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Der Israelit · 1893-11-16 · Heft 91 (16.11.1893) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 91 (16.11.1893)
Date
1893-11-16
Page
– (sequence 5)
Language
German
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1723 Sprache mächtigen Rabbiner wünschen, aus Gründen ihrer religiösen Ueberzeugung keinen Seminaristen wollen. Unter dem Vorwände des Patriotismus will man auf die Orthodoxen religiöse Pression ausüben. — Minister Graf Czakt empfing die Deputation auf's freundlichste. Er drückte seine Freude darüber aus. daß die Dcputation ihn aufgesucht habe; er habe sich davon überzeugt, daß auch die Miskolzer Orthodoxen keine Gegner der ungarischen Sprache seien, und er werde die Angelegenheit in unparteilicher Weise erledigen. Prag, 9. November. Sie haben in Ihrer letzten Nummer 87 des „Israelit" an die Leser die folgenden vier Fragen gerichtet: 1. Welche Art des Viehschlachtens ist in Ihrem Heimathsorte bei christl. Metzgern in Gebrauch? 2. Wie bewährt sich dieselbe? 3. Welche Schlachtart war früher eingeführt, und aus welchem Grunde wurde sie abgeschafft? 4. Giebt es auch christl. Metzger, welche für eigenen Bedarf die Thiere nicht durch Betäubung, (Kopfschlag, Schlachtmaske, Schußmaske, Genickstich) sondern durch Blutentziehung (Halsschnitt) ohne vorherige Betäubung tödten? Sie fordern zugleich, daß die Antworten auf die obigen Anfragen, von der Schlachthofverwaltung, Jnspector resp. Thierarzt oder die christl. Metzger beglaubigt werden mögen. Ich kann aus der Ueberschrift nicht erkennen, ob Sie sich nur an die Leser in Deutschland, oder auch die in Oesterreich wenden, jedoch nehme ich das Letztere an und will es versuchen, Ihnen ein Bild der hiesigen Schlachtart vor Auge zu führen. In meiner Eigenschaft als vom ehrw. Oberrabbinate autor. Schächter in Prag auf dem Neustädter Schlachthofe und als gebürtiger Prager mit den Personen und Verhältntffen vertraut, will ich die gestellten Fragen der Reihenfolge nach beantworten. 1. Die christl. Metzger in Prag und Umgebung bedienen sich zweier Schlachtarten und zwar der des Kopfschlages und der des rituellen Halsschntttes; bei Kleinvieh, (Schafe, Kälber rc.) wird selbst von den christl. Metzgern ohne Betäubung ein Halsschnitt vollführt, da dies die b e ste Art sei, das Fleisch dauerhaft frisch zu erhalten und der Tod ein rasch eintretender sei. 2. Beide Arten (Kopfschlag od. Blutentziehung) werden nicht angefochten, da sie bei den hiesigen Verhältnissen gut durchführbar sind. 3. Man hat sowohl auf dem altstädter als auch neustädter Schlachthofe versucht die Schlachtmaske und den Genickstich in Anwendung zu bringen und zwar, wie ich höre, in Gegenwart einer Commission, an welcher sich auch Sr. Ex. der verstorbene Statthalter von Böhmen, Baron Weber betheiligt hatte; hierbei wurde constatirt, daß diese TödtungSart unpraktisch und grausam sei und nicht angewendet werden möge. 4. Es gibt hier eine ganze Menge von Metzgern christl. Religion, welche für eigenen Bedarf rituell schlachten laffen, wenn sie auch fast keine jüdische Kundschaft haben, dagegen giebt es auch viele, die eine zahlreiche jüdische Kundschaft besitzen und dieser Genüge leisten wollen, also aus Rücksicht auf ihren Kundenkreis ihr Vieh rituell schlachten laffen. Mit vorzüglicher Hochachtung zeichne Efraim L. Teweles, Ober-Cantor u. Schächter in Prag, Altschulgasse Nr. 147—V. Die hier angeführten Daten über den Modus der Abschlachtung werden vollinhaltlich bestätigt. Dr. Johann Böhm, Prager städt. u. beeideter Thierarzt, Nr. 1635—11. Frankreich. Paris, 6. Nov. Die zwei orthodoxen Gesellschaften „Etudetalmiidique“ und „Patriarche Abraham“, an deren Spitzen die Herren Dr. Klein und Joseph Tedesco stehen, unterhielten bisher zwei ziemlich weit von einander entfernten Betlocale nach althergebrachtem streng jüdischem Ritus, deren Leitung Herrn Rabbiner Weißkopf untersteht. Beide Gesellschaften haben sich nunmehr vereinigt und unter großer Opferwilligkeit eine große Synagoge errichtet, die gestern in Anwesenheit der hiesigen Rabbiner, eines zahlreichen Publikums und verschiedener hoher Persönlichkeiten in feierlichster Weise eingeweiht worden ist. Herr Rabbiner Weitzkopf hielt die Einweihungsrede, in der er besonders hervorhob, daß dieses Gotteshaus nicht blos ein Haus des Betens, sondern auch des Lernens fei. Die Rede verfehlte nicht ihres tiefsten Eindrucks auf alle Zuhörer. Nach ihm sprachen noch die Herren Oberrabbiner Zadok Kahn und Dreifuß, die ihrer Freude über dies echt jüdische Gotteshaus Ausdruck gaben, dessen Wohl ihrem Herzen nahe stehe. Diese Gottesstätte in der französischen Metropole bildet nun einen Centralpunkt für die daselbst wohnenden orthodoxen Juden. — Der ausführliche Bericht unseres Correspondenten folgt in nächster Nummer. .t>n > Vermischtes. Berlin, 11. Nov. Der »Evang. Kirchliche Anzeiger" schreibt: Bezeichnend für die sittlich religiösen Anschauungen der „gebildeten Kreise" veröffentlicht die „Kölnische Zeitung" folgende Ankündigung: „Eine israelitische Dame, 23 Jahre bildschön, aus hochachtbarer Familie, mit 8 Millionen Mark Mitgift, hegt den Wunsch, einen vorurtheilSfreien (!) Herrn,

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