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Der Israelit · 1893-10-16 · Heft 82 (16.10.1893) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 82 (16.10.1893)
Date
1893-10-16
Page
– (sequence 10)
Language
German
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1556 als der nun Heimgegangene in seiner Weisheit vorautzsah, daß cs hier nicht im Platze sei, den Frieden zu erhalten und mit jenen in einem Verbände zu bleiben, damals fanden sich auch in Deutschland einige Rabbiner, die sich gegen ihn erhoben'; aber die Rabbiner Rußlands standen ihm zur Seite. Und nun sehen sie freudigen Herzens die segensreichen Folgen ihres gemeinsamen Einstehens mit diesem Manne, und — jetzt vollzieht sich das Gegentheil! Denn die gottessürchtigen Rabbinen Deutschlands stehen auf unserer Seite, während von den Rabbtnen Rußlands nicht ein einziger helfend für uns eintrat, mit Ausnahme des verstorbenen Rabbiners von Mir und des gegenwärtigen Rabbiners von Minsk. --„Wohl mag sich im tiefsten Herzen jener großen, heiligen Rabbinen, die gegen uns aufgestanden sind, ein Gefühl von Reue und Besorgniß darüber geltend machen, ob sie vielleicht dock gegen die Wahrheit sich verfehlt haben! Aber sie schweigen und beeilen sich nicht, gut zu machen, was sie möglicherweise Unrechtes gethan haben, in einer Sache, die doch ungezählte Tausende Israels berührt. Sie mögen wohl glauben, ihre Geschosse bätten denn doch keinen Schaden angerichtet, da sie sehen, daß der Machasike-Haddas- Verein in ungeschwächter Kraft weiterbesteht. Es. ist wahr, die gottessürchtigen Gelehrten sehen und begreifen wohl, daß die Entscheidung der Rabbinen, die unsere Schechita für zulässig erklären, dem eigentlichen Geist des Gesetzes entspricht und genießen auch thalsächlich von unserem Fleische. Aber die große Masse! Das eigentliche Volk, dem die wahre Einsicht und das richtige Verständniß abgeht, schenkt den Worten eines Redners Gehör, der die Farbe wie das Chamäleon wechselt. Dieser rief zuerst in alle Oeffentlichkeit hinaus, daß das Fleisch der andern nsnts und rto sei, und schmähte Herrn Dr. Adler und sein Beth-Din mit der höchsten Geringschätzung. Heute ist derselbe wie umgewandelt und verschreit unser Fleisch als ns->v. Was hat wohl dieser Wandel in der Gesinnung dieses Mannes hervorgerusen? Wer hätte nur die Kraft, der großen Menge die rechte Erkenntniß betzubringen und zu überzeugen, daß alle diese Worte keinen innern Werth haben, daß man einmal so und einmal so redet, wie es dem Betreffenden in den Sinn kommt? _(Schluß folgt.)-_ Literarischer Bericht. ftaul afrohom Synagogen - Gesänge für Cautor und Männerchor von Albert Weil, Cantor. Verlag von A. I. H o f m a n n, Frankfurt a. M. Bei derüberreichen Füllevon Synagogen-Gesängen für gemischte Chöre, welche bereits erschienen und fortwährend zu Tage treten, begrüßen wir es freudig und wissen es dem Verfasser Dank, durch das Erscheinen seiner Syn. Männerchöre einem wirklichen Bedürfniß, wenn auch vorläufig nur theilweise, abgeholfen zu sehen, besonders für solche Gemeinden, wo durch den Besuch der Knaben an den höheren Lehranstalten, insbesondere am Sabbatmorgen auf einen vollzähligen Chor selten gerechnet werden kann. — In solchen Fällen bietet das Männer-Quartett, ohne besonderen erforderlichen Aufwand den angenehmsten Ersatz. — Was nun oben genannte Compositionen betrifft, so können wir solche hinsichtlich ihrer edlen Slylisirung, korrekten Stimmführung und melodischen Fülle als eine recht gelungene Arbeit bezeichnen. — Ohne besondere Effekt-Hascheret bewegen sich die Gesänge in anmulhtg lieblicher Weise, entbehren der sonst so gerne gesuchten schwierigen Intervallen und sind ihrer zwanglosen Einfachheit wegen, auch mit bescheidenen Stimmmitteln ausführbar. Wir heben besonders hervor: das Ausheben in 8 A und D-dur nebst Al hakol, sowie das in O-ckur geschriebene Einheben. — Ohne Zweifel wohnt dem Verfasser ein inniges und gediegenes musikalisches Verständniß inne und freuen wir uns, seine Compositionen den betreffenden Kreisen bestens empfehlen zu können. L. Schl. Zeitungsnachrichten und Gorrespoudeuzeu. Deutschland. Kreuznach, 6. Okt. Seit einigen Tagen sind hier verschiedene russische Judenfamilien, bei ihren hiesigen Glaubensgenossen Hilfe suchend eingetroffen. Sie geben an, infolge Bankrotts der New Aorker Firma B. Weinberger, bet welcher sie ihre Passagegelder eingezahlt gehabt hätten, nicht nach Amerika befördert worden zu sein. Dasselbe Schicksal soll einigen Hunderten anderer Auswanderer aus Russisch Polen betroffen haben, die sich nunmehr von Hamburg ans nach allen Gegenden Deutschlands zerstreuten. England. Portsea, 10. Oktober. Der in meinem vorigen Artikel erwähnte Brief des ehemaligen Missionärs lautet: An Seine Ehrwürdcn Herrn Dr. H. Adler. 19. September 1893. Ehrwürdiger und lieber Herr! Nach großem Kampfe und Nachdenken habe ich beschlossen, mich von den abtrünnigen jüdischen

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