Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 34 (1893)
- Issue
- Heft 88 (6.11.1893)
- Date
- 1893-11-06
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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1668 f / dieselben inzwischen so glänzend gerechtfertigt, daß es kleinlich erscheint, sie heute noch vertheidigen oder anklagen zu wollen. Es ist, als ob man die Segnungen und Verheerungen, welche z. B. die Donau den von ihr durchströmten Ländern bringt, fördern oder hemmen wollte, indem man dem Brunnen in Donaueschingen, dem sie entspringt, seine Aufmerksamkeit zuwendet. Man mag über jene Veranstaltungen, welche Esaw dem ihm zugedachten Segen entzogen und ihn Jakob zuwendeten, denken wie man immer wolle, die Vorsehung hat sie gebilligt und bestätigt. Der Gegensatz zwischen Jakob und Esaw mag durch diese Vorgänge noch verschärft worden sein, in Wirklichkeit war er vorhanden, schon als die Brüder noch unter dem Herzen der Mutter ruhten. So gewiß wie Geist und Stoff, Recht und Gewalt, Sittlichkeit und Unsittlichkeit unvereinbare Gegensätze sind und bleiben, so gewiß sind es auch ihre Vertreter, wie sie in Jakob und Esaw uns entgegentreten. Darüber hat auch keine körperliche Blindheit den Getstesblick des segnenden Vaters getäuscht. Wenn Jizchak den Esaw liebte, weil er die Jagd mit dem Munde verstand, — vea ts »3 — also, weil er die Menschen durch sein Wort zu gewinnen wußte, so begreift es sich, welcher Gewinn für die Sache des Göttlichen auf Erden erzielt worden wäre, wenn diese Beredtsamkeit im Dienste des Guten und Wahren sich geltend gemacht hätte. Dazu kam die ungewöhnliche Kcaft und Gewandtheit, ferner seine Neigung draußen in Feld und Wald zu leben und so mit den Menschen in Verkehr zu treten, während Jacob durch sein zurückgezogenes, häusliches Leben ihm für die Verbreitung der Wahrheit unter den Menschen weniger geeignet scheinen mochte. Es wäre nicht das einzige Mal, daß aus einem Räuber und Menschenjäger ein begeisterter und begeisternder Gotteskämpfer erstanden ist. Einer unserer größten Meister in der Thorakunde, Rabbi Schimeon ben Lakisch, war ursprünglich Räuberhauptmann. Als Rabbi Jochanan einst Zeuge seiner Körperkraft war, rief er ihm zu NmwV „deine Kraft befähigte dich für das Studium der Thora!" Es gelang ihm denselben in einer Weise für die Thora zu gewinnen, daß er den Meister in Kenntniß und Handhabung der Thorawissenschaft erreichte. (Talmud Baba Mazia fol. 84. a.) Aehnlich mag Vater Jizchak gedacht haben, als er seinen erstgeborenen Sohn mit dem Thau des Himmels und dem Besten der Erde, also mit allen materiellen Mitteln segnen wollte, die der von ihm vertretenen Wahrheit den nachhaltigen Eindruck bei allen dafür zu Gewinnenden sichern, damit Völker und Staaten in ihren Dienst treten und sich | ihr unterwerfen. Wie wäre der Jakobs-Stimme damit ein Dienst geleistet, wenn die Esaws-Hände sich für ihre Zwecke und Ziele regten! Wie wären diese Hände geeignet gewesen der Jakobsstimme die Hinderntffe aus dem Wege zu räumen, die sich ihr allenthalben so reichlich entgegen stellten! Vielleicht wollen die Worte Jizchaks wy »t D'Ym apy' ^p topn es geradezu aussprechen: Die Jakobsstimme kommt als solche erst zur Geltung und verdienten Anerkennung, wenn auch die Hände Esaw's für sie bereit stehen! Aber das ganze Gebühren Esaw's, wie es das scharfe Mutterauge erkannte, sprach gegen die Mög-! lichkett, daß Esaw des väterlichen Segens würdig § ist. Das hatte Esaw bereits als I4jähriger Knabe i durch die Verachtung der Erstgeburt und ihre Entäußerung um ein Linsengericht bekundet. Im fehlte die erste Voraussetzung zur Entgegennahme des Elternsegens, die ganze Geistes- und Herzensrichtung, aus welcher heraus die Eltern die segnende Hand auf das Haupt ihres Kindes legen. Von der Zeit des Stammvaters des jüdischen Volkes bis auf den heutigen Tag nimmt der Elternsegen einen bedeutenden Rang ein. Vor ihm senkt sich in allen gehobenen Momenten des Lebens das Ktndeshaupt, um für dasselbe die Güter des Himmels und der Erde von Gott zu empfangen. So stehen die Generationen seit Jahrtausenden in ununterbrochener Kette da, die segnende Elternhand auf dem Haupt der Kinder, vom ersten Ahn bis zum spätesten Enkel. Wer den Segen besitzen will, mutz ihn von den Eltern -tnnehmen, muß sich unter die segnende Elternhand bücken, muß eintreten in die große lebendige Reihe der Segnenden und Gesegneten. Es sind nicht nur Wünsche und Hoffnungen,; welche den Gegenstand des jüdischen Elternsegens ausmachen, es sind Entschließungen und Lebensvorsätze, die unerläßlich sind, wenn der Segen der j Eltern auch nur Platz greifen soll. Wie sich das j Kindeshaupt äußerlich unter die Hand der Eltern l beugt, so unterordnet sich der ganze Ktndessinn unter i den Geist und die Lebensanschauung der Eltern, an!; deren segnender Lippe das kindliche Auge hängt. J Ohne diese Unterordnung ist das Band zerrtffen, \ das die ganze Ahnenrethe mit dem Segensquell z verbindet, aus welchem alle schöpfen. Der Ausdruck j für Segen nana legt diesen Gedanken in der heiligen! Sprache schon durch seine Verwandtschaft mit 713na | nahe, welches Leitung bedeutet. Noch präciser spricht ihn ein Wort der Weisen - im Midrasch Schochar Tob aus: -pm npyi pnr tnp’i rwnpa maia onn pra’ pnsr nmv nna nnBi nnDawn on -pa^> apjr -,vy 1 nsw nsn riNia anm wa apy n-,p"> Ynn 1 SSBBHSB5HS8!