Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 34 (1893)
- Issue
- Heft 91 (16.11.1893)
- Date
- 1893-11-16
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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1721 gensätze. Wenn Du Dich nach Deinem Vaterhause sehnst, warum stiehlst du meine Götter? So verläßt Jakob mit seiner Familie das Haus Labans. Nicht der Segen an irdischen Gütern, der Segen, seine Kinder in diesen schweren Versuchungen für den Geist seines Elternhauses gewonnen und erhalten zu haben, ist die herrliche Trophäe, die er nach langjähriger Entfernung den greisen Eltern mit nach Hause bringt. Das ist das apy» r£m, das Erbe von Vater Jakob, das er seinem Volke bis auf diesen Tag hinterlassen hat und das überall seinen Segen verbreitet, wo seine Nachkommen in ihrem von Gott getragenen Geschick das Glück und die Freude ihres Lebens erblicken, welche sie hoch über die Niederungen der Erde hebt. -prtoNm pw vioa by ■jt'33"'™ ri by jjynn :« .131 ’n *o ’D p« apjr rHm Maa eine entartete Zeitströmung immerhin in dem Besitz von Kindern nur eine Quelle von Mühen und Sorgen erblicken, dem jüdischen Manne, dem jüdischen Weib, sind diese Sorgen, welche andere zu Boden drücken, die unerläßlichen Ingredienzien ihres Lebensglücks. Ihre Ueberwindung ist ihnen Bürgschaft für die liebende Nähe und den mächtigen Beistand Gottes, der eintritt, wo unsere Kräfte sich als unzulänglich erweisen. „Glücklich, jeder, der Gott fürchtet, der in seinen Wegen wandelt. Wenn die Arbeit deiner Hände du genießest, bist du glücklich, dann geht's dir gut. Dein Weib ein fruchtbeladener Weinstock, deine Kinder wie Oliven-Pflanzungen rings um deinen Tisch. Siehe, so wird der Mann gesegnet, der Gott fürchtet. Möge dich Gott von Zijon segnen und schaue das Glück Jeruscholajims alle Tage deines Lebens. Mögest du die Kinder deiner Kinder schauen, dann ruht das Lebensglück in seiner Vollendung über Israel." (Psalm 128). Zeitungsnachrichten und Gorrefpoudeuzeu. Deutschland. Berlin, 9. Nov. Einen amüsanten Beitrag zu dem unerschöpflichen Kapitel: „Die Antisemiten unter sich" liefert die in diesem Falle ja ohne Zweifel kompentente „Kreuzzeitung", indem sie in einem Artikel über den Ausfall der Landtagswahlen schreibt: „Was die antisemitischen Parteien betrifft, so haben diese zwar in mehreren Bezirken — und zwar nach ihrer Gepflogenheit in solchen, welche bisher konservativ vertreten waren, — eigene Kandidaten ausgestellt, aber ohne Erfolg. Die Herren Ahlwardt und Förster haben in ihren Reichtagswahlkreisen, wo sie den Sieg in der Tasche zu haben glaubten, gründlich Fiasko gemacht. Mit vollem Rechte werden sie die Schuld auf das Wahlsystem schieben. Aber wir erblicken einen Vorzug desselben gerade darin, daß es demagogischen Bestrebungen, mögen sie kommen, von welcher Seite sie wollen, kräftigen Widerstand zu leisten vermag. Unter seiner Herrschaft spielt jedenfalls nicht die große Masse die leitende Rolle. Der Stand der soliden Grundbesitzer, der großen wie der mittleren, ist für den Antisemitismus der Herren Ahlwardt, Förster, Böckel, nicht zu haben." Also die großen und mittleren Grundbesitzer, die in der berühmten Tivoli-Versammlung in frenetisches Beifallsgejohle ausbrachen, so oft sich ein Redner, auch Grundbesitzer natürlich, als „Wähler Ahlwardt's" vorstellte, waren keine „soliden" Groß- und mittleren Grundbesitzer? Das ist ja, meint die „Volksztg." mit Recht, ein ungemein interessantes Geständniß l Hamburg, 12. November. Unter den zahlreichen frommen Stiftungen und wohlthätig wirkenden Vereinen in der hiesigen Gemeinde ist wohl eine der ältesten die r6a nwan man, welche aus den Erträgnissen ihres Vermögens freiwillige Beiträge und Legate, baare Unterstützungen an bedürftige Brauipaare gewährt, unter der Voraussetzung, daß die Ehe npo ma vollzogen werde. Im vorigen Jahre wurde nun auf Empfehlung eines Mitgliedes einem Brautpaare eine Quote bewilligt, indessen stellte es sich hinterher heraus, daß der Bräuiigam ein pa und als solcher seine Braut nicht heirathen durfte. Während also der hies. Oberrabbiner und sogar die Prediger am Tempel die pcrnp ablehnten, hatte es ein „Rabbiner", Herr Dr. Maibaum in Berlin fertig gebracht, sich über solche Hindernisse hinwegzusetzen. Die Verwaltung nojan man rfca wollte jedoch den Trauschein des Rabbiner Dr. Maibaum nicht anerkennen und verweigerte die Auszahlung der ursprünglich bewilligten Summe, worauf das junge Ehepaar Klage erhob. Merkwürdiger Weise ist der klägertsche Anwalt selbst ein ina und sogar ein ehemaliger Rabbinatsschüler, der hier nabna Nb» plaidirt. Das Amtsgericht forderte Gutachten sowohl vom hiesigen Oberrabbiner als auch eine Rechtfertigung des Dr. Maibaum. Während nun unser Oberrabbiner die Ehe als eine religionsgesetzlich unzulässige bezeichnete, die durch einen Rabbiner nicht legitimirt werden kann, wie überhaupt die Thätigkeit des Rabbiners bei einer Trauung den Zweck habe darauf zu achten, daß dem Religionsgesetze nach jeder Richtung Genüge geschehe, erklärte Dr. Maibaum die Prärogative der ruiria hätte mit der Zerstörung des zweiten Tempels zu exiftiren aufgehört und habe er in der Vollziehung der gedachten Ehe