Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 34 (1893)
- Issue
- Heft 95 (30.11.1893)
- Date
- 1893-11-30
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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selbe in ihre Fleischläden erhalten. Nicht allein ist jedem orthodoxen Juoen ein solches Fleisch zum Genüsse verooten, sonvern er darf auch nicht das mindeste Vertrauen in Ängetegenheit des nnao in solche Personen setzen, unter deren Leitung und Aufsicht solches Fleisch geliefert wird." — Hierauf erfolgte in vereng World vom 9. September 1892 eme Erklärung des Mr.^van Thal, „daß.die Behauptung des Mr. Herz, koscher.Fleisch werde^mit^kochenoemnWaffec gewaschen und dann mit Ireife Fett geschmiert, falsch sei." jDie Jewish Ghrouicle vom 16. September brachte dieielbe Erklärung. von Mr. van Thal, jeooch^.diesesmal im Aufträge des Beth Dm. — In beiden jüdischen Zeitungen vom 16. Septemoer erfolgte darauf die kurze^Antwort oes Mr. Herz, daß es gegen seine Ehre verstoßen würde, sich nur Mr. van Thal in bekannter Angelegenheit näher^einzutasseo; Ichlage aber nunmehr vor, daß sich ein Lomitö von un-- paneiiffyen Männern bilden möge, welchem er vewerien werde, daß seine sämmtliche Behauptungen gerecht uiu vea Lyarsachen vollkommen entsprechen. — Höchst tNtecessaal und ein grelles Streiflicht auf obige Vorgänge werseno c,i üle weitere Thatsache, daß unter demjelven Dalum, dcu 16. September 1892, an welchem Air. van Lyal uu Au>- trage des Beth Din die Angaben des Mr. Herz als f^t,a) erkrarte. von derselben Sette eine Ordre ectaiieu wuco^, datz.koscher Fleisch nicht mehr geschmiert werden our,e. "L-^e,es tfr ui tucteu Umristen oa» rraurlge Blld, wetches zu en.satten^ uns geraoezu ausgezwangen wurve. L)le Mllgttever oec .1 ‘D, wvyt UH|)eitj, vag tx> uugi vrt cyrer wcaepl tregt, an vielen wugen Hu>la,l0en etwas zu andern, wun,u-teu uno t-offlcn itt ,tievtiU)er <srme weulggetis fnr >lch vas zu ve>cpu,seu, was >le ats ge- )Lpespftr<yiige ZeyndlM onrcyans ve0Nt,en. Stiche ewi E^ngiyei oon lyiua versorgt eui «vnoerlittecesse, nnlerztepr slch vwrmeyr aagervrdenttrcpeu Opfern uno ontvet wu pcrvlschem a-curge namenivse Versorgungen. Der Vvrttehkt oer ^armnv- Lpvra-Lraiure, ovgrerrh letztere nichr ore geringste Stupe von ver E>eurerttve yar, cntrreg ans Geyerg oes Herrn a-r.'erarer ernen Leyrer, wert oersetoe sich uu vre Marp,tte Haovns äugesrprosjen. -r)ie Drrly Mrta Eyevra, deren ^cnstoenl Mr. Mvntagne rp, verweigerte eruer armen ÄZvcp..erril, ore mit errrem «oynchen eutvunoeu, vre rpr gevayrenoe llitterstutzung, well |te oie srau eures auachstte Haovas Mrrgtleos l>r u. vgr. mehr. mu ntMe Versorgungen aver ,g,aoe.t uns ,o „Z1“ . Ä . . ayme emrger gcogerer rnssl,7tynu* otel, als dre Hartem ul 0Cll mi|erer $ctr brner, dre sich blrndlrng „.UI. aoano Verfolger gestellt haben. - Die Behar?** Öc8 ner Correspondenten: „Die frömmsten Rabbiner, ' roof)l aus Deutschland als Rußland, hätten die hiesige Schechüa als vorzüglich gepriesen", ist nichts als eine leere Phrase; es wäre sonst interessant zu wiffen, wer diese deutsche und russische Rabbiner sind, die — natürlich nach vorheriger genauer Prüfung der hiesigen Schechita und Bedika — dieselbe als vorzüglich gepriesen haben; deren Gemeinden, konnten sodann Notiz davon nehmen. Ci« Mitglied der Machsike.HaddaS. ZeitrrrrgSrrachrichte» ttttfr Vorrefporrderrze«. Deutschland. Hamburg. Bei dem Kampf, der gegenwärtig allenthalben gegen die Schechita geführt wird, scheint bei der Verteidigung nicht ihr zweiter Akt, die Bedika, überall so betont und ins rechte Licht gesetzt zu werden, wie er es doch in so hohem Grade verdiente. 1,Die Bedika ld. i. die ^Untersuchung der geschachteten Thtere auf Abnormitäten, welche über die religionsgesetzliche Zulässigkeit des Fleischgenusses entscheidet, ist von dem eigentlichen Schächtall unzertrennlich. Ein Schächtverbot macht auch diese innere Untersuchung zwecklos und hebt somit die älteste, und fugen wir nur gleich hinzu, auch öte bewährteste Fleischbeschau aus, die Überhaupt existtn. — Ueber dreien Zusammeahang zwischen «schechita uno Bedrta ist soeben eine sehr teseaswertye Abhandlung tu der englischen Zeuschrtst „Hygiene" von Cytef Rabbi Dr. Ad rer unter dem Titel: „Samiation as Tüaught by the Mosaic Law“ erschienen. Zm Zmeresse der Suche wäre elae.deutsche Ueber«etzung dreser von meler Sachkunde und Bete,entzerr zeugenden,Schrift sehr wünschenswerty. In populärer und etwas derberer Form begegnen wir demselben Gegenstand rn der „Hamourger Zeitung", der wrr hierüber folgendes entnehmen : „Der,Schlachthausbericht vom Monat October giebt wieder einmal ern beredtes Zeugntß von der großen Zahl kranken Brehes, das von unseren biederen Lunotemen, ob bewußt oder unbewußt, sei dahingestellt, zum Consum der Fletscheffer allmonatlich zur Schlachtbank geführt wird „89 Rinder, 9t Schweine, 64 Schafe und 6 Pferde find beanstandet. 1 Kuh, t Schwein, 5 ungeborene Kälber wurden ganz und gar vernichtet oder technisch ausgenutzt, i perlsüchttges, also schwindsüchtiges Rindvieh und 1 Schwein mit Entzündung des Kopfes (am Ende gar die Kopftose?) wie auch ein gelbsüchtiges Borstenthier wurden gut gekocht für geringeren Preis den Leuten verkauft, die sich nicht an der Herkunft stießen. 72 Lungen, 6 t Lebern und noch 30 andere Theile, Alles krank, wurden vernichtet!!! Wo aber in aller Welt ist nun das übrige Fletsch der Thiere denn geblieben, von dem diese kranken Theile herstammen?! Doch wohl für den Verkauf zu dem üblichen Ladenpreis freigegeben?! Wenn aber Fleischkonsumenten eS erführen, das und das Fleischern Schlachterladen stammt von einem Thier, das entweder eine perlsüchtige Lunge oder eine mit Leberegeln besetzte Aber gehabt hat, so bin ich fest überzeugt, es wird wohl kaum Einer davon kaufen, und sich für den Genuß solchen Fleisches bedanken, oder auch,wohl gar ekeln! „Da sind die strenggläubigen Israeliten doch anders daran, durch ihren Schächter würden die 89 Stück Rindvieh und die 64 Schafe, die in unserem Schlachthause nur beanstandet wurden, für trefe, in deutscher Uebersctzung wohl als unbrauchbar für den menschlichen Genuß, erklärt worden sein! Und das ist vom hygienischen, also gesundheitlichen Standpunkte wohl das einzig Richtige. Die Israeliten