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Der Israelit · 1893-10-09 · Heft 80 (9.10.1893) · page 30

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 80 (9.10.1893)
Date
1893-10-09
Page
– (sequence 30)
Language
German
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Theile von dem Verein „Lemaan Zion“ und einzelnen Wohlthätern aufgebracht. Ein weiterer Zögling, Isaac Ko fl er, der in der Handwerkerschule der Alliance das Schmiedehandwerk erlernt hat, ist bestrebt, sich selbst zu ernähren. Was speciell die Schule betrifft, so lauten auch über deren Leistungen die Berichte allseitig günstig. Das Schuljahr schloss am 27. März d. J. und begann wieder am 11. April. Von diesem Jahre an wird im MonatTammus, der Zeit der grössten Hitze, der Unterricht ausfallen. Die Kinder sollen während des Ferienmonates unter der Aufsicht eines Lehrers Schularbeiten und kleine Ausflüge machen. Da die Lehrer sich in der Aufsicht während der Sommerferien ablösen werden, so bleiben jedem Lehrer 3 Wochen zur Erholung. Die Prüfungen fanden am 23. März statt, waren aber vom Wetter nicht begünstigt, da ein ungewöhnlich heftiger Schneefall und Sturm herrschte. Eine zweite Prüfung wurde auf Wunsch des Herrn Bodenstein aus Berlin am 29. März veranstaltet, welcher ausser Herrn und Frau Bodenstein auch Herr Dr. Feuchtwanger und Herr Adelmann, der Agent des Vereins „Lemaan Zion", beiwohnten. Die Zahl der Schüler ist gegenwärtig 100; von den Externen erhalten 66 Mittagessen und 6 vollständige Kost im Waisenhause, den Aermsten wurden durch Vermittelung des Vereins „Lemaan Zion“ und verschiedener Menschenfreunde auch Schuhwerk und Kleidung gespendet. Zur Purimfeier gelangte ein von dem Hilfslehrer Herrn Bon di geschriebenes, von den Herren Director Dr. Grünhut undDirector Cohn revidirtes dreiactiges jüdisches Characterbild zur Aufführung. Die Vorstellung, die im Waisenhause stattfand, und welcher viele Freunde der Anstalt, darunter auch der österreichische Herr Generalkonsul von Kwiatkowski, beiwohnten, hatte sich einer sehr beifälligen Aufnahme zu erfreuen. Zu erwähnen ist noch die Theilnahme der Schule bei der Installationsfeier des neuen Chaham Baschi Eljaschar. Einer Einladung dieses ehrwürdigen Freundes der Anstalt folgend, waren Lehrer und Schüler bei der Feier in der grossen Synagoge anwesend. Die Zöglinge trugen durch den Gesang des 24. Psalms und der Hymne „Jigdal“ viel zur Hebung der Feier bei, welcher auch der Oberrabbiner der Aschkenasim, R. Samuel Sa 1 an t, und R. Josua Lob Diskin beiwohnten. Der Chacham Baschi bezeugte seinen Dank durch einen mehrstündigen Besuch unserer Anstalten, wobei er eine Prüfung im Talmud und im Hebräischen vornahm. Der ehrwürdige Greis sprach sich auch dritten Personen gegenüber hochbefriedigt über die Leistungen der Schule aus. Auch verschiedene Herren aus Europa erfreuten unsere Anstalten mit ihrem Besuche. Wir nennen u. A. die Herren Wohlgemu th, Stadtverordneten, und Julius Bodenstein, Repräsentanten der jüd. Gemeinde aus Berlin, Aby Warburg aus Hamburg, James H. Salomon, Dennis Edwin Samuel, Hermann Landau und Dr. A. W.Meyer aus London. Mit Herrn Landau besichtigte auch dessen Reisegefährte, Herr Legationssecretär Dr. Kr eye r, ein Nichtjude, unsere Schule. Besondere Erwähnung verdient noch der Besuch, den Herr I s w o 1 s k y, Attache im Ministerium für Volksaufklärung in St. Petersburg, der Schule abstattete. Dieser hochgestellte russische Beamte, der im Aufträge seiner Regierung das Schulwesen in den verschiedenen Staaten Europas studirt hatte und sämmtliche Erziehungs¬ und Unterrichtsanstalten Jerusalems eingehend prüfte, hat sich dahin geäussert, dass unsere Schule die einzige sei, in welcher der modernen Pädagogik volle Rechnung getragen wird. Er bat schliesslich um die Erlaubniss, dass der erste Lehrer der russischen Schule in Jerusalem eine Zeitlang in unserer Schule hospitire. (Fortsetzung folgt.) Briefkasten. M. K. in L., Gm. 81. in F. und mehreren Anderen. Besten Dank für Ihre Spende: warum aber haben Sie keine Sammlung in Ihrer Gemeinde veranstaltet? Das war doch der eigentliche Zweck der Zusendung des Hilferufs an die Gemeinde -Vorstände, und bekanntlich ist ja nanj/n p nnr ntryon bru. Sie können aber das Unterlassene immer noch nachholen, und ich bitte recht sehr darum! F. K. in I>. Geben Sie gefälligst Ihren Spendenverzeichnissen in Zukunft die Fassung, in der Sie dasselbe abgedruckt finden werden, und schreiben Sie niemals mit Bleistift, dessen Undeutlichkeit viele unangenehme Druckfehler znr Folge hat, an denen der Setzer ganz unschuldig ist.

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