Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 34 (1893)
- Issue
- Heft 76-77 (22.9.1893)
- Date
- 1893-09-22
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2446951-2448315-2448387--37132-2485184- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
1448 ’N'jrna ’ja n» ’naienn maiaa *a DSTm iyv^> . 's n w onso pnd nmx „In Hütten sollt ihr wohnen sieben Tage, jeder Eingeborene in Israel soll in Hütten wohnen; damit eure Geschlechter es wissen, daß ich in Hütten wohnen ließ die Kinder Israels, als ich sie heraus» führte aus dem Lande Mizrajim; ich bleibe Gott, euer Gott." (IH. B. M. C. 23, V. 42. 43.) Hütten waren es, leichte, hinfällige Hütten, in welchen Gott sein Volk in der Wüste wohnen ließ. In der Wüste, wo die Gluth des Tags alles versengt und der Frost der Nacht alles erstarren läßt; in der Wüste, in der die Elemente in ihrer entfesselten Urmacht walten, in welcher die Raubthiere, Schlangen und Skorpionen ihr eigentliches Heim haben, in der Wüste schützte Gott unsere Väter gegen alle diese Gefahren durch bloße, hinfällige Hütten. Worin lag der Schutz, den diese leichten Wanderzelte gewährten? Was machte die Hütten und ihre Bewohner so stark, allen Mühsalen und Unbilden einer vierzigjährigen Wüstenwanderung zu trotzen? Es wird uns dies an einer anderen Stelle gesagt, welche die wunderbare Erhaltung des ganzen, nach Millionen zählenden Volkes während des Aufenthaltes in der Wüste uns zur besonderen Erwägung mit den Worten anheimgiebt: „Gedenke des ganzen Weges, den dich Gott diese vierzig Jahre in der Wüste geführt hat, um dich leiden zu laffen, dich zu prüfen, damit du wissest, wie es um dein Herz bestellt sei, ob du seine Gebote hüten werdest oder nicht. Er ließ dich leiden, ließ dich hungern und speiste dich mit dem Manna, das du nicht kanntest und nicht deine Väter kannten, um dir kund zu thun, daß nicht vom Brod allein der Mensch lebt, sondern daß von allem was dem Munde Gottes entströmt, der Mensch lebt." (V. B. M. C. 8, V. 2. 3.) Das was dem Munde Gottes entströmt, sein Ausspruch, sein Gesetz und dessen Verwirklichung, sie sind es, die dem Menschen, der sie zur Richtschnur seines Daseins macht, Leben und Gedeihen, und ihren Hütten Dauer und schützende Kraft verleihen. — Von den flüchtigen Wanderhütten, welche die jüdischen Fahnenlager in der Wüste bildeten, lehrt daher die Ueberlieferung ausdrücklich, daß sie auch in der religionsgesetzlichen Praxis den Charakter fester, constanter Wohnungen hatten, weil es der Ausspruch Gottes war, der ihre Bewegung und ihre Ruhe leitete. (Talmud Erubin fol. 55.) tyi ij/d’ fn D hy pa 3'naT p»a moNp ianv »pjn ’d*i 'v"pi ’irupj urp 's Dieses Vertrauen in den Ausspruch Gottes ließ die Väter Ihm in die Wüste folgen. Dieses Vertrauen läßt die Enkel noch alljährlich mit Eintritt der rauheren Jahreszeit das Haus verlaffen und ihre Hütten auch in der n'zy nmo, auch im Extle aufsuchen. Sie fürchten nicht die widrigen elementaren, sie fürchten nicht die oft noch widrigeren sozialen Verhältnisse ihrer Umgebung. Sie fürchten nicht nur nichts, ihrem Vertrauen erblüht sogar die reinste, lauterste Freude, der Menschen überhaupt fähig sind, die Freude vor Gott, dessen Zeugen sie sind, und noch heute treten sie als Garanten der Verheißung ein: h »w, daß Gott ihr Gott geblieben ist, wie er es vorhergesagt. Mit D'pbw wn '*i haben sie an der Schwelle des Jom Kippur von diesem Abschied genommen, mit dem Correlat dieses Lebensvorsatzes, mit der beglückenden Verheißung "i »w begrüßt sie das Freuden- und Hüttenfest. Daß Gott unser Gott ist und bleibt, läßt uns leicht auf alle Veranstaltungen, auf alle Hebel und Stützen verzichten, die der Menschheit sonst zur Schaffung und Erhaltung ihres Lebensglücks unentbehrlich erscheinen. Selbst das schützende Haus, selbst das schirmende Dach zurückzulassen und sich unmittelbar unter Gottes himmlischen Schutz zu stellen, wie es die Väter in der Wüste thaten, das ist der Gedanke, der dem Sukkothfest zu Grunde liegt, das ist die Freude, die es bringt und die keine feindliche Macht der Erde zu rauben oder auch nur zu trüben vermag. t^nn n"apn n:n o^iya naiD mxo D”por 'v hj irnana new wn p*r inw lp'r ypnon p rbv i'vv .i? Wer Mizwas Sukkah in dieser Welt aufrecht erhält, den erhält sie aufrecht, den schützt der Heilige, gepriesen sei er, vor allen Schaden bringenden Mächten, daß sie ihn nicht schädigen, denn so sagt das Psalmwort: Mit seinem Fittig deckt er dich. Midrasch Jalkut Emor.) Die scheinbar überflüssigen Worte, die wir durch gesperrte Schrift hervorgehoben haben, scheinen sagen zu wollen: Die treue Erfüllung der Sukkohspflicht wird die uns feindlichen Mächte nicht bannen und verschwinden laffen. Aber sie wird mehr thun als das. Die feindlichen Mächte bleiben in ihrer Macht und die Hütte mit ihren Bewohnern verbleiben in ihrer hinfälligen Schwäche, aber sie werden trotzdem keinen Schaden zu stiften vermögen. Es ist der Schildschutz, den wir bei □ma« po, nn po und an vielen Orten sonst finden, welcher den Andrang der feindlichen Geschosse voraussetzt, an dem aber jeder noch so wuchtige Angriff erfolglos abprallt. So jagen es ja die Schlußworte des von dem Midrasch citirten Psalm- Verses ausdrücklich: „Mit seinem Fittig deckt er dich, unter seinen Schwingen bist du geborgen,