Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 34 (1893)
- Issue
- Heft 76-77 (22.9.1893)
- Date
- 1893-09-22
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XXXIV Jahrgang. 76 & 77. Der Israelit. Ei« Gentrak-Hrgan für das orthodoxe ZudenLtzum. Begründet von Dr. Lehma»« in Mainz. Freitag, de» SS September 5654 (1893), Da mit dem 1. Okt. 1893 ein neues Quartal beginnt, so erlauben wir uns, die geehrten Abonnenten darauf aufmerksam zu machen, daß namentlich bei der Post das Abonnement frühzeitig erneuert werden muß, damit die Versendung keine Unterbrechung erleide. In der Postzeitungsliste pro 1893 eingetragen unter Nr. 3224. _ _ Wir geben heute eine Doppelnummer, da des hl. Sukkothfestes wegen die nächste Nummer, wiederum eine Doppelnummer, Donnerstag, den 5. Oktober erscheint. Leitender Artikel. Zn der SuKKoy. Mainz, 19. September. In der Sukkoh, in welche Israel alljährlich nach seinen üohen, ernsten Festtagen einzieht, um dort sein Freudenfest zu feiern, waltet ein Geist, ein Leben und Hoffen, ein Fühlen und Denken, das mit dem Lärm des Tages, wie er sich draußen vollzieht, in ausgeprägtem Gegensatz steht. In der Sukkoh waltet der Friede, draußen wogt der Kampf, draußen herrscht der Prunk, hier trägt alles den Character schlichter Anspruchslosigkeit, quaderfteinerne Bauten draußen, hier eine aus wenigen Brettern gezimmerte Hütte, draußen wölben sich wohlgefügte Dächer und Kuppeln, hier gewährt ein leichtes Lauddach Schutz und Schirm, durch welches Gottes Sterne ihr mildes Licht auf die Hütteninsaffen niedersenden. Keine von allen Mizwoth ergreift so den ganzen Menschen, der sie übt, in keine geht er in des Wortes eigentlicher Bedeutung so ganz ein und auf, als in Mtzwas Sukka. Mesusa, Tefillin, Zizith, Mtla weihen einzelne Theile unserer Umgebung und unseres Körpers, aber in der Sukkah ist unsere ganze Persönlichkeit von der Mizwa umgeben. Alle unsere Feste hat die außerjüdische Welt nachgebildet und sie sich, wenn auch vielfach modifizirt. angeeignet. Unserem Peßachfeste ist das Osterfest nachgebildet, Schabuoth liegt dem Pfingstfest zu Grunde; Rosch-Haschono hat in dem Neujahrsfest, Jom Kippur in den Buß- und Bettagen seine Nachbildung gefunden, ebenso Chanuka und Purim. Aber unser Hüttenfest ist, soweit uns bekannt ist, noch von keinem Volke und keinem religiösen Bekennrniß zur Feier herausgegriffen worden. Hier muß sich das, was die jüdische Lebensanschaunng von der nichtjüdischen scheidet, in ganz hervorragender Weise manifestiren. Diese Scheidung wird nicht ewig dauern. Wenn der letzte Kampf ausgekämpft sein wird, den die gegen Jerusalem geschaarren Völker gegen dasselbe führen, wie ihn das letzte Kapitel des Propheten Secharjah schildert, dann wird das Hütteufest das Verbrüderungsfest zwischen Israel und den übrigen Völkern werden, wie dies die Hafthora des ersten Sukkohstages mit den Worten ausspricht: D'^»rr by o'ton o’un bin nnun bi rrm .noDn )li dn jrfri ■» h -f?Db mnrwrft mtco ru» ho „Was von den Völkern übrig bleibt, die gegen Jeruscholajim gezogen, wird Jahr für Jahr hinaufziehen und sich niederwerfen vor dem König Gott, Zebaoth und das H ü t t e n f e st feiern." (Sechajah C. 14, V. 16.) Werfen wir einen Blick auf die geschichtliche Bedeutung des Hüttenfestes einerseits und auf den Gegensatz zwischen der jüdischen und außerjüdischen Welt- und Lebensanschauung andererseits, so dürften sich die innigen Beziehungen zwischen beiden leicht ergeben. Die geschichtliche Bedeutung des Sukkohsfestes wird in der Thora durch folgende Sätze ausgesprochen: noon ^khit'3 m’nn bj D’D’ nysitf deti rcDa