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Der Israelit · 1893-10-05 · Heft 78-79 (5.10.1893) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 78-79 (5.10.1893)
Date
1893-10-05
Page
– (sequence 2)
Language
German
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1480 passiven lassen, welche unsere großen Weisen an sie geknüpft haben, da eröffnet sich uns eine neue Welt mit einer solchen Fülle von Wahrem und Schönem, daß uns eine Ahnung von dem tiefem Weh aufgeht, welches das heilige Soharbuch über diejenigen ausruft, welche die Erzählungen der Thora mit denselben Augen ansehen, mit welchen man menschliche Erzählungen beurtheilt. MM’iH KTDD3 WVmNl N"|1BD V^pDT '11 Greifen wir aus den Erzählungen unseres Wochenabschnitts z. B. die Geschichte des ersten Bruderstreits heraus und aus der Fülle des Belehrenden nur eine einzige Bemerkung, welche unsere Weisen im Midrasch daran knöpfen, o^yn pi^m ne« nv vom ‘ran pp ititn dn pp rr^ "low "i^dn ^an o’jb' ’s naa ’jni “jjmp ia Paprüff cnpo ’pVn by pbn mv p Drrra ncüp n’rsj m iai ^yi ‘m-i n1? ^>an ->on .tcnnn m» ]vsi a'na )br\bi nura nnrna vvi no«Jtff Kajin sprach zu Hebel, seinem Bruder; und es war, als sie an dem Felde waren, da erhob sich Kajin über Hebel seinen Bruder und ermordete ihn (I. B. M., IV. 8). Was sagte er ihm? Wir wollen die Welt theilen und ich als Erstgeborener beanspruche zwei Theile. Zugestanden, erwtederte Hebel. Aber, fuhr Kajin fort, ich verlange zu meinem Theil noch die Stätte, an welcher dein Opfer angenommen wurde. Dieje, antwortete Hebel, darfst du nicht nehmen. — Hierüber entstand der Streit zwischen ihnen, denn es ist gesagt: es war, als sie an dem Felde waren, da ermordete Kajin seinen Bruder Hebel und anderwärts steht's geschrieben: Zion wird wie das Feld umgepflügt. (Jeremia, C. 26, B. 18). Wie sich Hebel und Kajin gegenüberstanden, so stehen sich noch heute in mörderischem Bruderkampfe alle diejenigen gegenüber, die von den gleichen Gesinnungen beseelt, aus denselben Anlässen in Streit und Hader entbrannt sind. Auf der einen Seite stehen die Männer der Erde, die mit ihrem Sinnen und Trachten an der Scholle hängen, die, wie der Name „Kajin" sagt, erwerben und nur erwerben wollen, die widerwillig und nur mit gerunzelter Stirn die Opfer bringen, die sie aus Rücksichten des Anstandes oder Bortheils nicht versagen können. Sie geriren sich als die Herren der Welt, sie sind ja die Weitlinge xar exekllenee und reklamiren für sich einen doppelten Theil vornweg von allem, was die Welt bietet. Diese Anmaßung wird von den anderen s e lbstverstündlich gefunden und anerkannt, ja sie wird vielleicht nicht einmal als solche mehr empfunden. Was sollten auch diejenigen, die sich mit ihrem Denken und Streben bereits über die Erde erhoben und ihre Sorgfalt höherer Bestrebung, wie Hebel, dem Hirtenberuf zugewendet haben, die somit ihre Aufmerksamkeit und Hingebung nicht selbstsüchtig auf sich beschränken, sondern sie für andere Lebewesen übrig haben, die jederzeit bereit sind ihr Bestes und Theuerstes den höheren, göttlichen Zielen zu opfern, was sollten sie durch krampfhaftes Festhalten an dieser Welt und ihren Gütern den Frieden verscheuchen, dem sie sonst jedes mögliche Opfer zu bringen bereit sind! Dieser Gegensatz ist erklärlich und verliert daher viel von seiner Schärfe, sobald man ihn nur richtig würdigt. Warum sollte derjenige nicht ein gutes Stück der Welt mehr an sich reißen können, der die Kniffe und Pfiffe nicht verschmäht, vor welchen der Redliche zurückschreckt, der vor dem Worte Gottes zurückbebt: „Ein Greuel Gottes ist der, wer dieses thut, jeder der Unrecht übt!" Warum sollte — menschlich gedacht — derjenige nicht mehr zusammenscharren können, der aus seinem Leben die Tage der Ruhe und Weihe streicht und Gott das Opfer der Einstellung jeder Werktüätigkeit versagt, um ihn dafür mit den wenigen Minuten abzufinden, die eine Anstandvisite im Gotteshause beansprucht? Dies alles ist begreiflich und erträglich. Unerträglich aber wird die Anmaßung, die sich bei aller Selbstsucht, die jede edle Regung erstickt, noch stolz in die Brust wirst und noch die Stätte, die rechte Art und Weise der Gotteshuldtgung sich vtndiciren und denjenigen, denen sie gehört, absprechen möchte. Diejenigen, die wie Simri handeln und Lohn wie Pinchas verlangen, diejenigen, denen alles Höhere und Göttliche zum Gespött und Gelächter geworden, welche den gotttreuen Opfersinn des Bruders als überwundene Thorheit belächeln und ihren Leichtsinn und Abfall, als Ausbund aller Bildung, Aufklärung und geläuterter Religiosität ausposaunen, diese sind es, die den Bruderzwist zu allen Zeiten vor Gott und den Menschen zu verantworten haben. Dieses Gebühren hat das erste Bruderpaar entzweit, dieses Gebühren hatte zur Folge, daß Zion wie ein Feld umgepflügt wurde und dieses Gebühren ist es, das heute noch die zu brüderlicher Innigkeit Berufenen in feindliche Parteien und sich gegensei. tig befehdende Richtungen auseinander gehen läßt. Denselben Gedanken spricht in etwas anderer Fassung der Midrasch Rabbah zur Stelle aus, wenn er den ganzen Streit zwischen Kajin und Hebel darin gipfeln läßt, in wessen Gebiet einst das Tempelheiltgthum sich erheben werde. bam pp rrn ."IO by rrw ban hx pp wi mai ’onna icn nn enpon rva ruaj ’onna idn nr m» pNi mtia canvna wi hcnjip «npan rva . itnnn mir p’ä -idnjp tnpDn rva Je mehr Kajin an der Scholle hängt und der

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