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Der Israelit · 1893-12-11 · Heft 98 (11.12.1893) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 98 (11.12.1893)
Date
1893-12-11
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Das war einem Tyeile der christlichen Bevölkerung, obwohl man in oen oberschlesischen Städten mit den Juden sehr zart umzugehen pflegt, denn doch zu viel, und es wurde eine Petition an die Regierung um Versagung der Bestätigung Fischer's gerichtet. Diese hat auch den gewünschten Erfolg gehabt." Das ist ja merkwürdig. Oester.-Ungar. Monarchie. Wien. (Jüdische Minister.) In Frankreich wurden die Abgeordneten Raynal zum Minister des Innern und Bürde au zum Finanzminister ernannt. Unter der dritten Republik war, so viel wir wissen, noch kein Jude Minister,*) dagegen haben allerdings Personen jüdischer Herkunft Ministerstellen bekleidet. AuchGambetta war. so will Herr Anatole Leroy-B eauli e u aus dessen eigenen Munde wissen, der Enkel eines Juden. Unter dem zweiten Kaiserreich war Achtlle F oul d. ebenfalls ein Jude, Finanzminifter und später Staatsminister. Der erste Jude, der in Europa Minister war, dürfte Doctor G odefro y gewesen sein, der in den Niederlanden Justizminister war; in Italien war im Cabinet Rudini Commendatore L u z z a t t i, ebenfalls ein Jude, Schatzminister. Aus Anlaß der Ernennung des Herrn Raynal erinnert man sich unwillkürlich daran, daß die vollständige Gleichberechtigung der Juden in Frankreich unter dem Ministerium Casimir Porter, dem Großvater des jetzigen Premiers, 1832 decrettrt wurde. Die l79l von der National-Versammlung decretirte Gleichberechtigung war von Napoleon 1810 und 1811 sehr empfindlich eingeschränkt worden. und erst die Regierung Louis-Philipps, beziehungsweise das Ministerium Casimir Porter I. brachte den Juden definitiv die Gleichberechtigung. Im Großherzogthum Baden war Herr E llstä d t e r viele Jahre Finanzminifter. Wien, 8. Dezember. Unsere Chanukkafreude ist durch das Dahinscheiden unsres unvergeßlichen Leiters und Führers S a l o m on Sp i tz e r p'i des ton»* 222 venei jäh unterbrochen worden. Einem mehrjährigen, asthmatischen Leiden ist der hochverehrte und vielgeliebte Mann im Alter von v9 Jahren unerwartet schnell erlegen. Die Bestürzung und aufrichtige Trauer, die hier in allen jüdischen Kreisen herrscht, ist kaum zu beschreiben. Für das Ansehen, das Rabbiner Spitzer ^allgemein genoß, ist es bezeichnend, daß die Oberrabbiner der Cultusgemeinde, die Herren DDr. Güdemann und Jelltnck in warmen Nachrufen in der „Oesterr. Wochenschrift" und der „Neuzeit" der hohen Bedeutung des Dahingeschicdenen gerecht zu *) Der Corresp. ist im Jrrthum; Crömieux gehörte dem ersten republikanischen Ministerium an und auch in der zweiten Republik war er Justizminister gewesen. Ebenso war der jetzige Minister des Innern, Raynal, bereits früher Bautenminister. Red. werden suchen. Der Dahtngeschiedene, dem es durch seine Leiden versagt war, den langgehegten Herzenswunsch zur Ausführung zu bringen, den Rest seiner Jahre in Palästina zu verleben, hatte den Wunsch ausgesprochen, in der altehrwürdigen Gemeinde Preßburg ein Grab zu finden. Diesem letzten Willen wurde selbstverständlich entsprochen. Imposant und überraschend war die Thetluahme aller Parteien an dem Leichenbegängnisse in Wien. Vor einer Menge, die nach vielen Tausenden zählte, hielten, von lautem Schluchzen oft unterbrochen, der Schwiegersohn des Dahingeschiedenen, Rabbiner I. B. Cohn und Oberrabbiner Kuttner "r von Eisenstadt, tiefempfundene Trauerreden. Fast endlos war der Zug, der dem Sarge, welcher zu Wagen nach Preßburg geführt wurde, das Geleite durch die Straßen Wiens gab. Auf dem Wege, den der Trauerzug passtrte, waren Straßenlaternen angezündet. Die zahlreichen Trauernden, welche der Beerdigung beiwohnen wollten, fuhren in einem von der Bahndirection zur Verfügung gestellten langen Sonderzug nach Preßburg. Nach ihrer Ankunft dort, gingen sie im Verein mit der Preßburger jüdischen Bevölkerung dem Leichenwagen dis an die Gemarknng der Stadt entgegen. Während des Begräbnisses blieben die Läden derPretzburger Judengasse geschlossen. Auf dem Friedhöfe wurden nach altjüdtscher Sitte herzzerreißende gehalten. Den Inhalt dieser zum Theil hochbedeutenden Reden werde ich in einem nächsten Berichte zu sktzztren versuchen. Frankreich. Paris. Alphonse Lippmann, Gouverneur im Congo Gebiete, starb in Libreville im Alter von 42 Jahren. Er war ein Glaubensgenosse von uns und stand seit dem Jahre 1877 im Dienste der französischen Eolonial-Regierung. Schweiz. Zürich, 5. Dezember. Im heutigen „Tagblatt" schrelbt der Verein „Philharmonie", derselbe, aus dem unser Synagogen Chor sich rekrutirt und in dem öfters religiöse Vorträge gehalten werden, eine Chanukka bäum-Feier im Hotel-Central aus. — Die Züricher zerbrechen sich den Kopf darüber, was das eigentlich ist, „ein Ehanulkabaum, und wundern sich, daß man das Kind nicht bei seinem guten, deutschen Namen einen Weihnachtsbaum nennt. — Einen Purimbaum kennen wir aus dem Buch Esther, es ist derselbe, in den das Alhannissim-Gebet für Purim ausklingt, aber eia Chanukkabaum? Ein Ableger vom Baum der Elkenntniß ist er jedenfalls nicht. Mir fiel dabei ein Bonmot ein, das mir ein jüdischer Lehrer erzählte. Den frngen seine Schüler, ob sie auch ein Chanukkabäumchen anzünden

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