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Der Israelit · 1893-09-14 · Heft 74 (14.9.1893) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 74 (14.9.1893)
Date
1893-09-14
Page
– (sequence 3)
Language
German
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1405 aber nicht um die Verschonung von ihnen bitten. Aber Gottes großes Erbarmen rechnet unser dtdö unfern Einsatz des ganzen Lebens, rechnet den Kampf und den Schmerz, den uns die Lossagung von Sünde und Schwäche bereiten, als die Mittel an, welche uns die verscherzte Reinheit w^ederbringen. Diese trostvolle Wahrheit findet sich im heiligen Soharbuche deutlich ausgesprochen: •naDrvtn *iy ineano tsbi pin rv«n lofon xn pmon iv uA n:n pyn *®iy dx Tnn wbyn im 22 -inx wnnV ppbbj tdoi xmrb ’xti .tou 2'N' ’xm 'Di xv^yv "iBsrvxi jnds (»sjrt ph’do vVy ^'"0 (-12222 ’D irm) irairfc rrb 2022:5 mfy oniv n*2ip p2i „Es ist ein Geheimniß Gottes, daß es Sünden gibt, die nicht gesühnt werden, bis der Mensch von der Welt scheidet, denn so ist es gesagt: „Diese Sünde wird euch nicht gesühnt, bis daß ihr sterben werdet." Weiht sich aber Jemand selber dem sicheren Tod und übergibt sein Leben dem Jenseits, so ist es, als sei er von dieser Welt geschieden; über einen solchen erbarmt sich der Heilige, gesegnet sei er, mit Recht, um ihm seine Schuld zu sühnen." Doch dafür, daß Gott den ernsten Vorsatz, unser Leben ganz ihm hinzugeben, für die Thal nimmt, bedarf es nicht erst weit hergeholter Belege. Dafür steht als bewährter Zeuge der Ahn des jüdischen Volkes da, der bereit war, das Leben des eigenen Kindes, das ihm gewiß theuerer war, als das eigene, htnzugeben, und dem Gott diese beabsichtigte Hingebung anrechnete, als hätte er sie thatsächlich vollzogen. Als Vater Abraham sein einziges Kind für den Opfertod band, erflehte er für seine Nachkommen die Gewährung der Teschubah-Tage, damit seine Kinder angeregt würden, sich zu demselben pDjn m»D2, zu derselben Einsetzung des eigenen Lebens frei zu entschließen, wie er sie hier zu vollziehen im Begriffe stand. Wahrlich, die volle, ernste Rückkehr zur jüdischen Wahrheit, zur Gott gebotenen Pflicht, erfordert heutzutage bw nToo, die Drangabe des ganzen Lebens. Sie allein vermag uns der ^202 der schmerzensreichen, läuternden Leiden zu entheben, die, soweit Menschenaugen sehen, allenthalben unser warten. Möge daher die Mahnung zur rawn, welche diese Tage bringen, aufgegriffen und beherzigt werden, damit unsere Rückkehr und die aus ihr erblühenden guten Thaten die bewährte, von den Vätern überkommmene Wahrheit aufs neue bestätigen: nujn'ön ’jso Dnro d>2id tr^ym rown „Teschubah und gute Thaten sind wie ein Schild gegen das strafende Verhängniß." AeltirrrgSrrachrichterr und Correspoudeuzeu. Deutschland. Hamburg. Die fünfzigjährige Jubiläumsfeier des israelitischen Krankenhauses in St. Pauli wurde gestern Morgen durch Redeakt und Gesang begangen, wozu der Betsaal durch den Decorateur Hannewacker eine besonders schöne Ausstattung erhalten hatte, indem nicht allein die Gala-Vorhänge aus rothem Seidenplüsch mit Goldstickerei, sondern auch der dem Krankenhause anläßlich eines goldenen Hochzeitsfestes geschenkte rothsammetene Vorhang mit echter Vergoldung bei dieser Feier Verwendung fanden. Zur Erinnerung an den Stifter dieser segensreich wirkenden Heilstätte, Herrn Salomon Heine, hatte man einen Platz im Betsaal in sinniger Weise mit dem Schmuck der schönsten natürlichen Rosen und mit dem Spruche: „Menschenliebe ist die Krone aller Tugend" versehen. Ferner zierten Coniferen, Blumen und prächtige Draperien den Saal. Auf dem Treppen-Podest zwischen der ersten und zweiten Etage hing das hübsch umkränzte Oelbild des Herrn Salomon Heine, während unter demselben ein prachtvolles Blumenarrangement Platz gefunden hatte, lieber dem Bilde las man die Inschrift: „Deine verdienstvollen Thaten ziehen Dir voran. Die Herrlichkeit des Ewigen geleitet Dich!" Zu der um 11 Uhr Vormittags beginnenden Feier hatte sich ein sehr zahlreiches durch Einladungskarten legitimirtes Publikum eingefunden,' als Vertreter des Senats war Herr Syndicus Dr. von Melle, von der israelitischen Geistlichkeit die Herren Rabbiner Dr. Leimdörffer vom Tempel und Herr Dr. Hannover vvn Wandsbek, ferner frühere im Krankenhause angestellte und die gegenwärtig noch dort thätigen Herren Aerzte rc. erschienen. Ein von Herrn Arnold Müller vorgetragenes Harmonium- Präludium eröffnete die Feier, worauf der Obercantor der Gemeinde, Herr Dreiblatt, mit dem von ihm geleiteten Knaben Chor den Choral: „Wie lieblich sind deine Zelte Jacob" vortrug. Darnach sang der Ehorverein (Männerchor) unter Leitung des Herrn D. Beit den 100. Psalm: „Jauchzt dem Herrn" und dann der Knabenchor den 118. Psalm: „Ich danke Dir." Nach Beendigung eines kurzen Postludtums hielt Herr Oberrabbiner Dr. Hirsch die Festpredigt und erwähnte, wie nunmehr das 50. Jahr des Bestehens des Krankenhauses erreicht sei und dafür mit dankerfülltem Blick zu Gott auch dem Dank für den Gründer der Heilstätte Ausdruck gegeben werden müsse, dem sich der Dank für die Leitung und Verwaltung anschließe. Vor 50 Jahren habe im Hause der Kampf gegen die schwersten Uebel der Menschen gegen die Schmerzen des Leibes, gegen die Aengste der Seele und

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