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Der Israelit · 1893-10-09 · Heft 80 (9.10.1893) · page 28

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Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 80 (9.10.1893)
Date
1893-10-09
Page
– (sequence 28)
Language
German
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5 früher arbeitet diese Abtheilung praktisch zwei Stunden Morgens von 7—9, und zwei Stunden Nachmittags von 8—5, die übrige Zeit ist dem Schulunterricht gewidmet. Die 1. Abtheilung arbeitet bis ll Uhr auf dem Felde und bringt den Nachmittag in der Schule zu. Die 2. Abtheilung hat Morgens Schulzeit und arbeitet Nachmittags im Freien. Auf diese Weise sind stets Zöglinge in der Schule und auf dem Felde beschäftigt. Personal. „Mikweh Jisrael“ hat den Ruf einer guten Organisation. Dies liegt namentlich an dem Eifer und der Hingabe der Angestellten, [die sich mit Fleiss^der ihnen gestellten Aufgabe widmen. Ich müsste sie sämmtlich hier aufzählen, damit ihre Namen bekannt würden. Ich habe jedoch Gelegenheit, ihrer in meinen Monatsberichten zu erwähnen, und Sie wissen, welche Dienste sie uns leisten. Gesundheitszustand. Zu Anfang des Jahres Hess der Gesundheitszustand zu wünschen übrig. Namentlich das Personal hatte unter dem Fieber zu leiden, und die Arbeiten konnten nicht ausgedehnt werden, weil es an Aufsicht fehlte. Ich kann wohl sagen, dass wir im Winter noch von den Nachwehen der Fieberepidemie des vergangenen Jahres zu leiden hatten; diesen Sommer jedoch war der Gesundheitszustand in Mikweh ein vorzüglicher, und hoffe ich, dass wir diesen Winter, frei von Fieber, und bei vollständigem Personal, alle projectirten Arbeiten zu Ende führen werden. Dr. Stein besucht unsere Anstalt regelmässig einmal in der Woche, und überwacht alle unsere Zöglinge und unser gesummtes Personal. Bevölkerung von „Mikweh Jisrael.“ Es schien mir interessant, eine Tabelle aufzustellen von allen permanenten Bewohnern von Mikweh. Die Zahl beträgt 178. Ausserdem beschäftigen wir noch zur Zeit des Beackerns und des Säens 100 bis 120 Arbeiter, die aus der Stadt oder den Dörfern herbeikommen. Die Bevölkerung von Mikweh beträgt alsdann 800 Seelen. Sie können sich vorstellen, welches Leben alsdann in unserer Wirtschaft herrscht. Die Besucher, welche alle diese Menschen bei voller Arbeit gesehen, verglichen Mikweh mit einem Bienenkörbe. Ich werde das Meinige thun, dass diese Bezeichnung stets die zutreffende bleibe. Israelitisch-russische Arbeiter. Ich stattete Ihnen seiner Zeit einen Bericht über dieselben ab, den Sie in Ihren Berichten veröffentlichten. Mehrere dieser Arbeiter haben uns verlassen, um nach Amerika zu ziehen; wir haben jetzt nur noch einige zwanzig, die in der Anstalt wohnen. Die Frage der Anstellung israelitischer Arbeiter in Ackerbauwirthschaften ist nicht leicht zu lösen. Man kann ihnen nicht mehr als 1 Frs. 30 Cts. als täglichen Lohn geben. Es ist dies ein Maximum, das nicht überschritten werden darf; mehr würde zu Verlusten führen. Die Kulturen ertragen keine höheren Löhne, und hier handelt es sich nicht darum, ein Wohlthätigkeitswerk zu thun, indem man höhere Löhne zahlt, als die Arbeit werth ist, sondern die Sache in rationeller Weise zu betreiben. In diesem Lande genügen 1 Frs. 30 Cts. zum täglichen Unterhalt eines Menschen, unter der Bedingung, dass er weder verheiratbet, noch mit kleinen Kindern belastet, und nicht für Wohnung zu sorgen hat. Diese Preise können füglich nur angenommen werden von Junggesellen oder von Familienmüttern mit zwei oder drei herangewachsenen Söhnen, die durch ihre Arbeit der Familie zu Hilfe kommen. Da es aber der Wunsch des Central-Comitüs ist, dass ich, um die zahlreichen russischen Flüchtlinge in Jaffa zu unterstützen, meine Arbeiter unter diesen russischen Auswanderern wähle, so werde ich bemüht sein, allen kräftigen und willigen Arbeitern unter denselben Beschäftigung zu geben. Verbesserungen des Grundstücks. Dieses Kapitel, welches alle Ausgaben umfasst, die nicht zur Bewirthschaftung gehören, ist dasjenige, welches die meisten Kredite im Jahre verschlungen hat. Bei der Aufnahme einer grösseren Anzahl von Zöglingen musste das Central - Comite naturgemäss die Möglichkeit schaffen, sie unterzubringen, und stellte daher die nöthigen Kredite zum Bau neuer Lokalitäten zu unserer Verfügung. Das Haus, welches wir auf dem „Berge Isaak“ errichten Hessen, ist 27 Meter lang, 11 Meter tief und hat eine Höhe von 8 Metern. Es ist zweistöckig und kostet uns nahezu 17,000 Frs. Vor einem Jahre hat das Comite die Anlegung eines neuen Orangengartens beschlossen, der, wenn er erst in vollem Erträgnisse stehen wird, jährlich 8 bis 10,000 Frs. Nutzen bringen wird. Wir haben die Arbeiten in diesem Jahre fortgesetzt und 9,065 Frs. ausgegeben. Der fertige Garten wird ungefähr 20,000 Frs. kosten; zwei Drittel der Ausgaben sind schon gemacht; es bleibt uns nur noch übrig, die Urbarmachung zu vollenden und die Bäume anzupflanzen. In diese Rubrik setzen wir gleichfalls die Ausgaben, die zur Urbarmachung für den neuen Weingarten und die Baumschule erforderlich waren und die 4,955 Frs. betrugen. Wir haben in diesem Jahre mehr als 4 Hectaren zu Weingärten urbar gemacht und bepflanzt, und zwar in 3 Parzellen, die den Namen Cremieux, Kann und Veneziani erhalten haben. Die aufgepfropften Reben sind alle von den feinsten Sorten. Ein grosser Theil der Abtheilung C r ö mi e u x ist in amerikanischen Stöcken

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