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Der Israelit · 1893-11-23 · Heft 93 (23.11.1893) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 93 (23.11.1893)
Date
1893-11-23
Page
– (sequence 2)
Language
German
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1760 nicht für die Ziele seines welthistorischen Berufs geltend machte, wo es von der Geradheit und Redlichkeit abwtch, die sein Name Jeschurun fordert, überall und alle Zeit standen die Hände Esaw's bereit, um jeder Lässigkeit und Ausschreitung sühnend entgegen zu treten. Wo Jakob sich und seinen Gott vergessend, fragen konnte: j'N dn uanpa *n wr,. „Ist Gott wirklich in unserer Mitte, oder ist alles Nichts!" phüy nti da kam und kommt Amalek! Mehr als die 48 Propheten und 7 Prophetinnen, welche Gott in seiner Gnade dem Hause Jakobs gewährte, um es zu seiner Lebenspfltcht zurückzurufen, hat der Moment bewirkt, in welchem König Ahasveros an Haman den Ring und damit die unumschränkte Machlbefugniß übergab mit Israel nach W.llkür zu schalten. Dieselben Zwecke und Ziele, welchen mit Bewußtsein und Absicht die Führer Israels, seine Propheten und Lehrer dienen, fördern absichtslos und unbewußt seine Feinde, die Esaw, Amalek und Haman und wie die jeweiligen Inhaber des Esawschwerts alle heißen. In dem Augenblick, in welchem das dienende, der Willkür seiner Herren preisgegebene Israel unter den Verheerungen des Esawschwertes leidet und blutet, mag diese trostvolle Wahrheit vorübergehend verkannt und zurückgedrängt werden. Daß sie in den gehobenen Momenten, welche zum ewigen Gedächtniß der Rettung Israels aus der Gewalt seines Erbfeindes gestiftet sind, nicht vergessen werde, ist die eigentliche Tendenz ihrer Stiftung. Das dürfte der Sinn, der so oft bemängelten Mahnung der Weisen sein, yT ly tnisa 2"r> otid pn m« p, welche verlangt so voll und ganz in die Purimfreude ein- und aufzugehen bis man keinen Unterschied zwischen dem fluchbeladenen Streben eines Haman und dem Segen kennt, den Mordechai für sein Volk bedeutete. Mitten im Leben und seinen Missren stehend, giebt es keine ausgeprägteren Gegensätze als Haman und Mordechai, mit dem Fluche und mit dem Segen, den sie Israel gebracht haben. Aber wenn uns die Purimfreude dem Leben und seinen Niederungen entrückt und uns auf einen höheren Standpunkt hebt, von welchem wir das eigene Geschick frei und unbefangen überschauen und beurtheilen können, da lösen sich die schneidenden Gegensätze in vollendete Harmonie auf. Niemals vielleicht haben sich Jakob und Esaw als Diener und Herr, der eine in seiner vollständigen Rechtslosigkeit und Schwäche, der andere in seiner vollen Gewalt und Macht einander gegeuübergestanden, als zu Zeiten Mordechai's und Häman's. Man kann sich kaum einen größeren Gegensatz denken, als denjenigen, welchen die damaligen Führer Jakob's und Esaw's, als ihn Mordechai und Haman repräsentirten. Und dennoch strebten beide einem und demselben Ziele entgegen. Wenn der König die ganze Residenz und mit ihnen auch ihre jüdischen Einwohner zur Festtafel ladet, so sind plötzlich Haman und Mordechai einig. Beide wollen dort keine Juden sehen. Allerdings aus ganz verschiedenen Ursachen. Der eine, weil er den Juden die königliche Auszeichnung mißgönnt, der andere weil er vor der Verunlauterung seines Volkes durch den Genuß verbotener Speisen zittert. Mordechai zieht in Sack und Asche durch die Straßen der Stadt, bittet, ermahnt, beschwört sein Volk zur Rückkehr zu Gott und seinem Gesetze und Haman's brutale That gegen das Leben eines großen, unschuldigen Volkes bewirkt diese Rückkehr. Angesichts der Purimfreude, welche daS Factum für alle Zeit verbrieft, wie das Esauschwert der Vervollkommnung Jakob's dient, hört der Gegensatz zwpchen Haman und Mordechai auf. Als Diener fügt sich daher Jakob gern dem herrschenden Bruder unter. Nicht diese Tuenstschaft fürchtet Jakob, denn er weiß, daß sie sem von der Vorsehung bestimmtes Loos, daß sie der Weg ist, auf dem er nnd seine Nachkommen ihre sittliche Vollendung erreichen werden, ja, daß sie das Mittel ist, um selbst das Esawschwert am Ende der Zeiten für die Jakobsstimme zu gewinnen. Was Jakob fürchtet ist ein zweifaches. Erstens, daß Esaw wie Bruder zu Bruder Jakob entgegen treten und die Absicht äußern wird, von nun an brüderlich mit ihm zusammen zu leben. Oder auch, daß Esaw noch unversöhnt den alten Groll nachirägt, mit seinen vierhundert Mann das Esawschwerr gegen ihn zücken und ihn zu beseitigen suchen wird. De tzhalb fürchtet Jakob und dafür ist ihm bange. 'b *ind apy *o”i. Diese Erwägungen pressen ihm den Angstschrei aus: NT ]E> inN NT ’3 wy TD ’HN TD M '^'871 . tna by ok '»m „Rette mich doch von der Hand meines Bruders, von der Hand Esaw's, denn ich fürchte ihn, er möchte kommen, mich schlagen, die Mutter mit den Kindern." In erster Reihe fürchtet er die Bruderschaft, in zweiter Reihe erst Esaw mit seinem eingesessenen Groll. Er persönlich fürchtet von Esaw nur einen materiellen, auf sein körperliches Dasein gerichteten Schlag, für Mutter und Kinder aber fürchtet er jede Schädigung, in jedem Fall, besonders wenn Esaw in brüderlicher Zuneigung sich nähern sollte. Jakob hatte nicht umsonst die prüfungsreiche Schule im Hause Labans durchgemacht, um für Mutter und Kinder den Einfluß des neuen Schwagers und Onkels zu fürchten. Vielleicht läßt er auch nach dieser Sette hin den Bruder wissen: 'rm p!> Dy. Ich bin bis auf den heutigen Tag

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