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Der Israelit · 1893-12-28 · Heft 102-103 (28.12.1893) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 102-103 (28.12.1893)
Date
1893-12-28
Page
– (sequence 10)
Language
German
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1940 ward, thätig mitzuwirken durch das nuom, das er in seinen Zuhörern hervorzurufen verstand. Den Bedürftigen stand sein HauS offen; für Jeden, den er würdig fand, hatte er eine offene Hand. Seine Feder war stets bereit Hilfesuchende Andern zu empfehlen; seine Zeit achtete er nicht, wenn es galt, persönlich um Beistand für sie anzuklopfen. Wir übertreiben nicht, wenn wir ausrufen -i» ovn Israel hat einen großen Mann verloren; einen großen Mann auf dem Gebiete der D'-ian mVoai muj/1 rvrn, einer» Mann, dessen Hingang betrauert wird von allen edeldenkenden Jehudim. Einen mächtigen Eindruck machte, wie das „Israelitische Nieuw Weekblad" berichtet, das Letchenbegängniß, welches vergangenen Montag, um 11 Uhr stattfand. Eine unabiehbare Menschenmenge bewegte sich in musterhafter Ordnung durch die Straßen Haag's. Kirchenrath und Synagogenvorstand, die Vorstände und Direktoren der Schulen und Wohlthätigkeitsanstalten rc. betheiligten sich an dem Zuge, ebenso die Herren sOberrabbtner Dr. S. H. Dünner, Dr. Bernhard Löb Ritter, Dr. Tal, Dr. Wagenaar und das Beth-Din der portugiesischen israelitischen Gemeinde zu Amsterdam, sowie die Vorstände und Kultusbeamten noch vieler anderer Gemeinden und eine große Reihe der angesehensten Mitglieder des Haag'schen Judenthums. Voran schritten die Schulkinder, die Kinder der Armenschule und des Waisenhauses, ebenso die Pfleglinge des Altmännerhauses; nach dem pna gingen die Familienmitglieder, die Geistlichkeit und die Korporationen rc. Zuerst ward die Leiche nach der Synagoge getragen, auf den Vorplatz derselben niedergesetzt, worauf die Rabbinen eine nepn um die geöffnete Synagoge, in der alle Flammen brannten, veranstalteten. Nachdem das na wieder auf die Tragbahre gesetzt war, wurde unter Leitung des Herrn Obervorfängers oyi \ti rezitirt, darauf ward die Leiche in den Leichenwagen gehoben, dem die Leidtragenden nach dem o'th rva zu Fuß folgten. Dort wurden wieder 7 Umzüge unter Leitung des Herrn Obervorsängers gemacht, wonach unter den üblichen Eeremonien die sterblichen Ueberreste des theuern Dahingeschiedenen dem Schooße der Erde anvertraut wurden. Auf ausdrücklichen Wunsch des Entschlafenen durfte kein abgehalten werden, wie wohl gerne Mancher Worte der Liebe dem Gedächtniß des großen Tobten geweiht hätte. Die Menge blieb ehrerbietig auf dem Wege, den das na passiren mußte, stehen; die Läden in den betreffenden Straßen und Plätzen waren während des Zuges geschloffen; von Seiten der Polizei waren zur Aufrechterhaltung der Ordnung alle Vorsichtsmaßregeln getroffen worden. jv3"sun Die interimistische Verwaltung des Oberrabbinats ist dem benachbarten Rotterdamer Oberrab Girier Dr. B. Ritter übertragen. Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen. Deutschland. Berlin. (Die Feier des 150 jährigen Bestehens der Beth-Hamtdrasch-Gcsellschaft. Schluß.) Nach der Rede des Herrn Rabbiner S. Cohn gab Herr Rabbiner Biberfeld ein Bild der geschichtlichen Entwickelung des Berh Hamidrasch. Die ersten Anfänge reichten eigentlich bis in das 17. Jahrhundert hinauf. Gegen Ende desselben wurde ein Privat-Beth- Hamidrasch gegründet, an welchem R. Michael Chatzid und R. Aron b. Benjamin Wolf gen. Arndt wirkten. Doch dieses Lehrhaus konnte sich unter der Ungunst der Zetten nicht erhalten. Erst nach dem Amtsantritte des R. David Fraenkel (1743), zu dessen Schülern auch Moses Mendelssohn zählte, bildete sich ein Eomitee zur Errichtung und Erhaltung eines Beth Hamidrasch, dessen Aufführung die Aelteften der Gemeinde auf einem Gemeinde-Grundstücke gestatteten. Der Bau begann i. I. 1744 und wurde 1746 vollendet. Das Institut sollte nach Uebereinkommen mit dem Aeltesten-Collegkum für ewige Zeiten selbstständig verwaltet werden. Das einzige Statut wurde durch eine Feuersbrunst vernichtet und im I. 1768 durch ein neues, von Mendelssohn redigirtes und dessen Unterschrift tragendes ersetzt, dessen § 9 eindringlichst die Nächstenliebe, das Unterstützen der verschämten Armen, das Besuchen der Kranken rc. empfiehlt. Die bedeutsamste Stellung an dem V'-iorD nahmen die für dasselbe berufenen Rabbiner ein. Ein noch erhaltenes Anstellungsdekret von 17«6 präcisirt die Funktionen eines solchen. Wir heben hervor: § 2. Der Unterricht soll sich auf das Gebiet des Talmud und der casutstischen Literatur beschränken; § 6. der Rabbiner erhält freie Wohnung und wöchentlich 3 Thaler Gehalt. Zu den Beth Hamidrasch Rabbinen gehörten: 1. HerzPiia (1733) Rabbinatsmitglied in Berlin. 2. Joel Sachs aus Groß-Glogau (1743) zugleich Dajan der Gemeinde. 3. Jtrtmijah Hirsch aus Halberftadt (1743) gleichfalls Gemeinde-Dajan. 4. Gerson Unger (1764), gleichfalls Rabbinats-Assesior. 5. Sanviel Neugaß aus Frankfurt a. M. (1762), Assessor des Meßgerichts zu Frankfurt a. O. und zugleich Dajan der Berliner Gemeinde. 6. Löb Fernbach, früher in Fürth (1770), später Rabbiner in Heidingsfeld. 7. Meyer Simon Weyl, seit dem Jahre 1809 Vice- Oberlandesrabbiner. 8. Schemajah Landsberg (1778), gleichfalls Rabbinats Assessor der Gemeinde. 9. Elchonon Rosen st ein (1826). 10. Michael

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