Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 34 (1893)
- Issue
- Heft 69 (28.8.1893)
- Date
- 1893-08-28
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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war auch sein Wunsch, daß beim Bilden dieser Gruppen — die erste Verloosung hätte die Znertheilung von Land an je 1 Gruppe von 4 Familien zur Folge, während die einzelnen Felder innerhalb dieser Gruppen durch eine weitere Verloosung vertheilt werden sollten — wenn möglich dafür gesorgt werde, daß in jeder derselben zu mindest eine Familie sei, welche schon vorher Ackerbau getrieben. Die Colonisten waren mit dieser Ansiedelungsart nicht einverstanden, sie meinten eine Gruppe von 4 Familien wäre zu ausgesetzt, denn sie fürchteten Ueberfälle der Ga uch o s; das wilde Aussehen dieser Pampa-Bewohner hatte ihnen vom Anfang an so großen Schreck eingejagt, daß sie nachher trotz mancher Dienste, die ihnen diese erwiesen, und trotz deren Bemühungen sich das Vertrauen der Colonisten zu erwerben, immer in Furcht vor diesen wlid aussehenden Männern lebten. Im Falle der Gefahr müßten sie auf der einen Seite hin, zwei Kilometer, auf der andern Seite hin einen Kilometer zurücklegen, um Hilfe zu finden. Aber auch abgesehen von eventueller Gefahr meinten die Colonisten, daß sie ihren religiösen Sitten und Gebräuchen nicht Nachkommen könnten, wenn sie nicht alle zusammen wohne»; sie wären viel zu weit vom Bethaus, welches doch später gebaut werden sollte, ihre Frauen hätten einen zu großen Weg zurückzulegen, um zur Mickwa zu gehen und die Kinder hätten ihre Noth mit dem Schulbesuch. 1000 Meter 1000 Meter 1000 Meter 50 Hectar 50 Hectar D Projectirte AnsiedelungSorte der Colonisten-Familien. Literarischer Bericht. Nahida Remy. — Sie hat wieder einmal ein Buch geschrieben,*) diese merkwürdige christliche Frau, von dem man im Allgemeinen sagen kann, es ist wundervoll, jedoch von Einzelnem darin, so von dem ganzen zweiten Kapitel, ist es durchaus zu verurtheilen und zu verwerfen. Die gelehrte und liebenswürdige Verfasserin hat, wenn wir uns recht erinnern, bereits vor einiger Zeit eine kurze Schrift über das Gebet in Bibel und Talmud erscheinen lassen, diesmal hat sie den gesammten rituellen Cyclus der jüdischen Gebete zum Vorwurf ihrer Studien genommen. Mit so tiefer Innigkeit und so heiliger Andacht hat sie sich in die Gebete *) Culturstudien über das Judenthum. Berlin. Carl Duncker 1893. versenkt, daß — mancher Jude von ihr Beten und Verständniß für unsere Gebete lernen kann. Richtig erkennt sie als die Grundklänge aller Gebete: Gottesfurcht und Liebe zu Gott, umfassende Menschenliebe, die die ganze Menschheit zur Gotteserkenntniß leiten will, und heiliges Friedensstreben. Sie beginnt mit der Behandlung der täglichen Gebete, um alsdann zu denjenigen des Sabbats, der Festtage uub Halbfeiertage überzugehen. Bei der Besprechung der Sabbatgebete wird den nnw 'pis, der „Sittenlehre als Gottesdienst", ein besonderes Kapitel geweiht; bei der Behandlung des Versühnuogstages sagt die Verfasserin vom Kol Nidre: „Mehr wie irgend etwas sonst, beweist dies von Neuem die Heiligkeit des Versprechens bei den Juden." Der Raum verbietet uns, bei all dem Schönen zu verweilen, das Nahida Remy über