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Der Israelit · 1893-10-09 · Heft 80 (9.10.1893) · page 29

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Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 80 (9.10.1893)
Date
1893-10-09
Page
– (sequence 29)
Language
German
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6 angepflanzt worden, bei denen nichts von der Phylloxera zu fürchten ist. Da unsere Weingärten ausgedehnter werden, müssen wir auch unser Material an Kellern etc. vergrössern. Wir haben in diesem Jahre nahezu für 4000 Fr cs. neue Tonnen und Bottiche angekauft. Ausserdem hat mir Herr 8. H. G o 1 dschmidt, unser grossherziger Wohlthäter, gestattet, auf seine Kosten 50 Meter Kanäle zu bauen, wie auch einen Noriabrunnen zur Bewässerung eines Luzernefeldes und eines Maulbeergartens, die wir anzulegen im Begriffe stehen. Dieses Jahr konnten wir keinen Versuch mit der Seidenkultur machen, wie Sie mir dies gestattet hatten. Im Frühjahr waren die Räume, wo die Zucht angelegt werden sollte, von den Maurern besetzt, und zwar wegen der Anlage von Kanälen zur Kühlung der Bottiche während der Gährungsperiode. Weingärten. Wir haben allen Grund, mit dem Ertrage derselben zufrieden zu sein. Während der Feldbau nur massiges Ertiägniss gegeben, die Gärten sogar weit hinter unseren Erwartungen zurückgeblieben sind, haben die Weingärten dieselben um ein Bedeutendes übertroffen. Wir haben für dieselben 5615Frs. ausgegeben,* der Werth des im Jahre 1892 geernteten Weines, wie der Mehrwerth der früheren noch im Keller befindlichen Ernten, beträgt 27,529 Frs., und ist dies nahezu die Hälfte der Gesammteinnahmen der Wirthschaft. Jetzt wird es allenthalben hier zu Lande eingesehen, dass der Rebstock es ist, welcher den Ackerbauunternehmungen Palästinas zur Blüthe, und den Kolonisten zu besserer Existenz verhelfen wird. Die Frage ist nur, welche Reben angepflanzt werden sollen. Sollen die feinen Sorten aus dem M e d o c angelegt werden, oder die verschiedenen Varietäten aus dem Languedoc? Man ist darin nicht einig. Vielleicht liegt das Richtige hier, wie in so vielen Dingen, in der Mitte. Raum haben wir für beide. Die reichen und tiefgelegenen Felder müssen, wie mir scheint, für die ergiebigen Sorten reservirt werden. Dort wird man es durch geeignete Kultur bis zu 70 Hectoliter pro Hectar bringen und gewöhnliche Tischweine ziehen. (Fortsetzung folgt.) Bericht des Vereins zur Erziehung jüdischer Waisen in Palästina für das Jahr 1892, - —*- Frankfurt a. M., Juni 1893. Wenn wir in unserem vorjährigen Berichte melden konnten, dass Herr Dr. L. Grünhut, unser neuer Waisenhausdirector, demnächst nach Jerusalem übersiedeln werde, so können wir heute mit Befriedigung auf die Wirksamkeit, die derselbe seit seinem Amtsantritte entfaltet hat, zurückblicken. Vom 1. August bis Mitte Dezember 1892 führte provisorisch Herr Lehrer Stern die Geschäfte des Waisenhauses, und zwar mit grossem Geschicke. Erst zu dieser Zeit konnte Herr Dr. Grünhut, der in Folge der Quarantäne eine ebenso umständliche als unangenehme und kostspielige Reise gehabt hatte, sein Amt antreten. Wir freuen uns berichten zu können, dass er in a 11 e n Kreisen Jerusalems freundliches Entgegenkommen gefunden hat. Unter der neuen Direction hat sich auch die Zahl der Waisenzöglinge vermehrt; für einen der neu aufgenommenen Knaben hat eine edle Gönnerin, die ihr Interesse an unserer Anstalt bereits mehrfach bethätigt hat, eine Beisteuer von je 400 Mk. auf 4 Jahre zugesichert. Weitere Aufnahmen stehen bevor, sobald die Prüfung der Gesuche durch das Localcomit^ stattgefunden hat. Die Gesundheitsverhältnisse im Waisenhause waren trotz des heissen Sommers und des ungewöhnlich strengen Winters nicht ungünstig. Zwei Knaben haben nach Absolvirung der Schule die Anstalt verlassen und befinden sich in Konstantinopel, um Pharmazie zu studiren. Es sind dies Samuel Sabbath und Joseph Eichenbaum. Die Mittel zu ihrem Studium und Aufenthalte in Europa werden zum grössten

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