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Der Israelit · 1893-07-17 · Heft 57 (17.7.1893) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 57 (17.7.1893)
Date
1893-07-17
Page
– (sequence 2)
Language
German
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1088 Recht noch selber als verdient an." (Talmud Taanith 11.) „Ein Gotteslicht ist die Menschenseele, sie durchforscht alle Kammern des Leibes." (Mischle, C. 20, V. 27.) Dazu bemerkt Rabbi Acha: Wie die irdischen Könige ihre Berichterstatter haben, die dem Könige jede einzelne Sache berichten, so hat auch der Heilige, gesegnet sei er, seine Berichterstatter, die ihm alles künden, was der Mensch im Verborgenen, im Finstern und in der Oeffentlichkeit thut. Gottes Berichterstatter sind die Seele, die es dem Engel mittheilt, der Engel berichtet es dem Cherub und der Cherub berichtet es dem Heiligen, gesegnet sei Er. So hat es Salamo gesagt: „Der Vogel des Himmels trägt den Laut weiter und geflügeltes Wesen berichtet das Wort." Urkunden liegen vor dem Heiligen, gesegnet sei Er, beschrieben mit dem, was die Menschen gethan haben. Wenn dann Gott jeden Einzelnen zur Rechenschaft zieht, staunen sie. Das gleicht einem, der eine Tochter des Königs geheirathet hat. Er begrüßt jeden Morgen den König und der König hält ihm vor, das und das hast du zu Hause gethan; da bist du in Zorn gerathcn, dort hast du deinen Diener geschlagen und so jede einzelne Sache. Dieser geht fort und frägt draußen die Leute im Schlosse, wer sagt nur dem König, was ich alles thue, woher weiß er das alles? „Du bist ein Thor." antworten sie ihm, „du bist mit seiner Tochter verhetrathet und frägst noch, woher er das alles weiß? Seine Tochter theilt es ihm mit. So thut ein Mensch, was ihm beliebt und die Seele berichtet alles an Gott. Dieser führt den Menschen vor Gericht und hält ihm vor, das und das hast du gethan. Staunend steht der Mensch da und frägt, wer hat dies alles Gott berichtet, was ich gethan habe. Man sagt ihm dann, mit seiner Tochter bist du verbunden, Sein Geist ruht in dir, denn so heißt es: E r hauchte in sein Antlitz den Geist des Lebens, und du frägst noch, woher kennt er die leisesten Regungen meines Herzens? Deine Seele berichtet all diese Dinge. Das ist der Sinn der Worte: „Ein Gottcslicht ist die Menschenseele. sie durchspäht all Kammern des Leibes." (Pcsikta Rabbati.) Was könnte auch der sinnliche Verstand diesen und den zahllosen andern Erwägungen entgegenstellen? Menschlicher Fassung und Einsicht scheint eine Wiederbelebung nach dem Tode undenkbar. Gut. Ist sie deßhalb unmöglich? Hängt sie wirklich von unserer Einsicht und unserem guten Willen ab? Wäre sie nicht das einzige, das sich trotz unserer Unbegreiflichkeil und Widerwilltgkeit dennoch vollziehen kann? "isu rnx frro by. Die ganze Bildung des Menschen aus Nichts, aus einem unscheinbaren Keim vollzieht sie und besteht sie nicht auch gegen unseren Willen, gegen unsere Einsicht und Fassung? Und wenn Gott den Menschen aus nichts ins Dasein rufen kann, sollte er dieses Dasein nicht fort« setzen und weiterspinnen können, auch wenn es unser beschränkter Verstand nicht begriffe? xin ’xo ptp bi x^> w ’xo ,’in »m. „Wenn die Stunde gekommen ist, in welcher der Mensch an das Licht der Welt treten soll, erscheint ihm ein Engel und sagt ihm: Deine Zeit ist nun da. an das Licht der Welt zu treten. Der Mensch aber erwiedert ihm: „Warum willst Du mich auch an's Licht der Welt bringen?" „Wisse," erwiedert ihm der Engel, „Du bist gegen Deinen Willen gebildet, wirst gegen Deinen Willen geboren und lebst gegen Deinen Willen." Aber der Menjch will nicht in die Welt treten, bis ihn der Engel drängt und schlägt und das Licht verlöscht, das über seinem Haupte flammt und so führt er ihn gegen seinen Willen in die Welt. Wenn dann die Stunde des Todes naht, kommt derselbe Engel zum Menschen mit der Frage: Kennst Du mich noch? Ja, lautet die Antwort, aber was ist der heutige Tag anders, als alle bisherigen Tage? — Ich will Dich wieder aus dieser Welt führen, denn die Scheidestunde ist nun gekommen: „Hast Du mich, frägt er weinend, nicht bereits aus zwei Welten geführt und mich in diese Welt gestellt?" „Habe ich Dir nicht gesagt, gegen Deinen Willen wirst Du gebildet, gegen Deinen Willen geboren, gegen Deinen Willen lebst Du, gegen Deinen Willen stirbst Du und gegen Deinen Willen wirst Du Rechenschaft und Rechnung ablegen müssen vor dem Könige aller Könige, dem Heiligen, gesegnet sei Er?l" (Midrasch Tanchuma Parschat Pekude.) Ja, die Bildung, Geburt und Tod sind so wenig einmalige Vorgänge im menschlichen Dasein, wie das Leben selbst, sie wiederholen sich täglich. n"r2v bv moVm imm "nx ’jx m ivx nfeu mx on 2" bzn cnx ovi dv *33» n"3pi 0V1 nr ^>331 HD 21X on 21' ^>331 'N D1X oi’l 21' ^331 231' ^331 p-ipv.3 byib mmi udd nbü'J 23X bv mn ^3r,i -ex nro pji'n pirro mxn nx 1^3^32 2'"> .myo '3D3 „Ich, spricht König David, will die Größe, die Allmacht und das Königthum des Königs aller Könige, des Heiligen, gesegnet sei Er, verkünden. Jeden und jeden Tag wird der Mensch gebildet, jeden Tag wird der Mensch geboren, (d. h. jeder Tag arbeitet an der Bildung des Menschen und vollendet so die Geburt, indem er die Zwecke und

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