Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 34 (1893)
- Issue
- Heft 89 (9.11.1893)
- Date
- 1893-11-09
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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1684 stündliches. Das war die Erfüllung des naaa oma«, das war der Elternsegen und die gewissenhafte Befolgung des ihn begleitenden RufeS. pnir onnttf noa nnsi n'vavn rw “pa^ apjr noy ivn nun ienjiv hnd Dnm vja V« apy* «np’i Tnn .Dn’3M urb am „Als Jakob im Begriffe war die Stämme zu segnen, leitete er den Segen mit demselben Rufe ein, mit dem Jizchak geschloffen hatte, so steht es geschrieben: Es rief Jakob seine Söhne. Er schloß mit dem Worte nw: Das ist es, denn es ist gesagt: das ist es, was ihr Vater zu ihnen gesprochen hatte." Ein Jakob, der das Elternhaus verläßt, ohne etwas anderes als einen Stock für die Wanderschaft mitzunehmen, der somit alle materielle Vortheile des Elternsegens ohne weiteres dem rtvalisirenden Bruder zurückläßt, der hat den Ruf des Abrahamssegens so vollkommen in sich ausgenommen und bereits in dte That umgesetzt, daß er ihm eigentlich gar nicht, jedenfalls aber erst zuletzt ans Herz gelegt zu werden braucht. Die Stämme des künftigen Gottesvolkes aber, deren schwere in allen Formen an sie herantretende Kämpfe und Versuchungen, der prophetische Blick des scheidenden Vaters Voraussicht, ihnen wird die Mahnung vorausgeschickt, diesem Rufe treu zu bleiben, wenn der Elternsegen ihnen treu bleiben soll. Aus fremdem Boden, aus der höchsten sozialen Stellung in hundertjähriges Sklavenloos gestürzt, nicht an der Wahrheit des Abrahamssegens zu verzweifeln und dennoch keinen Schritt zu seiner Verwirklichung zu thun, die Freiheit nicht zu erkämpfen, aber von dem Tyrannen in die Freiheit sich jagen lassen, sich als Sklaven zum letzten Male sich niederzusetzen und als freie Männer von demselben sich zu erheben, wahrend Gottes Vorsehung draußen wacht und dafür sorgt, daß die Sklaven frei, daß die Armen reich in die Freiheit ziehen, alle diese Versuchungen glänzend, als würdige E kel ihrer großen Ahnen zu bestehen dieser Ruf zur Uebernahme eines solchen Segens mutzte dem Segen selber vorausgehen, wenn er als solcher erkannt, wenn er nicht verkannt werden sollte. Daß dieser Segen sich verwirklichen, daß er in allem Wandel und Wechsel der Zeiten und Geschlechter der feste Pol, der sichere Ankergrund bleibe, daß er nicht aufgehalten wird, daß er unverrückt derselbe bleibt, wenn sich auch eine ganze Welt seiner Verwirklichung entgegenstemmt, das hat Vater Jakob den Stämmen mit den Worten oro am ns;i OJT3N, das ist, das bleibt, was ihr Vater zu ihnen geredet hat, als trostvolle Zusicherung htnterlaffen. Der Hinweis auf das Stetige, Unwandelbare, wie ihn das xronomen demonsrativum nxn ausdrückt, tritt noch schärfer in dem nun folgenden Theil des Midrasch-Ausspruches hervor: rnaa nnis ’Jnn n« *pab> r,vo idv . *piwa nnm naaan n«n nnsi ’jp? Dnrw „Als Moscheh im Begriffe war, Israel zu segnen, sprach er. ich beginne, womit mein Ahn geschlossen. Er begann: Dieses ist der Segen und schloß: „Du bist glücklich, Israel." Der Segen, den Moscheh seinem Volke brachte, wurzelt und gipfelt in der Thora, die er ihm übermittelte. An die Worte nv rrnnn nwn ^a ysfc, dieses ist die Thora, die Moscheh den Kindern Israels brachte, knüpfen die Weisen die Bemerkung min nw i»n. Der demonstrative Hinweis, wie er in dem Worte nw: dieses ist, liegt, kommt nirgends so zum Ausdruck, als in der Thora. In unserer zwischen Entstehen und Vergehen, zwischen Blühen und Welken, zwischen Leben und Tod sich bewegenden Zeitlichkeit gibt es im Grunde genommen, nichts, von dem man sagen kann: Das ist. Alles wechselt Charakter, Gestalt, Form und Inhalt, zum Theil mit der Schnelligkeit des Augenblicks, jedenfalls aber nach Verlauf eines größeren oder geringeren Zeitraums. So gewiß man z. B. von einer Wolke nicht sagen kann, ste hat diese bestimmte Gestalt, weil sie dieselbe ändert, während wir das Wort aussprechen, so unterliegt alles der Veränderung, wenn sie sich auch langsamer und weniger merklich vollzieht. Das ist, kann man nur von der Thora sagen; das ist heute noch dieselbe Thora, wie sie einst Moscheh den Kindern Israels brachte. Diese Unwandelbarkeit, Unvergänglichkeit und Ewigkeit überträgt die Thora auf ihre Träger. Das ist der Segen, mit dem Moscheh die Kinder Israel segnete. Das macht die Thora zu einem Baum des Lebens für alle, die an ihr festhalten. Aber die Wurzeln dieses Baumes reichen weit zurück in die ersten Anfänge des jüdischen Volkes. Vater Jakob hat sie mit seinem Segen in die jüdischen Stämme gesenkt, als er ste ermahnte, an dem Abrahamssegen und seiner Erfüllung festzuhalten, wenn auch alle äußeren Erscheinungen ihm feindlich gegenüberstehen. Diese stetige, unwandelbare Festigkeit nennt dteZ moderne Kurzsichtigkeit stabil und verknöchert und spricht ihr die Möglichkeit einer freien, heiteren Entfaltung des jüdischen Lebens ab, das sich unter seinem Regime vollzieht. So gewiß aber Stabilität und festes, tiefes Wurzeln des BaumeS in dem Boden, aus dem er sich erhebt, die Garantie seiner unverwelklichen Frische bietet, die er mit tausenden von Saugfasern aus seinem Untergrund schöpft, so gewiß erblüht der Lebensbaum der Thora in um