Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 34 (1893)
- Issue
- Heft 65 (14.8.1893)
- Date
- 1893-08-14
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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1246 schloffen, mit den Testamentsvollstreckern über ihren Vorschlag in Verhandlung zu treten, in dieselbe aber erst im September d. I. einzutreten. Emden, 10. August. Bei der heute Hierselbst slattgefundenen Wahl eines Landrabbiners für den hies. Landrabbinatsbezirk wurde Herr D r. Löb'"i in Rawitsch, z. Z. Schüler des Berliner Rabbiner- Seminares, gewählt. A. Oester.-Ungar. Monarchie. Aus Ungarn, 8. August. Wie es den g. Lesern dss. Blattes bekannt sein dürfte, war der Rabbinatssitz zu Päpa, seidtem Se. Ehrw. Dr. Breuer dem ehrenvollen Rufe der Frankfurter isr. Religionsgesellschaft Folge leistete, verwaist. Obgleich der Cultusvorstand sich sofort um einen würdigen Nachfolger für ihren unvergeßlichen Oberrabbiner urnsah, dauerte die Vakanz ungewöhnlich lange und zwar nicht etwa aus Mangel an Bewerbern um dieses gut dotirte Rabbinat, — hätten ja viele Kandidaten sogar, wie es leider bet uns nun einmal üblich ist, „sich's etwas kosten lassen" — sondern hauptsächlich darum, weil cs schwer fiel, eine Persönlichkeit ausfindig zu machen, welche für die Papaer, mit neologcn Elementen stark durchsetzte und von ihrem religiösen Oberhaupte außer umfassenden talmudischen Kenntnissen auch einen höheren Grad allgemeiner Bildung fordernde orth. Gemeinde geeignet sei. Aus diesem Grunde war auch die dortige Rabbinerfrage keine lokale, sondern iuteressirte auch weitere Kreise des gesetzestreuen Judenthums. Es stand hier der Fortbestand des religiösen Geistes innerhalb einer der größten und intelligentesten Gemeinden Ungarns auf dem Spiele; etwas weniger Vorsicht — und die altehrwürdige ntpnp nbr\p wäre in die Fesseln der alles echt Religiöse mit Stumpf und Stiel ausrortenden Neologie gerathen. Nun können wir es mit Freude konstatiren: Die nunmehr erfolgte Lösung der Rabbinerfrage zu Päpa bedeutet einen nicht zu unterschätzenden Steg der Orthodoxie! Der neue Püpaer Oberrabbiner imponirt nämlich nicht allein durch gediegene profane Gelehrsamkeit und berückendes Rednertalent, sondern ist als Hrnv rrn und großer hnt allgemein bekannt und hochgeachtet. Es ist dies der bisherige Eperiesker orth. Rabbiner M. A. Roth vj, welcher sein ehrenvolles, heiliges Amt unter dem Jubel aller Pupaer bereits vorige Woche anrrat. Möge es Sr. Ehrwürden gegönnt sein, in seinem neuen Wirkungskreise eine solch segensreiche Thäthigkeit zu entfalten, mit der auch dieser unermüdliche Vorkämpfer des gesetzestreuen Judenthums zufrieden sei! Es gibt bet uns — und wohl auch im Auslande viele Cultusgemeinden, die, meist der Orthodoxie angchörend, mit der Zeit aus Mangel an geeigneten Führer oder genügender Opferwilligkett ihrer Mitglieder allmählig dem Jndifferentismus, diesem großen Feinde des Judenthums, anheimfallen. Wenn nun eine solche, dem gänzlichen Verfalle nahe Religtonsgesellschaft ins Dasein zurückgerufen wird, so verdient es die erfreuliche Thatsache gewiß, als aneiferndes Beispiel mitgetheilt zu werden. Eine der obbezeichneten Gemeinden war diejenige zu Koratshasa, über deren Constituirung zu einer „orthodoxen Gemeinde" die Pesther „Allgem. Jüd. Zeit." folgendes berichtet: Nach großer Mühe und vielen Anstrengungen ist es den Herren Brüdern Elias und Joel Fein gelungen, die Gemeinde Koratshasa, welche vorher in religiöser Beziehung ganz vernachlässigt war, zu einer orth. Gemeinde zu konstitutren. Die erwähnten Brüder haben ein un-iori rva erbaut, welches vorigen Samstag feierlich eingeweiht wurde. Ehre, dem Ehre gebührt! — Ein erschütternder Uuglücksfall hat kürzlich überall, wohin die Trauerkunde drang, allgemeine Thetlnahme erweckt. Am vorletzten Samstag hätte nämlich der junge, vermöge seines Scharfsinnes in Fachkreisen ziemlich bekannte Rabbinats-Kandidat Herr H. Dusch tns ky aus Paks in Groß-Joka eine Probe-Rede halten sollen. Die Cultusgemeinde entsendete den Oberlehrer Sprt nzai e s mit einer Equipage, um den Kandidaten abzuholen. Unterwegs wurden die Pferde scheu, der Wagen stürzte und die beiden Insassen desselben erlitten lebensgefährliche Verletzungen. Während Herr Duschtnsky — wie wir erfahren —, bereits außer Gefahr ist, ist der allgemein geachtete Oberlehrer einige Tage darauf seinen Wunden erlegen. Der Kutscher blieb auf der Stelle todt. — Zum Schluffe sei einem Akte der Humanität Erwähnung gethan: Am vorigen Sonntag übergab Herr Nathan Zelnika in Dom an iß den dort auf seine eigenen Spesen gebauten isr. Friedhof dem allgemeinen Gebrauche. Die Feierlichkeit der Einweihung dieses Friedhofes begann in der ebenfalls von Herrn Zelnika gebauten prachtvollen Synagoge, nwb man ybi L. G—g. Schweiz. Basel. Die „Basler Nachrichten" bringen folgende treffliche Correspondenz: „Bundesverfassung der schweizerischen Eidge- „nossenschaft. Im Namen Gottes des Allmächtigen „. . . den Bund der Eidgenossen zu befestigen, die „Einheir, Kraft und Ehre der Nation zu erhalten „und zu fördern".Artikel 25bis: Das „Schlachten der Thiere ohne vorherige Betäubung „vor dem Blutentzuge ist ausnahmslos untersagt." Wollen wir nicht auch einen Artikel einführen: „Mehl in die Würste zu thun, ist ausnahmslos untersagt." Es betrifft ja auch die Kraft der fleischessenden Schweizer. Wem fällt nicht vorläu-