Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 34 (1893)
- Issue
- Heft 53 (3.7.1893)
- Date
- 1893-07-03
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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XXXIV. Jahrgang. Beilage ju M 53 des „Israelit". Leitender Artikel. Korachs Söhne find nicht gestoröen. (Zu DriJD np3D) von Rabbiner Dr. Carlebach Lübeck. Unsere .3332 enthält einen kleinen Satz, der trotz seiner Kürze zu manchen Fragen und Erörterungen Anlaß bietet und infolgedessen auch von unseren Weisen verschiedenartig gedeutet zu werden scheint. — Dieser bekannte Satz lautet: *6mp23i inv. Er hat schon oft als Witz dienen müssen, um auszudrücken, daß mit dem Untergang Korachs doch nicht seine Nachbeter und Nachfolger verschwunden sind, daß es zu allen Zeiten Korachs, d. h. innere Feinde des Judenthums, ebenso wie Btleam's und Haman's gegeben habe; Korach ist von der Erde verschlungen worden, aber Korachs Söhne seien nicht gestorben. — Ich habe nicht nöthig, zu beweisen, daß das durchaus nicht der eigentliche Sinn ist, den der Vers ausdrücken will. Im Gegenthetl: es soll uns gelehrt werden, daß wenn auch Dothan und Abiram mit Weib und Kind, Korach mit Hab und Gut untergingen, Korachs Söhne am Leben blieben, offenbar weil sie nicht wie.hie Uebrigen den Untergang verdienten und im Gegentheil die Stammväter der gottbegeistersten Sänger und Dichter wurden, deren Psalmen noch jetzt unser Herz erheben, mp 23^> 312:2 tp — mp 23^> nrur^. — Aber was an diesem Satz, „KorachS Söhne starben nicht", besonders schwierig ist, das ist seine Stellung — der Vers scheint da gar nicht hinzugehören — und der gewählte Ausdruck. Die Geschichte von mp ward uns bereits vor 4 Wochen erzählt und heißt es dort: jtani rvs nx pxn nnsro tcnmn nxi mp^ 3t*x trwn nxi Dirm nxi onix (3"t> *"i3 irra) „und die Erde öffnete ihren Mund und verschlang sie und ihre Häuser und alle dem Korach angehörendenLeute und alle Habe." Wir gehen also von dem Abschnitte, der eigentlich die Geschichte Korachs erzählt, mit der irrigen Meinung weiter, alle Angehörigen Korachs seien mit untergegangen. Dort also hätte doch stehen sollen wo xp mp 231! In unserer mnn dagegen ist nur eine Zählung des Volkes enthalten, gleichsam, wie unsere Weisen sagen, um auszudrücken, daß der Führer und Lehrer, dessen bevorstehendes Scheiden uns heute berichtet wird, seinem Nachfolger das nach Millionen zählende Volk in seinen einzelnen Stämmen und Gliedern unversehrt und ohne von ihm (dem Führer) verschuldete Lücken, als das kostbarste Gut übergeben habe, wie ein Hirte die ihm avvertrauten Schafe, ein Wächter die seiner Obhut übergebenen Kleinodien in detaillirter, spezifiztrter Aufzählung wieder zurückgibt. Diese Aufzählung beginnt naturgemäß mit dem ersten Stamme, Rüben, und wird dabei bemerkt, daß dessen Zahl von 46,500 auf 43,730 zurückgegangen sei, weil aus diesem Stamm Dotan und Abiram und deren Anhänger gewesen seien, die mit Korach untergegangen sind, als die Erde sie verschlang und das Feuer die 250 Rädelsführer verzehrte. um, fährt der Vers fort, „sie wurden zum hocherhobenen Wahrzeichen." Und dann folgt unser Vers: „Korachs Söhne sind nicht gestorben." Allein, so müssen wir fragen, wenn schon die Rettung der Korachssöhne erst bei der Zählung des Volkes berichtet werden sollte, dann ist doch hier erst recht nicht die geeignete Stelle. Dann hätte es bei der Zählung des Stammes Levt mitgetheilt werden sollen, dem Korach und seine Söhne angehörten! Also scheint die Stellung doppelt schwierig. — Aber auch der gewählte Ausdruck ist schwierig. Man hätte erwarten sollen: „Korachs Söhne wurden nicht mitverschlungen oder nicht mit verbrannt, zum Mindesten aber ioy ino x^, starben nicht mit ihm"; iro x^> aber heißt, sie starben überhaupt nicht, sie blieben immer am Leben. Vielleicht wird uns alles klar durch einen Ausspruch des BmD, der also lautet: bv piro 123 ixx2J mp bv imy iyb3Jt? p'3 mixi yvnn'3D ^>3 ijnpj 32ix '3 d^> vm iDtop hj'bb 32ix 22m 33 '3 jnpj >6 Drvnnn rwir 2'p2 3D1V ITH 3NX1 3nX *?3 X^X 3NX 21p23 VH vb;x2 by xn"33 '32X3 u»ro pi2y ')3 yom i2xy 2sa 3ffxi nnx rwbw by '32x3 n’x moy 'nbn by X2by ’xp ♦n3p 23 ’Pn '32X3 n’XÄr’^jn ^xt^n rv^n Der Midrasch will offenotzr uns sowohl die Art und Weise angeben, wie sie gerettet wurden, als auch den Grund, weßhalb sie die Rettnng verdient und wir gehen kaum irre, wenn wir annehmen, daß jede der drei Ansichten in der Art ihrer Rettung deren Grund erblickt. Nun lehrt uns die erste Ansicht, daß das rm ob, welches den vorhergehenden Vers abschließt, daß die Untergegangenen zum Panier, zur Fahne oder zum Zeichen und Wunder geworden (ähnlich wie es früher heißt 23^> mx^ vm (17,3) und (17,25) '32 23^ nix^> m2tf2b), daß dieses 2^ vm auch auf den folgenden Vers 122 tb mp 231 sich beziehe und sagen wolle: Die Untergegangenen wurden zum Zeichen, Warnungszeichen, aber auch die er-