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Der Israelit · 1893-08-17 · Heft 66 (17.8.1893) · page 25

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Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 66 (17.8.1893)
Date
1893-08-17
Page
– (sequence 25)
Language
German
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einer dreijährigen Arbeit ist ein junger Mann noch kein guter Landwirih. Vor einigen Jahren beschloss das Central-Comite, die Zöglinge noch 4 Jahre nach Beendigung ihrer Lehrzeit als Arbeiterschüler in der Anstalt zu behalten. In dieser Eigenschaft verdienen sie ein Gehalt, das von Jahr zu Jahr zunimmt, und das derart berechnet ist, dass ein fleissiger und thätiger junger Mensch in diesen 4 Jahren ungefähr 1000 Frs. ersparen kann. Es ist begreiflich, wie sehr diese Einrichtung die guten Schüler anspornt, und welche Dienste ihnen die kleine Summe nach ihrem Austritte aus der Anstalt leistet. Das Comite spricht hier Herrn Hiego, dem hervorragenden Director der Schule, seinen Dank und seine Befriedigung aus, ebenso Herrn Avigdor, der ihm mit einer Intelligenz und einer Hingabe zur Seite steht, die sich von keiner Schwierigkeit abschrecken lassen, wie auch dem gesammten Personal der Anstalt, dem Herr Niego so wohlverdientes Lob spendet. Schüler. — Die Zahl der Schüler betrug am 31. October 1891, 71. Am 31. October 1892 war dieselbe auf 92 gestiegen und zu Ende des Jahres auf 100. Diese Zunahme ist auf den Beschluss des Central - Comites zurückzuführen, 20 in den Schulen der Alliance in der Türkei ausgewählte Zöglinge in die Ackerbauschule aufzunehmen. Ich bin in doppelter Hinsicht erfreut über diese Neuerung. Abgesehen von dem Nutzen, der daraus entsteht, dass das Interesse an der Landwirthschaft allmählich bei unseren Glaubensgenossen im Orient zunimmt, bietet dieselbe grosse Vortheile für unsere Anstalt. Die eintretenden Schüler haben eine gute Elementarbildung, so dass sie ihren Aufenthalt in „Mikweh Jisrael“ mehr ausnutzen, ihre ganze Zeit gleich von der Ankunft an in dem theoretischen und praktischen Ackerbau unterrichtet werden können, und daher ihre Lehrzeit abkürzen können, welche Denjenigen lang erscheinen mag, die von der Landwirthschaft keinen rechten Begriff haben. Der theoretische und praktische Unterricht in diesem Fache ist ein so ausgedehnter, die zu machenden Versuche und Beobachtungen erneuern sich in so weiten Zeiträumen, dass die 3 Jahre, welche zur eigentlichen Lehrzeit bestimmt sind und die 4 folgenden für die Arbeiter-Schüler keine zu lange Zeit sind. Bis jetzt hatten wir zumeist mit Kindern zu thun, die für den Ackerbau nicht bestimmt waren, die im Gegentheil durch viele, theils ererbte, theils anerzogene Eigenschaften, Neigungen aufzuweisen hatten, welche schlecht in den Rahmen des neuen Lebens passen, welches sie, unserem Wunsche nach, später führen sollen. Diese Schwierigkeiten waren vor einigen Jahren gross, und Diejenigen, welche die Entwickelung der Anstalt verfolgt haben, werden sich erinnern, wie mühsam und beschwerlich es war, unsere Zöglinge zusammenzubringen, und welche Mühe es kostete, diejenigen fest zu halten, die man erworben hatte. (Fortsetzung folgt.) Die Kolonisation Palästinas. Ackerbau in Palästina. (II. Fortsetzung.*) Auch sie hätten dieLection, welche der Judenhass ihnen ertheilt hatte, sehr bald vergessen, wenn nicht der Zufall — oder sagen wir eine gütige Vorsehung — einige Hundert Israeliten nach Palästina versprengt hätte. Den Anfang machten die rumänischen Juden. Im Jahre 1883 kamen sie in Galiläa an und gründeten die jetzigen beiden Kolonien Sichren Jaakob und Rosch Pinah; ihnen folgten 25 russische Familien, welche sich ebenfalls in Galiläa niederliessen und hier die Ansiedelung Jessod- Hamaalah in das Leben riefen, während schon kurz vorher (im Sommer 1882) etwa 15 Kilometer von Jaffa entfernt, die Kolonie Ri s cho n- Lezion, von russischen Flüchtlingen angelegt, erstanden war. Gleichzeitig hiermit aber wurde die Kolonie Pessach-Tikwah zu neuem Leben erweckt, eine Niederlassung, die *) S. Nr. 486.

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