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Der Israelit · 1893-07-03 · Heft 53 (3.7.1893) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 53 (3.7.1893)
Date
1893-07-03
Page
– (sequence 11)
Language
German
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1021 gewinnen und eine musterhafte Einmüthigkeit in der Gemeinde zu schaffen und zu erhalten, sondern hat auch durch seine Jntiative und Mithülse Institutionen ins Leben gerufen, die ihm zum Ruhme und der Gemeinde zur Ehre gereichen. Bon diesen seien nur zwei genannt: die Pensionskaffe für Lehrer und Vorsänger der hies. Gemeinde und eine wohlorganisirte Armenpflege. Aus der ersteren bezieht beispielsweise die Witwe des früheren hies. Lehrers seit 12 Jahren eine Pension, die ihr lebenslänglich gesichert ist. Aus der Armenpflege erhält jeder durchreisende jüd. Arme eine Unterstützung, wobei jüd. Handwerker besonders berücksichtigt werden. Die Hauptaufgabe der Armenpflege besteht aber darin, die verschämten Armen der Umgegend zu unterstützen, und geschieht dies in der Weise, daß denselben am Beginn eines jeden Quartals das Geld per Post ins Haus geschickt wird. Die mannigfachen Verdienste des Herrn Schloß um Gemeinde und Bezirk sind auch zur hohen Freude der hies. Gemeinde bereits vor 2 Jahren von Sr. Königl. Hoheit unserem erhabenen Großherzog durch Verleihung des Verdienstkreuzes des Zähringer Lowenordens anerkannt und gewürdigt worden. Der Großh. Oberrat der Israeliten, der wahre Verdienste wohl zu schätzen weiß, hat Herrn Schloß zu seinem Ehrentage und mit ihm seine Gemeinde durch Uebersendung der Bildnisse sämmtlicher Mitglieder des hohen Collegiums und eines Glückwunschschreibens hoch geehrt und ausgezeichnet. In der hies. Gemeinde war man selbstverständlich schon lange darauf bedacht, das Amtsjubiläum des Herrn Schloß in entsprechender Weise zu feiern, und Alt und Jung wetteiferte in dem Bestreben, den Ehrentag des Jubilars zu einem festlichen zu gestalten. Nach dem Gottesdienst begab sich eine Deputation in die Wohnung des Jubilars, um demselben die tiefgefühlten Glück- und Segenswünsche der Gemeinde, sowie deren Gefühle der Dankbarkeit und Hochachtung zum Ausdruck zu bringen. Mit einer sinnigen Ansprache seitens eines Deputationsmitgliedes wurde dem Jubilar als Zeichen der Verehrung ein kunstvoll gearbeiteter Pokal überreicht. Der Herr Bezirksrabbiner Dr. Löwenstein aus Mosbach, der einer Einladung des Festcomitees, diese Jubiläumsfeier durch eine Festpredigt zu erhöhen, gern gefolgt war, und der sich der Deputation angeschloflen hatte, überbrachte die Glückwünsche des Bezirks. Herr Schloß sichtlich bewegt über die ihm so herzlich dargebrachten Ovationen, betonte in seiner Ansprache an die Deputation, daß nur die Opferfähigkeit und Opferwilligkeit der hies. Gemeindemitglieder es ihm ermöglicht haben, die Institutionen zu schaffen, die der Gemeinde zur Zierde gereichen. Er könne mit unserem Stummvater Jacob sprechen: DHDnn TODp ncNn Die Deputation geleitete hierauf den Jubilar in die festlich geschmückte Synagoge zum Festgottesdienst und hier erhielt die Jubiläumsfeier durch die herrliche Predigt des Herrn Dr. Löwenstein die wahre religiöse Weihe, die auf alle Anwesenden einen mächtigen, nachhaltigen Eindruck hervorbrachte. Besonders ergreifend war oer Moment, als der Herr Rabbiner dem Jubilar als Auszeichnung für seine Verdienste um die Gesammtheit des Judenthums den "on* Titel ertheilte. Einen schönen Abschluß fand dieses Fest in einem Gesellschaftsabend, an dem sich sämmtliche Gemeindemitglieder mit ihren resp. Familien betheiligten. Die Zusammengehörigkeit und Einigkeit, die von jeher in unserer Gemeinde geherrscht, kamen an diesem Abend zum augenscheinlichen Ausdruck. Auch die früheren Mitglieder der hiesigen Gemeinde bekundeten durch Glückwunschschreiben und Depeschen, die in stattlicher Zahl eingetroffen, ihre Anhänglichkeit au die Gemeinde und ihre Verehrung für den Jubilar. Möge diese Einigkeit und dieser Gemeinstnn auch fernerhin unserer Gemeinde erhalten bleiben und möge es insbesondere dem Jubilar vergönnt sein, noch viele Jahre in voller körperlicher und geistiger Rüstigkeit zum Besten der Gesammtheit zu wirken. — I. Oester.-Ungar. Monarchie. Von Zeit zu Zeit lichten sich leider die Reihen der Edlen und Wackeren in Israel — und so standen auch wir npn yid^ '2 nv gramgebeugt und schmerzzerwühlt vor dem Sarge einer der besten, einer der geliebtesten Manen und Kämpen unserer h. Religion, vor dem Sarge des rnm pnan yar nywbff wo, den der Allmächtige zu sich gerufen, um ihm den verdienten Lohn zu geben, den er sich hienieden in so reichlichem Maße erworben. Weit über die Gauen Ungarns spricht man den Namen des Verblichenen, des Gründers des weitberühmten Lo-Alman-Jsrael-Veretns zu Janoshaza mit tiefster Verehrung aus, der es in seinem höchsten Eifer für nampn irmm rrapr, in einer schweren Zeit, wo das religiöse Gefühl brach darnieder lag, der Jndifferentismus die stärkste Wurzel faßten und das Labsal unseres Lebens, die min nmpn, von welcher cs heißt: td' “pwi tti xm '2 dem Versiegen nahe, mit Hintansetzung seiner physischen und materiellen Kräfte es zu Stande brachte, hier eine geweihte Stätte zu gründen, wo das lebendige Gotteswort gelehrt, zu welcher seit 23 Jahren so viele zarte Knaben und Jünglinge strömen, um sich hier d'dw ntm mm anzueignen. Mit Jnslebenrufen dieser h. Jnstutttion war er zugleich für unzählige Gemeinden Ungarns, welche diesem hehren Beispiele nachahmten, bahnbrechend. Was der nun in Gott Ruhende feiner Familie und vor allem den Unglücklichen, den Armen und Verlassenen, den Wittwen und Waisen für ein liebender Vater und Wohlthäter war, dazu reichen bloße Worte nicht aus. Zur Ausübung von O'2'v hat er sein ganzes beträchtliches Vermögen bis zu seinem Tode verbraucht. Sein Letchenbegängniß, zu welchem von Nah und Fern unzählige Menschen strömten, und bet welchem sowohl der hiesige ehrw. gereise Rabbi als auch die Ehrw. Rabbinen aus Szered a/d. Waag, Steinamanger, Szalok, SLroä.r und der Lehrer der x-on herzzerreißende Q’-ison hielten, gab Zeugniß von dem schmerzlichen Verlust, den wir erlitten. Er weilt nun in jenen lichten Höhen — sein Werk lebt fort und trägt Früchte, denn er hat schon vor Jahren dafür gesorgt, sich seine würdigen Nachfolger erkoren, welche mit Feuereifer für das Wohl und Gedeihen der xrnn yrar id^x xp sorgten rmxrfci mm Budapest Der Unterrichtsminister Gros Albin Csaky hat in Betreff der Enthebung isr.

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