Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 34 (1893)
- Issue
- Heft 86 (30.10.1893)
- Date
- 1893-10-30
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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WWWIWMWffVWWWMMWBMM-W M- •«',<> w.. - s .,: ■, r —r-v^ ~^- - -v,. 1635 Jahre Ließ er noch selbst seinen eine halbe Meile von Galßecs gelegenen Weingarten bearbeiten und bei dieser Gelegenheit ging er täglich zu Fuß in den Weingarten und Abends kehrte er aus dieselbe Weise wohlgemut!) nach Hause zurück. Er war zwei Mal verheirathet und ist seine zweite Gattin erst vorige Woche im Alter von 100 Jahren gestorben. Er hinterläßt 5 Söhne, 36 Enkel, 44 Urenkel und 5 Ur Urenkel. .n"3!un Rußland. Moskau, 13. Oktober. Unsere Gemeinde wird von Tag zu Tag kleiner. Es sind jetzt kaum einige hundert Familien Israeliten in der zweiten Hauptstadt des russischen Reiches, und diese sind ausschließlich nur solche, die eine höhere Bildung genossen haben, oder Kauflcute der ersten Gilde. Unlängst wurde Herr Dr. Mose bei uns zum Rabbiner ernannt; zur selben Zeit wurden die Herren: Dr. Temkin in Jekaterinoslaw und Pucher in Riga zu Rabbinen gewählt. — In Bjalistock kaufte ein Jude von einem ihm bekannten Bauern einen Wagen Heu. Bei der Zahlung, als der Jude ihm 80 Pfennige, die der Bauer ihm schon lange schuldete, abziehen wollte, gerieth der Bauer in Wuth und zerschmetterte mit einem Beil, welches er bei sich führte, den Schädel des Juden, der gleich eine Leiche war. — Italien. Neapel im Octobcr. Seit circa dreißig Jahren lebt hier Herr Reutlinger aus Karlsruhe, der aber noch immer ein treuer Sohn seines deutschen Vaterlandes ist, und so Alle Jene beschämt, welche dem Israeliten die Vaterlandsliebe absprechen. Anläßlich der jüngsten Anwesenheit des italienischen Kronprinzen in Karlsruhe schickte Herr Reutlinger an denselben ein Bouquet ab in Begleitung folgender Adresse: „Der Unterfertigte, geboren in Karlsruhe, seit dreißig Jahren aber in Neapel wohnhaft, der tief bewegt und glücklich ist Se. königl. Hoheit, den Konprinzen von Italien, als den gefeierten Gast seines ehemaligen Souveräns, des Großherzogs von Baden, zu sehen erlaubt sich ehrfurchtsvoll seiner großen Freude und Befriedigung Ausdruck zu geben, indem er Se. königl. Hoheit durch seine Mitbürger, die Hofbanquiers Müller und Comp, ein Bouquet mit beifolgender Adresse sendet, mit der Bitte, Beides Sr. königl. Hoheit als ein Zeichen herzlichen Willkommens in seiner Geburtsftadt und seiner Ergebenheit für das Haus Savoyen zu überreichen." Auf dieses Schreiben hin erhielt Herr Reutlinger vom Adjutanten des Kronprinzen, General Ferzaphi, ein Telegramm, in dem er ihm im Namen seines Gebieters für diese Aufmerksamkeit seinen Dank aussprach. Norwegen. Christian!«, 25. Oktober. An dem heutigen Tage wurde hier in der Hauptstadt des Landes eine jüdische Gemeinde gegründet, nachdem sich bereits zu den hohen Festtagen die nunmehrigen Mitglieder — über 100 — in einem Betlocale versammelt hatten. Trotzdem die Mitglieder sich aus kleinen Handelsleuten und Hausirern rekrutiren, besitzt die Gemeinde schon das Nothwendigste. Auch ein Schächter ist hier. Ebenso verfügt die Gemeinde über ihren eigenen Friedhof. Eine aufopfernde Thätigkeit bei der Gründung hat Herr Louis Lewysohn entwickelt. Er wurde daher auch zum Vorsitzenden gewählt. Die Gemeinde ist die erste in Norwegen. Amerika. Argentinien. Ueber die Kolonien des Baron Hirsch wird uns von gut unterrichteter Seite mitgetheilt: In der Oberleitung der „Jewtsh Colonisation Association" steht schon wieder ein Personenwechsel bevor, indem der bisherige Direktor, Herr Maximo Kogan, durch die Herren Sam Hirsch, zuletzt Direktor der Acherbauschule in Jaffa (Palästina) und Dr. Cayes Pages, beide französische Israeliten, ersetzt wird. Nachweisbar haben unter der Oberleitung des Herrn Maximo Kogan die jüdischen Kolonisten ihre Hände nicht in den Schooß gelegt; sind doch dieses Jahr in den verschiedenen Kolonien des Baron Hirsch an 9000 Hektaren Land neu bebaut worden, und zwar in folgenden Kolonien: Mauricio 4500 Hektaren Moisesville 2000 n Clara 1500 San Antonio 500 n Monigotes 500 n Es wurde Weizen, Mais, Alfalfa und Kleesaat angebaut und stehen die Felder bereits im grünen S hmuck. Herr Maximo Kogan hat sich als ein strenger Vater seinen Kindern gegenüber gezeigt, aber nicht immer darf der Vater, der seine Kinder züchtigt, ein böser genannt werden, indem nach unparteiischen Urtheilen gerade ein strenger Vater seine Kinder aufrichtig liebt. So gestaltete sich denn zuletzt das Verhältniß zwischen Kolonist und Direktor ganz erträglich, die Einen schrieen, währen die andern sich in die vom Direktor Kogan geschaffene Lage fügten, was sie wahrscheinlich nicht zu bereuen haben werden, indem ihnen, was Kolonisation anbelangt, von demselben manche Vortheile eingeräumt worden sind, die von seinen Vorgängern wohl nie genehmigt worden waren. Ein anderer Theil der Kolonisten hat allerdings zum