Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 35 (1894)
- Issue
- Heft 1-2 (3.1.1894)
- Date
- 1894-01-03
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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XXXV. Jahrgang. Zweite Beilage zu M1 & 2 iles „Israelit". Literarischer Bericht. .’oVttri’n m*? .w^iiö iron *rn *"y pipo 'ist Ostens oy Verfaffer: David Cohen Wtllner in Jerusalem. Es ist ein ganz eigenartiges, merkwürdiges Büchlein, das uns alljährlich seit einer Reihe von Jahren aufs Neue in Staunen setzt, der Jerusalemittsche Kalender von Rabbiner David Cohen Will ne r in Jerusalem. Der Verfasser hat dieses Mal die Jahrgänge rnn und mn in einem Bändchen veröffentlicht. Das ganze umfaßt 107 enggedruckte Se tcn. Voraus geht eine Zusammenstellung der nwipa *r-j, die unter dem Titel niMipo htd'^ 51 Seiten umfaßt, und jeder einzelne Satz in dem ersten Theil dieses Büchleins, enthält den Zahleuwerth mn, während im zweiten Theil jeder Satz die Zahl *rnn repräsentirt. Dazu kommen auS ganz *l'zo alle Stellen, welche die Zahl mn und Y'rrn repräfentiren und ganz zusammenhängende Darstellungen über die Zustände in der heiligen Stadt, alles in der gleichen Weise behandelt. Man mag über den praktischen Werth eines solchen Büchleins denken, wie man immer will, aber die Virtuosität, die spielende Leichtigkeit, mit welcher der Verf. das Wesen der r>TM*iov2 beherrscht, ist geradezu Staunen erregend. Die Gelehrsamkeit, die Beherrschung der Sprache, die immense Belesenheit und eine ganze Reihe anderer Vorzüge vergißt man ganz über der bewunderungswürdigen Fertigkeit alles und jedes in dieselbe Zahl einzufügen. Dabei ist der Verfaffer ein blutarmer Mann mit Krankheit und allen Beschwerden des Alters behaftet, Vater einer darbenden Familie und dabei einer solchen Leistung fähig, die doch wie wenig andere sonst, ein vollständiges Versenken und Aufgehen in ihren Gegenstand erfordert« Wir können eS uns nicht versagen, hier einige wenige Proben z. B. aus den niMipo »m folgen zu lassen: noox nion toi — mpo tsyn hmsm bt* nom —D’onno d'nböo #n*pa — nM’jtpo 'j^f'Mim Ninr 'v urw ms »in — r6»3ön inn — omno DH TM VJJö TM ("ITpD3 — nb’30 pyD Mvv ü’nBD ’T *pM3 — 'J 01*13 DDM by 71DM MM mpD ^TIJ — to nvorn ^ot — ppn noip n* — josm 'NIT Der zweite YIir» gewidmete Theil schließt mit folgenden Sätzen: — "jcy nVix:6 *ro — Tom no3* 3'on mjm "nTrui — o^ny bv ynMn?m im — jnMno n^iMjn nisto — pMn by am» — o'TMion!?y 'n »orrn — tjstim^ — P)3^> mJD lMStD’ — *3271 pfc6 0 YlfVn TDJ3* nonorv om — yso pte* *pVo — .nwv nnwi) ruroT D’Jnori — ir» noru — rmr& usr HDna »3 — ip tdpim na noym — yxa — pnta o*ibi — ormaya noa uor* TMT — WW3 3ip* N^> IT — *|*T3^ N3Tbv . pH€)b bm yj6 M3T Die Proben dürften genügen, um die Eigenart des vorliegenden Büchleins zu veranschaulichen. Dasselbe ist durch den Verfaffer, sowie durch Herrn Bezirks-Rabbiner Dr. Ehrmann in Baden (Schweiz) zu beziehen. — Die Höhe des Betrags ist dem Ermeffen der Reflektanten überlassen. ZeitnugSuachrichteu ttttfe Eorrespoudeuzerr. Deutschlaud. Berlin Eine neue antisemitische Zettung. die schon vor einiger Z^it angekündtgt war, erscheint demnächst dahier unter dem Titel „Frei-Deutschland" als Konkurrenzblatt für die „Tägliche Rundschau" und die „Staatsbürgerzeitung." Die Abgeordneten Ahlwardt und Förster sollen die Patrone des neuen Zeitungsunternehmens sein. Aus dem Blatt entnehmen wir, daß Abg. Förster im Reichstage alS Gegenstück zur wtrthschaftlichen Vereinigung eine freie „antisemitische Vereinigung" zu stände bringen will. Diese antiesmttische Vereinigung soll unter anderem Anträge stellen auf Verbot der Erwerbung von Grund und Boden durch Juden und auf Verbot der Annahme deutscher Namen durch Juden. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Wien. Hof- und Gerichtsadvocat Dr. Heinrich St eg er, als Abbandlungspfleger des im Vormonate verblichenen Herrenhausmttgltedes Moritz Freiherrn v. Königswarter, ist in den Stand gesetzt worden, den Vereinen und Anstalten, welche an dem vom Er blasser zu gemeinnützigen und Humanitären Zwecken cumulattv gewidmeten Legate von 250.000 fl. zu participiren haben werden, die für sie reservirten Beträge bekannt zu geben. Das Ausmaß der einzelnen Beträge wurde in Gemäßheit der letzkwilltgen Anordnungen von dem Testaments - Executor, Herrn Alfred Straffer, im Vereine mit dem Universal Erben, Herrn Hermann Freiherrn v. Königswarter, festgestellt. Nach dieser Aufstellung werden erhalten: Je 10,000 fl.: Die Genossenschaft der bildenden Künstler AjenS; das israelitische Seminar; das Spital der israelitischenITultuSgemeinde: das HauS der Barmherzigkeit in Währing; das Asyl „Stephanie-Stiftung" in Biedermannsdorf; die israelitischen Armenanstalten; das israelitische Blinden-Jnstitut auf der Hohen Warte und der Seehospitz- Verein.