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Der Israelit · 1893-12-07 · Heft 97 (7.12.1893) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 97 (7.12.1893)
Date
1893-12-07
Page
– (sequence 5)
Language
German
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1839 lammet festgellt worden sei, daß beschränkte und heißblütige Menschen wahrscheinlich durch den Artikel zu Gewaltthätigkeiten sich Hinreißen lassen könnten und daß der Angeklagte sich dessen auch bewußt gewesen sein mußte, so verwarf am 23. November das Reichsgericht die Revision als unbegründet. Frankreich. Paris. Der Minister des Innern, R a y n a l, im neuen franz. Ministerium ist Israelit. England. W. 8. Portsea. Am vorigen Donnerstag wurde unser Glaubensgenosse Herr A. L. E m a nuel in sein Amt als Bürgermeister der Stadt Portsmouth installirt. Unter den bei dieser Gelegenheit in dem Stadthauie gehaltenen Reden ist die des Commandanten B a m b er (Christ) besonders bemerkenswerth. Er sagte, es sei eine interessante Thaisache, daß das gewählte Stadtoberhaupt dem jüdischen Stamme angehöre. Er bediene sich dieses Ausdruckes in dem erhabensten Sinne des Wortes; denn die Anwesenden erinnern sich sowohl des Textes: „Zehn Männer von allen Sprachen der Nationen werden den Zipfel des Kleides eines Juden ergreifen und sprechen: Wir wollen mit Euch gehen, denn wir haben gehört, Gott ist mit Euch." Er denke, es sei sehr bemerkenswerth, daß in diesen Tagen antisemitischer Aufhetzung wir in England glücklicher Weise frei davon sind und die höchsten Staatsämter und Würden sind offen für die Angehörigen des alten Gottesvolkes. Mit bedecttem Haupte legte hierauf der Bürgermeister den üblichen Eid ab und Unterzeichnete die Erklärung der Anhänglichkeit an Thron, Stadt und Vaterland. Herr Oberrabbiner Dr. Hermann Adler '"j hielt Anfangs dieses Monats, auf Einladung des Sanitätsvereins der Kirche Englands, einen Vortrag über Gesundheitslehre nach mosaischem Gesetze (8anitation as tougcht by the Mosaic Law) und erntete solchen allgemeinen Beifall seitens der großen und auserwählten Zuhörerschaft, daß der Ehrensekretär des Vereins in dem dicswöchentlichen „Jewish Chronicle" die folgenden Worte an das Blatt richtet: „Mein Herr! Ich habe mit großer Befriedigung gelesen, was Ihr Blatt über den Vortrag des Chief Rabbi berichtet. Ich kann Sie versichern, daß es dem Verein großes Vergnügen bereitete, die Ehre zu haben, den ehrwürdigen Herrn Oberrabbi zu begrüßen. Die Mitglieder würden es sehr gerne sehen, daß dieser Vortrag von jedem Geistlichen in England gelesen werde und bitten daher um Geldbeiträge zur Ausführung dieses Wunsches. — Die Gesellschaft hat keine Mittel, um die Kosten selbst zu tragen. Die Zahl der Geistlichen der englischen Kirche ist über 26,000 Personen. Die Kosten würden sich auf nahezu 100 Livres Sterling (2000 Mark) belaufen; doch im Interesse der öffentlichen Gesundheit und der Wohlfahrt der Thiere wäre diese Summe wohl angewendet. — Es soll mich sehr freuen Näheres hierüber zu erfahren. Vicartat in Aork, 22. Nov. 1893. F. Laurence, Ehrensecretär. Diese erwähnte Abhandlung umfaßte folgende Gegenstände: den Sabbat, persönliche Reinlichkeit, russische Charakteristik, öffentliche Gesundheit (Hygiene), ansteckende Krankheiten, gesunde Wohnungen, das Land und das Volk, dietätische Gesetze und Regeln, „Schechita". Rücksicht für Thiere, „der Mensch ist, was er ißt", Vorsicht in der Handhabung der Schechita, die Competenz der Schächter, Schechita unterstützt und bevorwortet von wissenschaftlichen Männern, das „Werfen" der Thiere,' die Prüfung und (innere) Untersuchung derselben, nach dem Schlachten. Krankheiten, herbeigebracht durch ungesundes Fleisch (Lutellors Meat) und schließlich, „ein gesunder Geist und ein gesunder Körper." Der ganze Vortrag war ein wahrer „Kiddusch Haschem." — Zwei Professoren an der Universität zu Cambridge, Professoren der Anatomie und der Physiologie, DDr. Macallister und Förster richteten Jeder ein Schreiben an den Herrn Dr. Adler, Cyief-Rabbr, erklärend, daß das den Juden vorgeschriebene „Schächten" die beste und schmerzloseste Art der Tödtung der Thiere sei. und zwar aus physiologischen und hygienischen Rücksichten. — Vorigen Donnerstag verschied in London der rühmlichst bekannte Herr Med. D. Henry Behrend plötzlich im Alter von 65 Jahren, ein wegen seiner Gelehrsamkeit und Bescheidenheit in allen Kreisen sehr geachteter Mann. Er war durch viele Jahre Präsident des jüdischen Hospitals und Waisenhauses (Jew’s Hospital and Orphan Asylum.) Ich werde mir erlauben gelegenheitltch Näheres über diesen Mann zu berichten. Herr Rev. A. L öwy aus London erhielt von der Universität zu Edinburgh (Schottland) das Ehrendiplom als Doktor der Rechte. Asien. Jaffa. Die Talmud-Thoraschule und Jeschibat Schaare Thora dahier ist seit ihrer Gründung vor sieben Jahren zu einer wahren Wohlthat für unsere Gemeinde geworden, sie verbreitet unter der Jugend das Thorastudium und hat hierin bereits großen Segen gestiftet; sie verfügt jedoch nicht über genügende materielle Mittel. Die Schule verdient es, daß auch sie von auswärtigen wohlthätigen Brüdern und Schwestern unterstützt werde.

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