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Der Israelit · 1893-12-21 · Heft 101 (21.12.1893) · page 23

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Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 101 (21.12.1893)
Date
1893-12-21
Page
– (sequence 23)
Language
German
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Die Zahtwörter INS und NNS sind beide jt6ö, entgegen der feststehenden Regel, dass Worte mit 2 nn£ am Ende immer byhü sind. Bei nnx ist der Grund wahrscheinlich, weil dasselbe aus rnn» durch Verschmelzung des n mit n3) entstanden ist, die beiden Silben also in die eine nn verschmolzen sind, und demgemäss ihr Tonzeichen auch darauf übertragen wird. Bei nns ist es vielleicht deshalb, weil das Grundwort nn ist,4) das x daher nur vorgesetzt ist und deshalb kein Tonzeichen erhält. Beweis dafür ist, dass es im Chaldäischen wirklich nn oder «nn heisst. Literarische Moiiz. Bazar 1890. Nr. 47: „Lessings Werke" gesammelt in 6 Bänden. Neu durchgesehen von Franz Muncker. Mit Einleitungen von Karl Goedeke, Stuttgart, G. I. Göschen'sche Verlazshandlung. Eine sorgfältig durchgesehene Ausgabe, solid ausgestattet und sehr billig. Bei dem Dank und der Verehrung, die unter allen anderen Deutschen, besonders wir Juden dem großen Kämpfer für Wahrheit, Freiheit und Recht schulden, sollten Lessings Werke keinem jüdischen Hause mangeln. Wir können die vorliegende Ausgabe besonders empfthlen. Mus Sksdk uni» L'nnd. Stolp. Der Verein israelitischer Lehrer und Kultusbeamter des Regierungsbezirks Cöslin hielt am 9. und 10. d. M. im Wallhause hier seine diesjährige Generalversammlung unter Vorsitz des Herrn Rabbiner Dr. Hahn ab. Der noch junge Verein, welcher die Hebung des israelitischen Schulwesens und des Israel. Beamtenstandes bezweckt, zählt gegenwärtig 26 Beamte und 6 Synagogen-Gemeinden aus unserem Regierungsbezirke zu seinen ordentlichen Mitgliedern. Zu der Versammlung erschienen fast sämmtliche Mitglieder und Delegirte der beigetretenen Synagogen - Gemeinden. Nach Begrüßung und Berichterstattung seitens des Vorsitzenden und verschiedenen Begrüßungs-Ansprachen wurde in die reichhaltige Tagesordnung eingetreten, von welcher besonders ein von Dr. Goldfchmidt gehaltener Vortrag „über den hebräischen Unterricht in der jüdischen Religionsschule" sowie eine von Herrn Bauer obgehaltene Lehrprobe über das Thema: „Liebe Deinen Nächsten 3) Wie Sam. I. 4, 19 71*?^ für ft'jbb, Kön. I. 1, 15 für J) Dies Wort kommt einmal Tor Ez. 33, 30. wie Dich selbst", hervorzuheben sind. Gleichzeitig tagte hier die vom Verein zur Regelung des Verhältnisses zwischen Gemeinde und Beamten eingesetzte Kommission. Die sich daran und an den sonstigen Verhandlungen knüpfenden Diskusstonen währten noch bis Montag Nachmittag. Der bisherige Vorstand wurde wiedergewählt und als nächster Versammlungsort Neustettin bestimmt. Prag. Die hiesige Talmud Thora-Schule, welche sich Fortbildung in Religion und in den hebräischen Lehrdisciplinen zur Aufgabe macht, tritt mit dem heurigen Schuljahre in das 38. Jahre ihres Bestandes, hat somit ihre Nothwendigkeit und ihre Existenzberechtigung erbracht. Die zahlreichen, nach Tausenden zählenden Schüler, von denen jetzt viele tu sehr angesehenen Lebensstellungen stehen, bewahren der Anstalt und deren noch lebenden und bereits verstorbenen Lehrern ein vorzügliches Andenken, ganz besonders dem noch in voller Rüstigkeit wirkenden Senior der Anstalt, Herrn B. Donat, diesem pflichttreuen, beliebten und tüchtigen Lehrer. Groß sind die Opfer, welche die Cultusgemeinde-Repräsentanz für die Erhaltung dieser Anstalt bringt, und auch an Fürsorge fehlt es seitens derselben nicht. Beweis hiefür liefert die Thatsache, daß die seit einer Reihe von Jahren geplante Verlegung der Anstalt aus den unzulänglichen, nicht gut sttuirt gewesenen Räumen in der Josefstadt im Schuljahre 1892—93 zur That geworden ist. Die Schule befindet sich jetzt in der Langengasse, Nr. 25 neu, besteht aus einer achtclasstgen Knaben- und aus einer vierclassigen Mädchenabtheilung. Jede Knabenclasse erhält je einen fünfstündigen wöchentlichen Unterricht im Hebräischen, so daß es jedem fleißig besuchenden, ernsten Schüler möglich ist, sich ein gründliches hebräisches Wissen von den ersten Anfängen an bis zur Kenntniß der Mischna und des Talmud anzueignen. Die Scbulräume entsprechen nunmehr allen hygienischen Anforderungen, sind behördlicherseits als solche anerkannt worden, wie ja überhaupt die Schule selbst fchulbehördlich genehmigt ist und der Jnspcction des Herrn Oberrabbiners untersteht, der durch seine von Zeit zu Zeit vorgenommenen Visitationen ein warmes Interesse für das Prosperiren der Anstalt bekundet. Die Talmud Thora-Schule ist nunmehr eine Anstalt, die ganz auf der Höhe der Zeit steht, an der wie an einer jeder anderen Schule Disciplin, Zucht, Ordnung und Wohlanständigkeit herrscht und woselbst der Unterricht in streng pädagogischer und methodischer Weise durch gewissenhafte, tüchtige und geschulte Lehrkräfte ertheilt wird. Es muß einfür allemal dem Vorurtheil mancher Leute begegnet werden, daß an dieser Anstalt Disciplinlosigkett und Ungezogenheit herrschen. Die berufenen Factoren

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