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Der Israelit · 1893-09-22 · Heft 76-77 (22.9.1893) · page 29

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Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 76-77 (22.9.1893)
Date
1893-09-22
Page
– (sequence 29)
Language
German
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1475 kämpfen und befeinden bis aufs Blut, und den Aron muß ich bekämpfen und den Friedenstein ... Ach Gott, der Frtedenstein! Hier sind fünf Groschen, Davidleben, gieb ihm die, die bin ich ihm noch vom letzten Skat schuldig . . . Fünfhundert Mark hat mich die Geschichte schon gekostet, daß ich Antisemit geworden bin, und wer weiß, was sie mich noch kostet. Aber davon will ich nicht reden. Was fang' ich an, Davidleben, wenn ich Dich nicht mehr der Schulbank auf verkehrt hatte, verlieren sollte. „Geht denn gar nichts dagegen zu machen?" fragte er endlich. „Du kennst sie,' entgegnete Schnabel dumpf. „Wenn sie sich einmal etwas in den Kopf gesetzt hat, ist nichts mehr dagegen zu wollen. Sie ist eine energische, kraftvolle Frau, daß muß man sagen." „Aber könntest Du Dich jetzt nicht einmal ordentlich gegen sie auflehnen?" E Hoschana Rabatz in der portugiesischen Synagoge zu Amsterdam. (Gezeichnet von B. Picart im Jahre 1724.) sehen, nicht mehr sprechen kann, denn als Antisemit darf ich doch nicht mehr mit Dir verkehren. Oder doch? Was meinst Du, Davidleben? Heimlich, vielleicht unter der Etsenbahnbrücke, weißt Du . . unter dem letzten Bogen? Da könnten wir vielleicht auch unfern Skat machen . Nathan schüttelte nur immerfort den Kopf und blickte sehr betrübt vor sich hin. Es ging ihm sehr nahe, daß er den alten Freund, mit dem er von Schnabel blickte seinen Freund entsetzt an. „Schicke mich auf die Löwenjagd", sagte er, „ich will's thun; stelle mich auf einer weltentlegenen Insel einer Horde blutgieriger Kannibalen gegenüber — ich will den Kampf^mit ihnen aufnehmen; kurz, verlange von mir, was Du willst, und ich werde Dir folgen — aber mit ihr den Krieg führen — nein, Davidleben,* das kann kein Sterblicher."

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