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Der Israelit · 1893-11-13 · Heft 90 (13.11.1893) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 90 (13.11.1893)
Date
1893-11-13
Page
– (sequence 10)
Language
German
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1712 Literarischer Sprechsaat. In der literarischen Notiz in Nr. 84 will Herr Dr. Berliner dem vom one« ly# bvi herausgerechneten gleichen Zahlenwerth von ^ote" f>o in O'PI 'N und Lk-nn Vt«i eine bestimmte Absicht unterlegen, wodurch diese «noM nicht wie viele andere nur Zahlenspielerei sei. Es ist aber baaeaen zu bemerken, daß trfn (wie ip£, ->yn, nrtr, u. v. a.) niemals r wte vorkommt, somit auch nicht geschrieben wird, wodurch aber zwischen m und D’pi ti btt-w' •fpo in eine Differenz von 6 entsteht. Da rvnp.i i»i, der besonders als pni> gerühmt wird, diese Schreibweise sicher kannte, so muß wohl sein Grund bei Uebergabe dieses zv'O an 'i ein anderer gewesen sein, als durch unrichtigen Zahlenwerth auf m hinzuweisen. Halberstadt. I. Petuchowski. Bezugnehmend auf die Notiz des Herrn Dr. A. Berliner D'pi ti iVo in betr., möchte ich die verehrten Leser der erwähnten Nat-z auf einen "NI n-m aufmerksam machen. Derselbe bringt nämlich in 's auf den pios Kap. 38. 30 eine Erklärung für den obenerwähnten Ausspruch bei nsa^.i »n'p, welche einer Beachtung empfohlen wird. Lehrer S. Bamberger, Gailingen. Wer es behaupten wollte, daß der Redacteur der Mlschnah gemieden haben würde, für den erwähnten bestimmten Zweck das Wort wnn, somit plene zu schreiben, weil es im biblischen Hebräisch immer defect, also »in, geschrieben wird, für den werden die vielen Tausende von sprachlichen Abweichungen in dem neuhebräischen Idiom der Mischnah gegen die hebräische Sprache der Bibel eben so viele iwip und Auffälligkeiten bilden. Da gilt der Grundsatz: iin^ irosn it& nnn wtrb. Schon das zweite Wort in der eisten Mischnah zeigt eine solche Abweichung, da es in derselben heißt pvV rn yup tiö-nd, wofür nach den sprachlichen Gesetzen des biblischen Hebräisch es sicher D’fnip heißen müßte. Und speziell für die plene Schreibung des Wortes bietet der Talmud in ry, Bl. 9, den Grundsatz: nNBDin njh tn’sa xidd, für den ich die Erklärung des Aruch acceptiere, daß nämlich der Schriftgelehrte einen Schrrftvers (massoretisch) defect schreibe, so z. B. nt^o ohne i, ebenso -idnV, wohinge gen der Mtschnahgelehrte (Tanna) das betreffende Wort plene (also auch z. B. amn mit?) schreibt. Wer sich über die weiteren Consegaenzen eines solchen Grundsatzes noch belehren will, lese die Vorschrift des Sefer Chasidim § 822, nach welcher man gehalten wird, der Deutlichkeit wegen immer plene zu schreiben, wenn auch s o n st das Wort defect zu schreiben ist, damit Mißverständnissen vorgebeugt werde. Br. Zeitungsnachrichten tsttb (Korrespondenzen. Deutschland- Berlin, 30. Oktober. Das deutsche Central- Komitee für die russischen Juden versendet eine Aufstellung über die in der Zeit vom 1. Juni 1892 bis 30 September 1893 erfolgten Beförderungen und die Unkosten, welche dieselben verursachten. Die Aufstellung erweist, daß die Auswanderung unausgesetzt ihren Fortgang nimmt und nur zeitweise hier und da gehemmt worden ist. Der Grund für diese Unterbrechung war ausschließlich das Auftreten der Cholera und die zur Abwehr derselben seitens der B-Hörden getroffenen Maßregeln. Jnsgesammt wurden während des genannten Zeitraums befördert 24430, verpflegt 30370 Personen, wofür (einschließlich der nach New Park gesandten 266688 Mark) 699 367,60 M. verausgabt wurden. Die Zustände in Rußland haben sich inzwischen nicht verändert; die Ausweisungen erfolgen weiter, wie bisher, nur in den Ostsee-Provinzen und im Kaukasus ist aus besonderer Veranlassung eine zeitweilige Sisttrung der getroffenen Maßregeln erfolgt. Die Grenzkomitees haben nach außen hin ihre Thätigkeit eingestellt. Die Einstellung ist aber nur eine scheinbare, denn in Wirklichkeit waren die Vorsitzenden der Komitees mit Ermächtigung der Behörde privatim weiter thätig, die offizielle Schließung der Bureaus hatte nur den Zweck, größere Zuzüge abzuwehren. Der Strom der Auswanderer ging ausschließlich über Berlin, insbesondere seitdem Hamburg nicht blos den Zuzug untersagt, sondern auch den russischen und galizischen Auswanderern das Betreten des Hamburger Gebiets verboten hatte. Als Auswanderungshafen kam, abgesehen von Rotterdam, nur Bremen in Frage. Was die verwendeten Gelder anbetrifft, so wurde, da der ameri-! kanische Vertrag durch vis major aufgehoben ist, seit dem 23. August 1892 nichts nach Amerika gezahlt, hingegen wurden, außer den genannten Be förderungs-Beträaen, noch an die Hasen- und Grenz- Comitees 3364 87 M. gesandt. Der Kassenbestand I des Central Komitees belief sich am 1. Oktober er. I auf nur noch 87643 M., eine an sich tiefbedauer-1 liche Thatsache, welche unsere russischen Brüder! mahnen wird, nicht im Vertrauen auf die Hilfe der! Komitees ohne unzureichende Mittel auszuwandern.I Wohl sind, wie wir glauben, die Provinzial-Komiteesl noch im Besitze mehr oder minder beträchtlicher! Summen, aus welchen Zuschüsse an die Kasse des! Central-Komitees fließen werden; aber, abgesehen!

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