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Der Israelit · 1893-08-07 · Heft 63 (7.8.1893) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 63 (7.8.1893)
Date
1893-08-07
Page
– (sequence 3)
Language
German
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borenen erschlagen und Deine Erstgeborenen erlöst, hast das Schilfmeer gespalten, Uebermüthige versenkt, Geliebte hinübergeführt und das Wasser deckte ihre Feinde, nicht einer von ihnen blieb übrig. Dafür priesen die geliebt sich Wissenden und erhoben Gott und die Geliebten weihten Gesänge, Lieder, Preisungen, Segnungen und Huldigungen dem Könige, dem Leben spendenden, ewig bestehenden Gott. Er, der hoch Erhabene, der Große und Furchtbare, er erniedrigt Stolze, erhebt Niedrige, befreit Gefesselte, erlöst Demüthige, hilft Armen und gewährt Erhörung seinem Volke zur Zeit, wenn sie zu ihm flehen. Lobpreisungen Gott, dem Höchsten, Er ist der Gesegnete, Ihm gebührt der Segen, Moscheh und die Kinder Israel, Dir stimmten sie das Lied in höchster Freude an und alle sprachen es aus:" „Wer ist, wie Du unter allen Mächten o Gott, wer ist wie Du machtherrlich in Heiligkeit, furchtbar in Lobpreisungen Wunder-Vollbringer. Mit neuem Lied priesen die Erlöser Deinen Namen am Gestade des Meeres etnmüthig alle zusammen, sie huldigten und erkannten Dein Königthum an, indem sie sprachen Gott wird als König walten immer und ewig! Hort Israels, erhebe Dich zum Beistände Israels und befreie Deiner Verheißung gemäß Jehuda und Israel, Du bist der Segen o Gott, der Du Israel erlöst hast." An dieses Gedächtniß der Wunder am Meere, schließt sich dann unser Gebet, um uns mit dem zuversichtlichen Bewußtsein zu erfüllen, was wir auch von Gott erhoffen und erbitten, so schwer, so undenkbar auch seine Gewährung scheinen möge, Gott hat schon Größeres und Wunderbareres uns gethan. Ganz besonders sind es unsere persönlichen, individuellen Sorgen und Anliegen, um das Leben und die Mittel zu seiner Erhaltung, für deren Gewährung aus diesem Gedächtniß der Wundergröße Gottes, wie Er sie in dem Leben und Geschicke unseres Volkes gezeigt, wir immer neuen Muth und frische Zuversicht schöpfen. Schon der Ausspruch der Weisen *yiD v' nynpo m« bw vmwo pop bringt das Wunder am Meeresstrande mit dem wahrlich nicht geringeren Wunder in Verbindung, welches die Erhaltung und Ernährung jeder einzelnen Menschenseele bedeutet. Beide haben, so verschieden sie auch scheinen, doch in der That viele gemeinsame Berührungspunkte, von welchen wir einen einzigen beispielsweise anführen wollen. Als beim Auszug aus Egypten unsere Väter vor sich das Meer und im Rücken die Kriegsmacht ihrer Zwingherren sahen, beriethen sie, wie sie auf natürliche Weise dem sicheren Tod am besten entgehen könnten. Die einen riethen, nach der Ueberlteferung unserer Weisen, sich ins Meer zu stürzen, die anderen sich den Egyptern auf Gnade und Ungnade zu ergeben und zurück in die alte Knechtschaft zu gehen, wieder andere erhofften die Rettung von dem Aufnehmen des offenen Kampfes, mit ihren mächtigen Feinden. Diese und noch andere nur irgendwie denkvaren Eventualitäten und Constellationen zogen sie in den Kreis ihrer Erwägungen und glaubten sicher, auf die eine oder andere Weise müsse die Rettung erfolgen, wenn sie überhaupt erfolge. An alle Möglichkeiten dachten sie; nur an diejenige nicht, die nun wirklich erfolgte, daß sich nämlich das Meer spalten und das ganze Volk trockenen Fußes hindurch gehen werde: Wiederholt sich dieselbe Erscheinung nicht heute noch auf dem Wege, aus welchem ungezählte Millionen Brod, Schutz, Hilfe und Rettung vor den Hindernissen und Schwierigkeiten suchen, die sich vorwärts und rückwärts, rechts und links, in der Höhe und in der Tiefe häufen? Der eine hofft die Güter des Lebens auf diesem, der andere sie auf jenem Wege zu erreichen, und die meisten erlangen sie auf diese Weise, die sie selber am wenigsten geahnt, die ihnen Gott bekundet, dessen Liebe über jeder geschaffenen Menschenseele mit seiner Ltebesfülle fürsorgend wacht! Dieses trostreiche Bewußtsein belebt auch in dem Gedrücktesten und Verlassensten der Gedanke an die Wunder, die Gott unseren Vätern am Meere erwiesen. (Fortsetzung folgt.) Wutterfäkschung. Die Fälschung der Butter ist eine Calamität, welcher mit Rücksicht auf die Landwirthschaft, aus die Reinlichkeit und Gesundheit das Interesse immer weiterer Kreise in Anspruch nimmt. Sie hat in fast allen Staaten die Aufmerksamkeit der Gesetzgebung auf sich gezogen, aber leider noch immer nicht mit dem Erfolg, der gerade hier zu wünschen wäre. Für uns Juden kommt noch zu den erwähnten Rücksichten das religiöse Moment, da die Beimischung von thierischem Fett unter die Butter uns durch das Speisegesetz untersagt ist. Die große Gefahr, welche aus dem Gebrauch solcher gefälschter Butter für das Kaschrus erwächst, wird leider immer noch nicht allgemein in dem verdienten Maße gewürdigt. Weil die Calamität erst wenige Jahrzehnte existtrt, weil man bis dahin ohne Bedenken alles was als Butter verkauft wurde, unbeanstandet genitßen konnte, sind noch heute viele geneigt die Rücksichtnahme auf diesen Umstand als etwas übertriebenes anzufehen. Man hat aber keinen Begriff von der großen Ausbreitung der gefälsch-

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