel derselben zu assaniren. In den Affanirungsrayon ist die Josephstadt, ehemalige Judenstadt mit einbezogen, dort werden neue Straßen angelegt, alte erbrettet, ganze Häuserreihen niedergerissen, so daß da, wo erst das Ghetto stand, in welchem ehedem die Juden durch neun Thore von der Christenstadt abgeschlossen waren, jetzt hingegen zu-

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