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Der Israelit · 1893-12-18 · Heft 100 (18.12.1893) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 100 (18.12.1893)
Date
1893-12-18
Page
– (sequence 11)
Language
German
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1901 noch ist. nachdem das Schweizervolk die Betäubung sämmllicher Schlachtthiere vor dem Blutentzug gutgeheißen hat. *) — Zur Zeit ist die Schweiz der; einzige Staat der Welt, der das Schächten nicht nur duldet, sondern es als gottesdienstliche Handlung anerkennt und es als solche verfassungsmäßig schützt. | Eine solche staatliche Anerkennung; des Schachtens zu erlangen, müßte das klar vorgesteckte Ziel aller derjenigen sein, die für diese unsere gefährdete Institution in die Schranken treten. Das ist aber nur durch eine Begründung des Schächtens zu erreichen, die sich rückhaltlos auf den Boden lunscrcr jBekenntnißschriften, auf Bibel und Talmud, stellt. Dazu mutz man allerdings auf dem Boden des historischen Judenthums, auf Bibel und Talmud in Wirklichkeit stehen, oder sich darauf ftellm, wenn es in Lehre und Leben bislang nicht geschehen ist. Hätte das die Agitation gegen das Schächten zur Folge, so brauchten wir ihrem Ausgang nicht bangend entgegen zu sehen. Wie er sich auch gestalten möge, er wäre mit unsäglichem Gewinn für uns verbunden. Literarische Motiz. Lichtstrahlen aus den Reden Dr. Adolf Jellineks Gesammelt und geordnet von De. Adolf Kurrein. Mit Dr. Jellinek's Porträt und Focsimile. Wien 1891. Verlag von Bermaun u. Altmanu. Eleg. geh. fl. 1.80. Es ist jedenfalls ein dankcnswerthes Unternehmen, aus den nur für einen engen Kreis bestimm' ten und nur einem solchen Kreis zugänglichen Kanzelreden eines anerkannten Predigers alle Stellen von allgemeinem Werthe und m hr als gelegentlicher Bedeutung zu sammeln, um so das Wort und damit den Geist des Redners auch weiteren Kreisen zugänglich zu machen. Der humane Sinn des Wiener Predigers ist zu bekannt, um dem vorliegenden Buche nach dieser Richtung erst eine besondere Empfehlung zu ertheilen. Wir können nur hinzufügen, daß wir dem Buche mit seiner allgemeinen menschlichen Tendenz nur recht viele nichtjüdische Leser wünschen. *) Für Petitionen und sonstige Erörterungen zu Gunsten; der Schechita enthält diese, 28 Druckseiten umfassende Beschluß sehr schätzbares amtliches Material; unter anderem authentische Angaben, wie in sämmtlichen Staaten die Schächtfrage behandelt wird. — Ich besitze noch eine Anzahl Exemplare j dieses BundesrathsbeschlusseS und bin gern bereit, sie Jnteressenken für diesen Zweck abzugeben. Zeitungsnachrichten «ud Gorrespondenze» Deutschland. Ansbach, 12. Dezember. (Beerdigungsfeier des Distriktsrabbtners Grünbaum.) Selten noch dürfte in hiesiger Stadt einem Manne das ehrende Geleite zum Grabe zu Theil geworden sein, wie der Leiche des Herrn Distriktsrabbtners Aron Bür Grünbanm. Nach Hunderten zählten die Bürger hiesiger Stadt, die auf diese Weise ihre Pietät für den Entschlafenen zu erkennen gab-n. Kein Unterschied in der Konfession hielt den Schmerz um den Todten zurück; die protestantische wie die katholische Geistlichkeit sah man an dem Sarge des Ehrenmannes, von dem man in Wahrheit sagen konnte: er hatte keinen Feind. Auch die Siadtgemeinde, Magistrat wie Kollegium, schlossen sich dem langen, langen Trauerzuge an. Am Grabe angekommen, hielt Herr Rabbiner Dr. Neuburger von Fürth die Leichenrede und gab in von Herzen kommenden und zu Herzen gehenden Worten ein Bild von dem edlen Wirken des Dahtngefchiedenen als Seelsorger und von der Bescheidenheit und Menschenfreundlichkeit, die ihn als Menschen zierte. Herr Rabb. Dr. Bamberger von Würzburg drückte im Namen der übrigen Rabbiner Bayerns dem Verblichenen seinen Dank für das kollegiale Wirken und die erwiesene kollegiale Freundschaft aus. Nach ihm ergriff der Vorstand der hiesigen israelitischen Kultusgemeinde Herr Kaufmann Selling das Wort, als Kultusvorstand, um als Vertreter der Distriklsge- Mkinde dem theuren Heimgegangenen für die große väterliche Lcebe und Fürsorge, welche er seiner hiesigen, wie der Drstricts - Gemeinde während seines 52jährigcn ersprießlichen Wirkens zu Theil hat weiden lassen, in warmen Worten zu danken. Herrn Sellmg folgte Herr Rechtsanwalt Jnstizrath Josephthal, der in meisterhafter Rede verschiedener freudiger und rrauriger Episoden aus dem Leben des verstorbenen Herrn Rabbiners gedachte und am Schluffe als einer der ältesten Schüler im Namen der früheren Schüler des Heimgegangenen diesem für den von ihm in ihre jungen Heizen gelegten guten Samen wärmsten Nachruf widmete. Zum Schluß folgten noch als weitere Redner der II. Kultusvorftand von Gunzenhausen, Herr Blumenthal, in welcher Stadt Grünbaums Wiege stand, und ein Lehrer aus dem Districte, Möge dem Manne, der als Seelsorger wie als Bürger sich unsere höchste Achtung errang, die Erde leicht, und sein Andenken sein gesegnetes sein! Oester.- U n g ar. Monarchie. Wien. (Audienz des Curatoriums der Wiener israelitischen theologischen Lehranstalt.) Mit

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