Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 34 (1893)
- Issue
- Heft 52 (29.6.1893)
- Date
- 1893-06-29
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2446951-2448315-2448365--36644-2484680- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
1008 entlang mit Kreide Linien. Es entsteht ^, das Daleth. Man biegt den Stock und verfährt ebenso; es entsteht das •), Rösch. Hat man diese beiden Buchstaben, bezw. Laute, eingeprägt, so kann man viele andere davon ableiten. Ich empfehle diese Reihenfolge, dabei mnemotechnische Mittel anwendend. I. Gruppe n n n n D D (eckige u. runde Zeichen) II. „ ■» i r? (mit 1 Kopfe) III. „ : j (mit 1 Kopf und 1 Fuß) IV. „ v 2 (mit 1 Kopf, 1 Fuß u. Bogen) V. „ y (mit 2 Köpfen) VI. „ t? (mit 3 Köpfen) u. s. f. Man vergleiche dabei recht oft die Formen und bemerke z. B.: „Seht! das q ist unten, das oben offen; das hat zwei, das drei Köpfe. Sollen die Kinder aber nun gründlich lesen lernen, so müssen bei sämmtlichen Buchstaben jene drei Factoren: Auge, Hand und Ohr geübt werden. Die Uebung der Hand ist aber nur dann möglich, wenn die Formen der Buchstaben leicht und einfach sind. Ein 6jähriges Kind kann kein Kalligraph sein, daher heißt es hier: „so einfach, wie möglich!" Zu diesem Zwecke empfiehlt sich eine aus ganz einfachen Linien gebildete Schrift, also nicht *7, sondern i, nicht *>, sondern 1 u. s. f. Es wird dem Kinde eine Freude sein und leicht werden zu schreiben 7 i n n n ' n j nc. und die gehörten Laute in sichtbare Zeichen zu übertragen. Neben wir das Schreiben auf der Unterstufe, so werden wir später bei der Ertheilung des grammatikalischen Unterrichts keine Mühe haben mit den älteren Schülern, wenn wir ihnen einen hebräischen Abschnitt dictiren oder sie ein hebr. Gebet oder Uebersetzungsstück anfertigen lassen. Unsere Fibeln sollten darauf Bedacht nehmen, mindestens 10 Seiten mit vereinfachter Schrift zu geben. Sollte ein Kind nicht ebenso gut n Wie n lesen können? Die Schrift darf, nachdem die Kinder lesen gelernt, fetter werden. Der Uebergang zur fetten Schrift wird nach und nach bewerkstelligt. Möchte sich ein Fachmann meine Methode und meine Rathschläge zu eigen machen und eine Fibel nach den angeführten Grundsätzen schaffen. Ich bin zu — helfen bereit. VevtÄxk über die 12. Jahresversammlung des Vereins isr. Lehrer Südwest-Deutschlands, welche am 23?, und 24. Mat d. I. in Coblenz stattfand. Nachdem der Vorsitzende College Eppstein-Hoppstädten die Sitzung eröffnet und die zahlreich Versammelten begrüßt, verbreitete sich derselbe in längerer Rede über die Nothwendigkeit der Zusammenkünfte der israel. Lehrer. Zum ehrenden Andenken an den verstorbenen College Schnerb-Merzig erhob man sich von den Sitzen. Dann ward vom Unterzeichneten das Protokoll der vorjährigen Versammlung verlesen und genehmigt, der Kassenbericht erstattet und Decharge ertheilt und der bisherige Vorstand durch Stimmzettel wieder gewählt. Nun folgten die Begrüßungen von Herrn Günther, Vorsitzenden des Vorstandes der Synagogen-GemeindeCoblenz. Herr Bankier Gold sch midt aus Bonn begrüßte als Delegirter des D.-J. G.-B die Versammelten, ausführend, daß der von ihm vertretene Bund an der Konferenz des Vereins ein warmes Interesse bekunde, insbesondere aber an denjenigen Punkt der Tagesordnung, der über den Zusammenschluß der israel. Lehrervereine Deutschlands handelt. Man beschloß deßhalb, über diesen Gegenstand zunächst zu berathen und nach langer Debatte, an der sich besonders Herr Bankier Goldschmtdt-Bonn, die Herren Rabb. DDr. Cohn-Bonn, Singer-Coblenz und W e i n g a.r t e n - Ems, Collegen Nu ß b a u m - Trier und S t a m m-Dierdorf lebhaft betheiligteu, gelangte man auf Vorschlag des Collegen Ransenberg- Neuwied zu dem Ergebniß, „daß der Vereins-Vorstand zu beauftragen sei, den Zusammenschluß mit gleichartigen Vereinen zu bewirken." Es folgte nun ein Vortrag über „Schul- und Gemeinde-Bibliotheken." Da der Referent Liebst ä d t e r-Hoppstädten nach Mrotschen versetzt ist, hatte College BaumSöltern dieses Thema bearbeitet. Er verbreitete sich über den Nutzen der Lektüre, Nothwendigkeit der Bibliotheken, Beschaffung der Geldmittel, die Art der Büchervertheilung, Inhalt der Bücher und kam zu folgenden Leitsätzen: 1. Die Schülerbibliotheken sind im Stande, Unterricht und Erziehung zu fördern und es ist deßhalb vom jüd. Lehrer dahin zu wirken, daß eine jede Schule eine Schulbibliothek erhalte. 2. Um das Interesse zum Jndenthume zu heben, ist das Bestreben der Jetztzeit, Gemeindebibliotheken zu errichten, vom Lehrerftande zu unterstützen. 3. Es ist deßhalb zu wünschen, daß die Gemeinden alljährlich eine gewisse Summe zu diesem Zwecke in ihrem Etat auswerfe. Hiermit schloß die geistige Arbeit des ersten Tages. Am folgenden Tage ward beschlossen, daß die nächstjährige Versammlung am 13. und 14. Mai in Bingen stattfinde, und daß die Ausarbeitung eines Lehrplanes für die einklassige israel. Volksschule in Angriff genommen werde und zwar zunächst derjenige für den Religionsunterricht.