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Der Israelit · 1893-08-21 · Heft 67 (21.8.1893) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 67 (21.8.1893)
Date
1893-08-21
Page
– (sequence 4)
Language
German
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**f*m?m. 1286 Mittel von neun Jahren starben von 1000 Lebenden überhaupt 0,1 an Zuckerkrankheit, von 1000 Juden 0,3, von 1000 Andersgläubigen nur 0,07, also ca. viermal weniger. Ueber die Berufsarten der Verstorbenen wird bei 153 Fällen Folgendes berichtet: Kaufleute, Fabrikanten und größere Gewerbetreibende 26, darunter 13 Juden, Handwerker und kleine Gewerbetreibende 21, davon ein Jude, Gelehrte, Beamte und ähnliche Berufsarten 7, darunter ein Jude, Handarbeiter und Taglöhner 7 Christen, Privatier und Rentiers 24, darunter 13 Juden. Von 66 Frauen (gegen 87 Männer) waren 10 Angehörige von Kaufleuten, darunter 4 Israelitinnen, den Handwerkerkretsen rechnen 10 Personen zu, darunter eine Israelitin, zu den Familien der Gelehrten und Taglöhner zählen je 5, zu denen der Privatiers 21, davon 10 jüdischen Glaubens, ohne Angabe des Standes 15 Frauen, darunter 6 Jüdinnen. Oester.-Ungar. Monarchie. Wien. Die hier erscheinende „Presse" bringt folgenden Bericht aus Triest, der, wenn er auch für die Leser des „Israelit" manches Bekannte enthält, dieselben doch interessiren dürfte: „Alljährlich finden sich einige Wochen vor den großen jüdischen Feiertagen hier in Triest ziemlich viele, meist aus Galizien kommende jüdische Händler ein, um von den betreffenden Eigentümern die für den am Laubenhüttenfefte üblichen rituellen Cultus nothwendigen Cedernfrüchte zu erwerben. Dieser Kauf und Verkauf der genannten Früchte ist so einträglich, daß es angeblich hierzulande nicht wenig Mäkler oder Agenten gibt, welche von dem nur auf wenige Wochen beschränkten Geschäfte so viel gewinnen, um eine ziemlich geraume Zeit — man spricht von einem halben bis selbst ganzen Jahre — sich und eventuell die Familie zu ernähren. Das Geschäft liegt gänzlich in den Händen der Griechen, welche die Frucht direct von den Erzeugern beziehen und nach Maßgabe der Ernte den Preis bestimmen. Die besten Cedern (Früchte) bringt Corfu hervor, namentlich auf der Fläche von Parga; doch kommt die Frucht (Esrog) auch in der Gegend von Genua fort, wird aber weit weniger geschätzt als die erstere. Die Ceder muß nämlich gewisse, vom jüdischen Religionsgesetz verlangte Eigenschaften aufweisen, wenn sie zu rituellen Zwecken dienen soll, namentlich den oben befindlichen Fruchtknoten besitzen, auch wohl ein Stück Stengel haben. Für eine solche, auch sonst gut geformte Cedernfrucht werden 5 bis 20 Ducaten (?) gezahlt. Nur von Triest aus wird die jüdische Welt mit Cedern versehen, in anderen Seestädten ist dieser Handel so gut wie nicht vorhanden. Heuer ist die Ernte in Folge der verflossenen strengen Winterkälte sehr gering, man spricht gar nur von zehntausend Stück, die zu verwenden wären. Die Ceder steht daher heuer hoch im Preise und die Bewegung auf dem Markte — ein hiesiges Kaffeehaus gegenüber der Börse — sehr lebhaft. Auf alle Fälle werden die Griechen an den paar Früchten ein schönes Stück Geld verdienen, denn die Ceder ist für den jüdischen Feiertagscultus unerläßlich und muß um jeden Preis erstanden werden." Wie«. Am 4. August wurde beim Landgerichte in Wien nach abgeschlossener Voruntersuchung und beendigten gerichtlichen Vorerhebungen, die Klageschrift überreicht gegen Paulus Meyer, den Pfarrer Dr. Joses Deckert und das „Vaterland" wegen jenes im „Vaterland" veröffentlichten Briefes, der mit der Unterschrift des Paulus Mayer versehen war und in welchem der Unterschrift nach Paulus Mayer als Augenzeuge einen Ritualmord erzählt und die Personen namhaft macht, die sich in Ostrow, dem Schauplatz des angeblichen Verbrechens, an diesem Morde betheiligt haben sollten. Das „Vaterland" hat den Brief gedruckt und veröffentlicht, Dr. Joses Deckert hat den Brief zur Veröffentlichung übermittelt und Paulus Meyer wird als der Schreiber des Briefes angesehen. Daraus erklärt es sich, daß die Klage auch auf den Pfarrer von Weinhaus und auf das „Vaterland" ausgedehnt werden .mußte. Die Klage geht von den Juden aus der russischen Stadt Ostrow aus, die sich verleumdet, in ihrem guten Rufe angegriffen, in ihrer Ehre beleidigt fühlen durch die Beschuldigung, einen Mord begangen zu haben, sie geht auch von Jenen aus, welche die Ehre ihrer Angehörigen wahrzunehmen haben, die bereits im Grabe liegen. Kläger sind vor Allem der Rabbiner Jankel Rabinowicz in Biala (Russisch-Polen), Schwiegersohn des 1873 zu Warschau verstorbenen Ostrower Rabbiners Jehoschuah Lentschna, welch Letzterer den angeblichen Mord 1875 in Ostrow begangen haben soll, und Rachel Rabinowicz, die Tochter dieses Ostrower Rabbiners. Kläger sind ferner Moses Rosanker, genannt Moische Berisches, und Israel Frost, genannt Srul Partzewar, welche Beide als Schamossim derzeit beim Rabbiner in Biala leben und früher bei dessen Schwiegervater, dem Rabbiner in Ostrow, geweilt haben, — die beiden sogenannten Assistenien und Mithelfer bei dem angeblichen Kindesmorde in Ostrow. Endlich Samuel Wasserstrom aus Tarlo, genannt Schmul Tarler, der sogenannte Kinderlieferant. Wien, 14. August. Zu jenen Körperschaften, welche an der wirthschaftlichen Annäherung Rußlands sehr, lebhaft interessirt sind, gehört der „österreichische Verein reisender Kaufleute", eine respectable

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