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Der Israelit · 1893-09-07 · Heft 72-73 (7.9.1893) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 72-73 (7.9.1893)
Date
1893-09-07
Page
– (sequence 4)
Language
German
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auf dem hiesigen Friedhofe stattgefnnden, wobei der Herr Bezirksrabbtner Dr. Löwenstein dem Verstorbenen einen ergreifenden Nachruf hielt, in welchem er das Wirken und Schaffen, das durch sein jiö ob ausgezeichneten Mannes eingehend beleuchtete. r>"2Zrrn Straßbrrrg in Westpreußen, 3. Sept. Bei den Anfeindungen, denen heutigen Tages so häufig Juden, Judenthum und jüdische Einrichtungen von den Bekennern der anderen Religionen ausgesetzt sind, muß es jeden wahrhaften Israeliten mit aufrichtiger Freude erfüllen, so er einmal Gelegenheit hat, sich zu überzeugen, daß es doch noch Kreise gibt, in denen der Same des Haffes gegen alles, was jüdisch heißt, noch nicht anfgegangen. Ich glaube daher, daß folgende Mittheilung das Interesse der Leser Ihres werthen Blattes erregen wird, die nur den Zweck verfolgt unsere Glaubensgenossen in anderen Städten im gegebenen Falle zu ähnlichem Vorgehen anzuspornen. In unserer Stadt wären die herannahenden Feiertagein diesem Jahre für unsere jüdischen Kaufleute, die noch alle an Sabbat- und Festtagen ihre Geschäfte geschloffen halten, eine große Versuchung gewesen, da diesmal nicht weniger als drei Wochenmärkte und ein Jahrmarkt an denselben abgehalten werden sollten. Daher wandte sich der hiesige Herr Rabbiner, sowie die gesammte jüdische Kaufmannschaft an den hiesigen Magistrat mit der Bitte die betreffenden Märkte zu verlegen, indem sie darlegten, welch' ein großer Schaden ihnen und den auswärtigen Marktbesuchern entstände, wenn ihr Gesuch abschlägig beschicken werden sollte. Die Stadtverwaltung war nun so human das Gesuch anstandslos zu genehmigen, was um so erfreulicher ist, als alle orthodoxen Geschäfsleute durch die Lage der diesjährigen hohen Festtage dreimal je 4 Tage nach einander (Sonnabend, Sonntag, Montag, Dienstag) ihre Lokalitäten geschlossen halten müssen. Möge ihnen für dieses Opfer, das sie der Religion bringen, der himmlische Lohn nicht ausbletben! G. St. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Wien, 3. September. 12p rta Man; Am Freitag wurde hier Frau Caroline Horowttz, Wtttwe unseres 1868 verstorbenen Oberrabbiner Lazar Horowitz yj, zu Grabe getragen. Sie hatte das hohe Alter von 87 Jahren erreicht. Ihr Gatte war bekanntlich ein Urenkel des inat mpn. Dr. S. Gelbhaus, der bisher Prediger am neuen Tempel in Prag war, hat diesen lucrativen Posten mit dem minder einträglichen am Tempel in der Alservorstadt hier vertauscht und wurde er in sein neues Amt feierlich etngeführt. Dr. Gelbhaus ist ein ausgezeichneter Hebrätst, er hat einige Predigten Jellinek's ins Hebräische übertragen. Da sich bet Dr. Jelltnek die Folgen des Alters schon fühlbar machen, so wurde ihm der Gymnasiallehrer Dr. Jonathan Wolf als Prediger mit dem Titel Rabbiner an die Seite gegeben. Dr. Wolf's Fach ist zwar die klassische Literatur, er ist aber auch ein Kenner der hebräischen Sprache. Auch wird bei Dr. Wolf koscher Haus geführt, was hier in Wien schon viel sagen will. Wie aus dem Landesgerichte jetzt verlautet, wird der Prozeß gegen den famosen Paulus Meyer, der Augenzeuge eines Rttualmordes gewesen sein will, noch in diesem Monate stattsinden, derselbe wird zwei Tage dauern. Landesgerichtsrath Haller wird dabet präsidiren. Neben Meyer werden auch der Redacteur des „Vaterland", Franz Doll, und der Pfarrer Dr. Josef D e ck e r t, der Rohling Wien's, weil sie Meyer's Erzählung vom Rttualmorde veröffentlicht haben, auf der Anklagebank sitzen. Nicht nur die Juden, sondern auch die aufgeklärten Christen Wiens freuen sich schon auf diesen Prozeß. Horn (Niederöfterreich), 4. Sept. In der heutigen Vorstands- und Rcpräsentantensitzung ist Herr Dr. Adolf Schächter definitiv zum Rabbiner der isr. Kultusgemeinde Horn (umfaffend die Bezirkshauptmannschaft Horn und Oberhollabrunn mit 8 Gerichtsbezirken) und zum Religionslehrer an der Volks- und Bürgerschule und dem k. k. Obergymnasium zu Horn gewählt worden. Herr Dr. Schächter genießt den Ruf eines gewiegten Kanzelredners und bedeutenden Pädagogen und hat sich während eines siebenmonatltchen Provisoriums durch ungemein liebenswürdiges Wesen Aller Sympathie im höchsten Grade erworben. W. M. in G. Pilsen, 31. August. Der hier neuerbaute Tempel, in welchem unsere Stadt einen Monumentalbau gewonnen hat, ist nun nach dreijähriger Dauer des Baues fertig gestellt, und wird am kommenden 7. September in festlicher Weise eingeweiht. Der Bau desselben wurde nach Plänen und unter der Leitung des Baumeisters, Herrn EManuel Klotz, vom Architekten Rudolf Stech mit einem Kostenaufwande von 200,000 Gulden, in welchem Betrage jedoch die Kosten des Bauplatzes und der inneren Einrichtung nicht eingerechnet sind, ausgeführt und in künstlerischer Weise vollendet. Der Tempel ist im reinsten romanischen Style, hallenartig mit Rundbogenfenstern, Fialen, und halbrunder Apsis zur Aufnahme der heiligen Lade erbaut und liegt in den westlichen Parkanlagen der Stadt; seine reiche Giebelfacade im Osten ist durch

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