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Der Israelit · 1893-11-13 · Heft 90 (13.11.1893) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 90 (13.11.1893)
Date
1893-11-13
Page
– (sequence 3)
Language
German
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1705 par excellence zieht in das Haus des verschlagen listigen Onkels, um dort um die Hand der Tochter zu bitten. In dem ersten Wort, das Onkel und Neffe bei ihrem ersten Zusammentreffen wechseln, bekundet sich der Charakter beider. r6wn onmn b nn tbd*i „Er erzählte dem Laban alle diese Dinge." Der Wortlaut und Inhalt dieser Erzählung wird uns nicht mitgetheilt. Sie hatte ohne Zweifel die uns bekannten bisherigen Beaebenhetten zum Gegenstände, welche Jakob zum Verlassen des Elternhauses nöthigten und den Wunsch des Vaters, eine Tochter Labans als Schwiegertochter zu besitzen. Der Neffe durfte dem Onkel alles ohne Rückhalt erzählen, wie er das Erftgeburtsrecht von dem älteren Bruder erworben, und selbst wie er den väterlichen Segen, der Esav bestimmt war, sich zugewendet hatte. Bei Laban, dem Bruder der Mutter, die alle Verantwortung für diesen Schritt übernommen hatte, auf deren dringendes Verlangen er allein einer solchen Handlung fähig war, durfte er auf Nachsicht rechnen und sicher sein, daß dieser Umstand dem Zweck seines Kommens, der Werbung um Rahel, nicht hinderlich im Wege sei. Aber der Ränkeschmied von Onkel nützt die Situation in seiner Weise aus. Er zwinkert mit den Augen, klopft dem Neffen auf die Schulter, schüttelt ihm freundschaftlich die Hand, und sagt: nnx HEtti ’dsv -j« Du bist ja dein Onkel in zweiter Auflage, du bist mein alter ego, solche Leute kann man brauchen, die es mit ihrer Geriebenheit fertig bringen, aus dem Erstgeborenen den Zweitqeborenen und aus dem jüngeren den älteren Bruder zu machen, sei du mir herzlich willkommen! Nun kommt der Pferdefuß. Wenn der Neffe seinem Onkel alles erzählt hat. was ihn hierher führte, so hat er gewiß die Hauptsache nicht vergessen, die Bitte um die Hand der Tochter. Das ignorirt Laban aber vollkommen. Jakob ist nicht zu Laban gegangen, um dort Knechtesdienste zu verrichten, am wenigsten, um sie ohne jeden Entgelt zu verrichten. Aber der praktische Onkel insinuirt das dem Neffen in so verbindlicher Form, daß der letztere in seiner Zwangslage darauf etngehen muß. „Du bist mein Bruder", sagt nach einmonatlichem Aufenthalt Laban zu Jakob, „und solltest mir umsonst dienen, sage mir was dein Lohn sein soll." Der guten Meinung gegenüber, die der Onkel vom Neffen hat, ihm dienen, ihm gar umsonst dienen zu wollen, kann nun der letztere jedenfalls nicht durch hohe Lohnforderung entgegen treten. Nun hat der Onkel seinen Zweck erreicht. Er versorgt zwei Töchter nicht nur ohne einen Pfennig Mitgift*), sondern er erhält noch einen gewissen¬ *) Es ist eine irrige Annahme, wenn man vielfach haften Hüter und Arbeiter, wie es Jakob war, für die Dauer von 14 Jahren. Zu der Ueberlistung fügt der herzlose Onkel und Schwiegervater noch den Spott, den man aus dem ganzen Ensemble herausklingen hört, wenn man auf die feinen Nüancen des Textes achtet. Rachel und Lea werden zuerst als r6-n und njDp als die an Zahl der Jahre größere und kleinere eingeführt, während sie spätermoa und nrys als erstgeborene und jüngere bezeichnet werden. . rrvaan odV nypsn nnb uoipea p rwy» Mit dieser feinen Nüancirung verband der schlaue Schwiegervater noch folgenden Hohn gegen das Opfer seiner Ueberlistung: Bei Euch, scheint es. wie ich aus deiner eigenen Darstellung weiß, Brauch zu sein, daß man aus dem Erstgeborenen einen Zweitgeborenen und umgekehrt macht, aber bei uns kennt man diese Sitte nicht, da giebt man nicht die Jüngstgeborenen vor den Erstgeborenen. (Schluß folgt.) ZeiturrgSnachrichteir urrd Vorresporrderrzlu. Deutschland. Mainz. Der „Mainzer Anzeiger" schreibt: Die öffentlich behandelte „Schächtungsfrage" gibt zu mehr oder minder lauten Entrüstungsrufen über die Grausamkeit dieser Schlachtmethode auch in Privatkreisen Anlaß. Insbesondere ist es das zarte Geschlecht, das sich nicht genug thun kann im Bedauern der armen gequälten Opfer einer „unerhörten Barbarei". Da erscheint es wohl am Platze, einmal auf etliche Gepflogenheiten in den Küchen-Regionen auch christlicher Häuser hinzuweisen, welche an Grausamkeit nichts zu wünschen übrig lassen und beweisen, daß der Spruch: „der Gerechte erbarmt sich seines Viehs", bei recht vielen Küchenbeherrscherinnen noch kein Verständniß gefunden hat. Ich könnte hierfür eine sehr große Fülle von Beweisen herbeiführen, will mich aber auf ganz wenige nur beschränken, die hoffentlich genügen werden, um wenigstens etliche Hausfrauen einmal zum Nachdenken über von ihnen selbst begangene, oder von ihren Untergebenen geduldete Thierquälereten anzuregen. Mit ganz besonderer Grausamkeit werden die stummen Opferthiere behandelt. Da wird dem Aal bei lebendigem Leibe die Haut abgezogen. Die betreffende Anleitung lautet: Man befestige eine Schlinge von Bindfaden dicht unter den Flossen glaubt, es sei in damaliger Zeit nicht Sitte gewesen, die Töchter durch eine Mitgift ganz wie heutzutage auszustatten. Hier wird es noch deutlich betont, durch die spätere Bemerkung Lea's und Rachels: UEDD nN t>DN oj .Er hat auch unser Geld vollständig ausgezehrt, was sich doch nur auf die Mitgift beziehen kann, die Laban seinen Töchtern vorenthalten hat.

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