Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 34 (1893)
- Issue
- Heft 53 (3.7.1893)
- Date
- 1893-07-03
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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1020 halten gebliebenen Söhne wurden d^>, zum Wahrzeichen, wie der Mastbaum, der hoch emporragend an seiner Spitze das Erkennungsmerkmal, die Fahne des Schiffes trägt. Allein wir begreifen zwar wohl, daß der Untergang Korachs und seiner Anhänger zum Zeichen für alle Folgegeschlechter dienen kann und sollte, daß Aarons Erwählung zum Hohepriester nicht von Moses Belieben ausging, sondern diese Berufung wie alle mosaischen Anordnungen göttliche Befehle waren, der Untergang Korachs also für alle Zeiten das Wahrzeichen, das Panter für die Wahrheit und Göttlichkeit der min fei. Aber als welches Zeichen soll und kann die Erhaltung der Korachiden dienen? Als nicht minder wichtiges Wahrzeichen für die Willensfreiheit des Menschen und die Gerechtigkeit Gottes! Durch Korachs Untergang war die Berufung Aarons und seiner Nachkommen zum Priesteramt verbrieft, unbekümmert darum, ob sie dazu würdig seien oder nicht. So wie der ganzen Menschheit durch den Bund, den Gott mit unfern Vätern geschlossen, ihre Nachkommen zum Priestervolk bestimmt worden für alle Zeiten, und der Jude durch die Geburt und Abstammung Jude ist, gleichgiltig ob er seiner heiligen Bestimmung nach lebt oder nicht und Jude bleibt, ob er will oder nicht, so sind Aarons Nachkommen innerhalb des jüdischen Volkes durch die Geburt schon Priester, ohne Rücksicht auf ihre größere oder geringere Würdigkeit. Freilich, ein für seine heilige Berufung nicht begeisterter, seinen großen Ahnen nicht nachstrebender Aaronide ist ein trauriges Bild eines Priesters, aber ein iro bleibt er doch, ebenso wie ein gottvergessener Jude eine traurige Erscheinung, eine Schande für das Judenthum ist, aber Jude bleibt er doch. — Diese durch die Geburt, die Natur, die göttliche Vorsehung ohne Willen und Zuthun des Menschen über sein ganzes künftiges Leben getroffene Vorausentscheidung hat aber andererseits die Gefahr in sich, daß der Mensch sich in seinem freien Willen beschränkt erachten, der Willensfreiheit beraubt und darum für sein Thun und Lassen sich unverantwortlich glauben könne. Wenn ich, könnte er meinen, deßhalb Jude bin und bleibe, weil ich von jüdischen Eltern geboren worden, so muß ich auch ein schlechter Jude sein, weil mein Vater ein schlechter Jude ist oder war. Und dieser Wahn konnte noch ganz besondere Nahrung ziehen aus diesem, die Berufung Aarons und die Göttlichkeit der min verbriefenden Untergang Korachs und seiner Anhänger. Ist hier nicht berichtet: „Dathan und Abiram gingen frech einher vor dem Eingang ihres Zeltes, sie und ihre Frauen und ihre großen und ihre kleinen Kinder. Da öffnete die Erde ihren Mund und verschlang sie und ihre Häuser und alle Menschen, die dem Korach gehörten"? Darum ruft unser Vers: dp vm ino mp *J37. (Schluß folgt.) Zeit««gSuachrichten und Correfpoudeuzeu. Deutschland. Frankfurt a. M, 30. Juni. Ein schwerer Verlust hat, wie Sie in der jüngsten Nummer des „Israelit" bereits kurz berichteten, unsere Gemeinde betroffen, eines ihrer ausgezeichnetsten Mitglieder, Herr Adolph Dann ^1, ist im 77. Lebensjahre verschieden. Ein wahrhaft echt jüdisches Leben hat da seinen Abschluß gefunden, ein Mann ist dahingegangen, der unausgesetzt durch Gesinnung und That auf der Höhe der jüdischen Aufgabe stand. Er war einer jener elf überzeugungstreuen Männer, die die Religionsgesellschaft begründeten. Sein ganzes Leben vollzog sich im Dienste Gottes, ganz ging sein Denken und Schaffen auf in mn nmay min. So war er ca. 50 Jahre Mitglied der d"p nmn, des n"o-Vereins, dessen Präsident er war, und rief selbst verschiedene Unterstützungsvereine in's Leben, die er unablässig förderte. Zahlreiche Arme von hier und auswärts verlieren in ihm den fürsorglichen Beschützer. Namentlich für nun noi!? und der min geweihte Anstalten, wo immer sie sich befanden, sorgte er rastlos. Niemals hat sich ein Bedürftiger an ihn vergebens gewandt. Ein wahrhafter not* »’x wachte er mit peinlicher Gewissenhaftigkeit darüber, daß nie ein Wort über seine Lippen kam, dessen Wahrhaftigkeit nur irgendwie hätte zweifelhaft sein können. Dabei war er durch seine persönliche Liebenswürdigkeit und Bescheidenheit bei Jedermann beliebt. Am Grabe schilderte Herr Rabbiner Dr. Breuer in herrlicher Weise das Wesen dieses seltenen Mannes und gab der Schwiegersohn des Verblichenen, Herr Moritz L e w i n tiefergretfend dem Schmerz der Familie Ausdruck. Möge Gott dieser die Kraft verleihen das Schwere zu ertragen, und möge es der Religionsgesellschaft vergönnt sein, durch wackere Männer die tiefempfundene Lücke ausgefüllt zu sehen. rrawn Tauberbifchofsheim, im Juni. Ein schönes Fest, wie es kleineren Gemeinden selten beschieden ist. hat die hies. israel. Gemeinde am 10. d. M. "p mir 'D D2W gefeiert. An diesem Tage waren nämlich 40 Jahre verflossen, seitdem der Herr Bezirksälteste AbrahamSchloßals Synagogenrath die Leitung und Verwaltung der hies. Gemeinde übernommen hat. Was Umsicht, Energie und Intelligenz, verbunden mit gutem Willen auch in einer kleinen Gemeinde zu leisten vermögen, hat Herr A. Schloß während seiner 40jährigen Amtsthätigkeit bewiesen. Er hat es nicht nur verstanden, sämmtliche Gemeindemitglieder für alle seine Intentionen und Anregungen zum Wohle der Gemeinde zu