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Der Israelit · 1893-11-16 · Heft 91 (16.11.1893) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 91 (16.11.1893)
Date
1893-11-16
Page
– (sequence 2)
Language
German
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1720 Erläuterungen unserer Weisen. Wäre es Jakob nicht gelungen, seine Familie vor dem entsittlichenden Einfluß Labans zu schützen, der Kindersegen hätte sich ihm in Fluch umgewandelt. Wenn unsere Peßachhagada darauf htnweist, was Laban unserem Vater Jakob thun wollte, so kleidet sie die Absicht Labans in die Worte: bin nx *npy^ Vp2 „Laban wollte das alles mit Stumpf und Stiel vernichten!" Was will das sagen? Es kann hier nicht an eine Bedrohung des leiblischen Lebens gedacht werden, die daselbst bei einem Laban seinen Töchtern und Enkeln gegenüber ausgeschlossen ist. In seinem Commentar zur Peßach-Hagada gibt Rabbi Elieser Aschkenasi folgende treffliche Erklärung dieser Worte. Unsere Weisen bemerken, daß der Segen Abrahams in das Wort: bis zusammengefaßt wird: ^32 oma« nx “pa tu, der Segen Jizchaks findet sich in bem Wort bin mtb derjenige Jakobs durch das Wort bo charakterisier. — Wir haben bereits bemerkt, daß der Vatersegen im Grunde genommen, der Kindersegen ist, daß ihnen Kinder erblühen, die, wenn die Eltern längst nicht mehr da sind, im Geiste der Eltern weiter leben und wirken, das ist der Segen, der über die Zeitlichkeit hinaus in alle Ewigkeit reicht, yinx 'xt> 7b nrnb Wem Gott diesen Segen gegeben hat, dem hat er alles gegeben, was Menschen auf Erden nur wünschen können. Dieser Segen hat sich an Abraham durch den Besitz eines Sohnes wie es Jizchak war, erfüllt. Er konnte alt und älter werden und der Stunde ruhig entgegen sehen, die ihn von der Erde abruft, wer einen gleichgearteten Sohn zurückläßt, lehren die Weisen, der stirbt nicht. Gerade im Alter, diesen Vorboten des nahenden Endes, macht sich dieser Segen, in seiner ganzen beglückenden Trostesfülle geltend. 333 nmäN nx 'ni jpr omaw Aber dieser beglückende Segen war für Abraham dennoch durch den Umstand getrübt, daß es nicht alle seine Söhne waren, die in seinem Sinne weiter lebten, daß Jschmael und die Söhne Keturas dem Geiste Abrahams fern und fremd gegenüber standen. Dasselbe war bei Jizchak der Fall, der neben einem Jakob auch einen Esaw sein eigen nannte. Jakob aber, dem der Wunsch seines Lebens erfüllt wurde lynia ^dd xsd1 sbw, daß sich unter seinen Kindern kein Unwürdiger finde, Jakob's Gottessegen war ungetrübt, voll und ganz — bi — während mit dem Lebensglück Abrahams — ^32 —- noch manches mit unterlief, was es zu beeinträchtigen geeignet war und von einer Totalität des Gottessegens in Jizchaks Lebensgeschick — ^>30 — durch den Hinblick auf Esaw's Entartung nicht wohl die Rede sein kann. Dieses volle Lebensglück Jakobs, das der Besitz lauter wohlgerathener vom Geiste der Ellern durchdrungener Kinder bedeutet, wie es in der Bezeichnung ^>2 „Gott hat mich begnadet, ich habe Alles" zum Ausdruck kommt, dieses war es, was Laban vereiteln wollte, wenn von ihm gesagt wird ^3>n ns npyV vpi p*>, Laban wollte jenes ^>3, jenes allseitige vollkommene Lebensglück Jakobs zerstören. Wie gefährdet dieses Glück erschien, so lange Jakob mit seinen Kindern in der Umgebung Labans weilte, wird uns wiederholt angedeutet. Als Jakob schon längst Laban verlassen hatte, barg sein Haus noch die Götter und es bedurfte erst der Mahnung: O33N2 -itpx 13:n »r3x nx itdh „Schaffet die fremden Götter fort, die von eurem innersten Wesen Besitz ergriffen haben." (I. B. M. C. 35. V. 2.) Laban war seiner Sache so sicher, er werde seine Enkel für seine Aufklärung gewinnen, daß er sie geradezu als bereits sein eigen reklamirt, und bedauert, durch die plötzliche, heimliche Entfernung Jakobs werde er für die Zukunft nichts mehr für seine Töchter und die von ihnen geborenen Kinder „thun" können. jxäm \n DMam tvim nuan apy' ^>x "idx’i pb iv’i mbsb rupyx no xin 3 nxi nnx ->rpx b3i ^xa .n^ nm irv.n^ ix orn Deshalb mahnt Gott Jakob zum Aufbruch von Laban und zur Rückkehr in das Vaterland, denn nur dort werde Er mit ihm sein können. (Cap. 31 V. 3.) nerax X nou5? 221I2V “piya ^3x -py rvnx ospi . *v^y tu'3sp tmvnb Am prägnantesten verräth Laban seine Gesinnung, das Haus Jakob's mit seinem Götter-Cult zu bestricken, als er Jakob eingeholt und ihm den Diebstahl seiner Götter mit den Worten vorhielt: T2x n'ib nnion *p3J o ro^n -\bn nnyi .\-3x nx riau „Nun bist du wirklich gegangen, denn du gehst in Sehnsucht nach deinem Vaterhause auf, warum hast du meine Götter gestohlen?" (Cap. 31 V. 30.) Der innere Zusammenhang dieser Worte scheint zu sagen: Wenn Laban Jahre lang bestrebt war, Jakob und seine Familie für seine Religion zu gewinnen, so hätte eigentlich Niemand froher sein müssen als eben Laban, wenn Jakob seine Götzen mitnimmt. Das wäre doch der vollgtltige Beweis, daß Laban nicht umsonst sich bemüht hat. Aber er kennt die Sehnsucht Jakobs nach seinem Vaterhause. Er kennt die Ideale dieses Vaterhauses, er weiß, daß das Herz, welches von der Sehnsucht nach ihnen erfüllt ist, keinen Raum für die Götzenidole har, deren demoralisirender Einfluß im Hause Labans walte!. Das sind zwei unvereinbare Ge-

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