Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 35 (1894)
- Issue
- Heft 1-2 (3.1.1894)
- Date
- 1894-01-03
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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13 7000 fl.: Da» israelitische Madchen-WaisenhauS. 8000 fl.: Der Journalisten- und Schriftstellerverein „Loncordia" in Wien. Je 5000 fl.: Die k. k. Akademie der bildenden Künste; da» Krankenhaus der Barmherzigen Brüder; die Gesellschaft vom Weißen Kreuze; die Heilanstalt für Brustkranke („Tuberkulosen.Heim"); die Spar- und Vorschußabtheilung der k. k. Staatsbeamten; der Rudolphiner-Verein; die israelitische Beerdigungs-Bruderschaft; das israelitische Taubstummen-Jnstitut; der Erste Wiener Ferien-Colonien- Berein; der Centralverein zur Verköstigung armer Schulkinder; das Reconvalescentenheim für arme Wöchnerinnen in Gersthof; der israelitische Frauen-Wohllhätigkeits Verein; der Verein gegen Verarmung und Bettelei; der allgemeine Studenten Unterstützungs-Verein; der Schulverein für Beamtentöchter;die Wiener Freiwillige Rettungsgesellschaft; die Allgemeine Poliklinik in Wien. Je 3000 fl.: Das Maria-Theresien - Frauen -Hospital : das Kinderspital zu St. Anna; die Unterstützungs-Societät der k. k. Polizei-Beamten in Wien für deren Witwen und Waisen; das Kinderspital der Allgemeinen Poliklinik; der Waisenverein der israelitischen CultuSgemeinde- Je 2500 fl.: Der Allgemeine niederösterreichische Volksbildungsverein (Zweig Wien und Umgebung); der Verein „Ferienhort" für bedürftige Gymnasiasten. Je 2000 fl.: Die Aushilfskafle mr entlaflene Kranke im israelitischen Spital; der Frauen-WohlthätigkeitsVerein „Providentia"; Badecurfonds der Aerzte; Erstes öffentliches Kinder-Krankeninstitut; WittwenundWaisen-UuterstützungS- Verein des medicinischen Doctoren-Collegiums; Asylverein für Obdachlose; Oesterreichische Gesellschaft vom Rothen Kreuze. 1500 fl.: Wiener Schutzverein zur Rettung verwahrloster Kinder. Je 1000 fl.: Der Pensionsfonds „Rudolphinerhaus" Wiener Frauenheim; das Unterstützungs-Institut der k. k. Sicherheitswache in Wien; Veteranen-Unterstützungs-Verein „Tegetthoff"; Verein der Wiener Börsenbesucher zur Unterstützung hilfsbedürftiger Mitglieder; Erzherzogin-Sophien- Spital; Kranken- und Unterstützungs-Verein „Nächstenliebe", Verein zur Unterstützung entlassener Sträflinge; das Kinder- Asyl „HumanitaS" im Kahlenbergerdorf; Prediger- Mannheimer - Verein; Frauenerwerb - Verein; Verein zur Errichtung eines israelitischen SpitalS in Gleichenberg. Außerdem eine Anzahl von Legaten in der Höhe von 500 bis zu 100 fl. für verschiedene Humanitäts-Anstalten. Der von dem großen Legate nicht zugewiesene Restbetrag gelangt unter vorzugsweiser Berücksichtigung bedürftiger Wittwen und Waisen im nächsten Jahre zur Vertheilung. Es sind dieSfallS bereits definitive Verfügungen getroffen. Budapest, 15 Dcc. Der Bericht des Unterrtchtsausschusses über den Gesetzentwurf betreffend die israelitische Religion, ein ziemlich umfangreiches Aktenstück, welches der jugendliche Liberale Geza Papp ausgearbeitet hat, ist dem Parlamente vorgelegt und unter allgemeiner Zustimmung dem Justizausschuß überwiesen worden. Dieser Bericht enthält mancherlei interessante historische Daten und noch interessantere von liberalem Geiste durchdrungene Aeußerungen, so daß es, gerade angesichts der neuteutontschen Bestrebungen in Deutschland, nicht überflüssig erscheinen mag, Einzelnes hier wiederzugeben. Aus dem Jahre 1291 wird ein Brief der Stadt Preßburg angeführt, welcher erklärt, daß die i dortigen Juden alle Freiheiten der übrigen Bürger! genießen. Unter König Mathias kam 1404 bei I Hofe die sogen. Judenpräfektur zu Stande, welche? daselbst die Interessen der Jsraliten zu vertreten I hatte. Diese amtliche Instanz hatte auch die Be-! stätigung der jüdischen Rechte und Freiheiten bei j Fällen von Thronwechsel zu erwirken. Unter den Habsburgern hatten dann die Juden am meisten zu leiden; sie hatten Kopfsteuer zu zahlen, wurden gezwungen, ihre Häuser zu verkaufen u. s. w. Der Zütraum bis zum Jahre 1783 war der traurigste in der Geschichte der ungarischen Israeliten. Die Verordnung Josef's II. vom Jahre 1783 gestattete ihnen jedoch, die höheren Lehranstalten des Landes zu besuchen, eigene Reliaionsgemeinden zu bilden, auf ihre eigenen Kosten Schulen zu bauen, Bauerngüter zu pachten, Säbel zu tragen und sich Bärte wachsen zu lassen; ja unter gewissen Bedingungen wurden sie auch zur Ausübung bürgerlicher Rechte für fähig erklärt. Im Jahre 1839 arbeiteten dann Diftriktsdeputationen eine Entwurf aus, laut welchem die jüdische R ltgion als eine rezipirte erklärt und alle bürgerlichen Rechte auf die Juden ausgedehnt werden sollten. Doch scheiterte das liberale Gesetz an dem Widerspruch der Magnatentafel. Im Jahre 1846 wurde die Toleranzsteuer auf Intervention des Erzherzoges Josef für 1,200,000 Gulden abgelöst. Im Jahre 1848 arbeitete Edmund Kallay einen Gesetzentwurf aus, welcher allen Forderungen der Gerechtigkeit und des Liberalismus genügt hätte; doch erlangte weder dieser, noch ein ähnlicher von Berthold Ssemere am 28. Juli 1849 vorgelegie Entwurf Gesetzeskraft. Endlich im Jahre 1867 ist unter dem Einflüsse Franz Döak's die Gleichberechtigung der Juden ausgesprochen, das Recht der Eheschließung zwischen Christen und Juden und die Erlaubniß des Uebertritts zum Judenthum jedoch immer noch nicht angenommen worden. Die gegenwärtig vorgelegten Entwürfe sollen auch diese letzten, mehr kränkenden als drückenden Ungleichheiten beseitigen, der Rezeptionsentwurf die Ermächtigung zum Ucbertritt und das Ehegesetz die freie Eheschließung erwirken. Gegen den Rezeptionsentwurf erstand eine doppelte Gegnerschaft; eine rein klerikale, welche aus dogmatischen Gründen die Erlaubniß des Uebertritts vom Christenthum zum Judenthum nicht dulden wollte, und eine verkappt klerikale, angeblich radikale, welche erklärte, daß die Einbringung des Gesetzentwurfs über die freie Religionsübung ein Separatgesctz für die israelitische Religion überflüssig mache. Beiden tritt der Bericht Geza Papp's mit schlagenden Argumenten entgegen. Den Herren Klerikalen sagt er bündig, daß ein moderner Staat sich nicht zum Wächter und einseitigen Protektor einer einzelnen Landesreligton