Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 35 (1894)
- Issue
- Heft 1-2 (3.1.1894)
- Date
- 1894-01-03
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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ft vtsorische Präsidium: Dr. Samuel Kohn, prov. Präsident, Dr. Franz Mezey, prov. Schriftführer. Piof. Dr. Bernhard Alexander, Prof. Wtlh. Bacher, Prof. Dr. Josef Banolzi, Prof. Dr. Moriz Karman, Dr. Julius Klein. (Wir nehmen wiederholt Anlaß, darauf aufmerksam zu machen, daß die Gesellschaft nur dann Erfolge erzielen wird, wenn sie sich auf den echt jüdischen Standpunkt stellt. Red.) Kauitz (Ungarn), im Dezember. Herr Dr. H. Fiesch, Schüler des Rabbtnersemtnars in Berlin, wurde einstimmig zum Rabbiner unserer Gemeinde gewählt. Rußland. Petersburg. 23 Dez. Ueber die Einweihung der Synagoge in Petersburg, die am vorigen Mittwoch, mit entsprechender Feierlichkeit und in Gegenwart eines sehr zahlreichen Publicums stattsand, schreibt der „Pet. Herold": Unter den Anwesenden befanden sich: Der Stadthauptmann, Generallieutenant v. Wahl, das Stadthaupt von Petersburg, Wirklicher Gcheimrath W. A. Rutkow-Roshnow, die Generale Mordwtnow und Bestushew-Rjumin, Letbmedicus, Geheimrath I. W. Bertenson und noch vtele Andere; auch zahlreiche Vertreter der höheren Beamtensphären, der Armee, der vornehmen Gesellschaft, die Repräsentanten der Presse; zahlreiche Damen in eleganten Toiletten füllten die den inneren Raum des Tempels umgebende Gallerie. Die Synagoge ist ein streng in maurischem Stil gehaltenes Gebäude, dessen Inneres durch seine puritanische Einfachheit frapptrt. Nur der Schrein, in welchem die auf Pergament geschriebene, in kostbaren Hüllen befindttche heilige Schrift aufbewahrt wird, ist reich mit Goldverzterung versehen, vor diesem Schrein brennt eine ewige Lampe. Nachdem der Chor unter der Leitung des Cantors einige Hymnen und Psalmen executirt und durch Umgehung der Procession mit den Gesetzesrollen die Räumlichkeiten eingewetht worden waren, hielt der Oberrabbtner Dr. Drabkin eine Rede, in welcher er den Segen herabflehte, auf Kaiser und Reich und auf das ganze russische Volk und die jüdische Gemeinde und alle Diejenigen, welche zur Errichtung deS Gotteshauses beigetragen. Nach diesem wurde das feierliche Gebet für den Kaiser, die Kaiserin, den Thronfolger und das gesammte Kaiserhaus unter Begleitung des Chors celebrtrt. Darauf fand eine feierliche Todtenfeier für den hochseligen Kaiser Alexander Nikolajewitsch statt, die sehr ergreifend war und alle Anwesenden tief rührte. Die Feier schloß mit einer langen Rede des Dr. Drabkin, der die Geschichte des Synagogenbaues, der mehr als ein Vterteljahrhundert gedauert, auseinandersetzte und schließlich den Wunsch einer freudigen Zukunft aussprach und die Hoffnung, daß die jetzt den Horizont umdüsternden Wolken sich zerstreuen würden. Die erhebende Feier schloß mit dem Absingen einer Jubel- und Dankhymne. vermischtes. Mainz, 1. Januar. Den vergangenen na» hielt sich in unserer Stadt der durch seine 7 adt'Unterzeichneten Correspondenzen in hebräischen Zeitungen in wetten Kreisen bekannte Gelehrte, Herr Isidore Goldblum aus Paris, auf. Derselbe ist Copist an der Bibliothöque Nationale in Paris und arbeitet seit mehr als sieben Jahre für iSrael. Gelehrte in Frankreich, Deutschland und Oesterreich. Er hat bereits viele werthvolle Manuskripte veröffentlicht, unter andern das r>"7 poo »m? Q’nt ibd mit vielen Randbemerkungen von ihm. 1888 war er neun Monate im päpstlichen Archive in Rom, wo er das '"P "D’KnKM “®D„ riNJJ-pN HJV edirte, welches von dem bekannten Literatur- Verein D’DTtf ’S’pD zum Abdrucke gelangte. Herr Goldblum war zuletzt zwei Monate in der Akademischen Bibliothek in Leyden beschäftigt und reist nunmehr nach München und Rom, um dort auf den Bibliothken seine wissenschaftlichen Arbeiten fortzusetzen. Alle jüdischen Gelehrten in Paris, insbesondere der Grand Rabbin Zadok Kahn stehen ihm zur Erreichung seines Zieles hilfreich zur Seite. Eine vom Hamburger Senat nach Spaudau entsandte Kommission nahm unter Führung von Vertretern des ReichS- GesundheitS-AmieS und der Staats-Eisenbahn-Verwaltung die für die Zwecke des Transportes jüdisch-russischer Auswanderer in Ruhleben bei Spandau errichteten Baracken und Desinfektions'Anlagen in Augenschein. Die Besichtigung dürfte mit der beabsichtigen Aufhebung der Sperre Hamburgs gegen den Durchzug russischer Auswanderung in Verbindung stehen. Am 20. v. MtS. fand die erste Sitzung der Rabbiner- Kommission in Petersburg statt. Letztere besteht aus folgenden sieben Mitgliedern: Rabbiner Rabinowitz-Wilna, Rabbiner Mohilewer-Bialystock, Rabbiner Hillel Melikowski- MetiSlaw (Gouv. Mohilew , Rabbiner Kottlowker- Kischinew, Rechtsanwalt Barraz-Kiew, Simchowitz-Minsk und Gottesmann, Shitomir. Zum Vorsitzenden wurde Herr Rabbiner Rabinowitz vom Minister ernannt. Derselbe eroffnete die erste der Sitzungen, welche im Ministerium stattfinden mit einer russischer Ansprache. Welche Fragen der Rabbiner- Kommission zur Besprechung der Verhandlung vorgelegt wurden, ist noch nicht bekannt. Der Chef der Firma Josef Leja, Herr Simon Sachs in Stockholm, ein geborener Deutscher, ist zum türkischen Generalkonsul ernannt worden. Feuilleton. Am Mahne des Glücks. Erzählung aus der Gegenwart. (1. Fortsetzung.) Der Professor blteb allein in dem Atelier zurück. Aus der Tasche nahm er eine wissenschaftliche Broschüre, in die er sich eben vertiefen wollte, als rauschende Musik das Nahen des Festzuges verkündete. Es war in der That eine Augenweide, diese mit künstlerischem Geschmacke geordneten Gruppen. Und doch schaute der Professor nur mit