Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 34 (1893)
- Issue
- Heft 52 (29.6.1893)
- Date
- 1893-06-29
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Ttthödö^Muderrlhun^ g 0 NO» -OM O 5 E S \S>- lNr. 4. S9. Juni 1893.] MM Mn, IBEECESfu. Inhalt: Praktische Winke für den ersten hebr. Lese-Unterricht. Von S. Bachenheimer, Bornheim b. Bonn. — Bericht. — Die Tonzeichen in der Bibel. Von Dr. S. P. Nathan (Hamburg)._ Praktische Minke - -- --- für den ersten hebräischen Lese-Mnterricht. =—t.■: Von S. Bachenheimer, Bornheim b. Bonn. Im Nachstehenden will ich die verehrten Kollegen mit einer Methode bekannt machen, die vor vielen andern den Vorzug haben dürfte, da sie sehr einfach ist und auf den bekannten pädagogischen Grundsätzen basirt: „Vom Bekannten — zum Unbekannten; vom Leichten — zum Schweren; vom Einfachen — zum Zusammengesetzten!" Diese drei Grundsätze gelten, wie bei allen Fächern, auch bei der Ertheilnng des ersten hebräischen Leseunterrichts, den die Novizen in den meisten Schulen mit dem 6. Lebensjahre erhalten. Die Kleinen bringen schon ein Mäßlein Kenntnisse, bezw. Wissen, in die Schule mit. Uns interessirt beim hebr. Unterricht nur das Eine zunächst: „Welche Vorstellungen haben die Kinder von den sie umgebenden Körpern und ihren Formen?" Sie haben schon oft mit dem runden Ball, mit dem runden Kreisel rc. gespielt, eckige Dinge benutzt und gesehen. Manche sind über Form und Gestalt der Dinge, ja sogar über ihren Inhalt, bezw. Nutzen, Werth zc. von Eltern und Bonnen belehrt worden. Wenn sie aber in die Schule kommen, so muß man trotzdem vom Bekannten und vom Einfachen ausgehen und an sie die Fragen stellen: „Welche Form hat der Ball — dein Hut — die Sonne — die Tafel — die Decke des Zimmers u. s. f. Man muß dev Kleinen die Grundbegriffe der Raumlehre beibringen. Zuerst muß aber das Auge geübt werden. — Es wird dann nicht lange dauern und die Kleinen machen von diesem (dem Auge) den rechten Gebrauch. Sie sehen die Tafel nie anders als eckig, den Globus nie anders als rund u. s. f. Dabei geht man an die Schultafel und prägt durch Borzeichnen mit Kreide die Formen tiefer ein, ausgehend vom Punkt, den man zur Linie bewegt. Punkt, Linie, eckig, rund — das find die Grundbegriffe der Raumlehre. Das Auge ist jetzt geübt zu unterscheiden zwischen Rundem und Eckigem. Darauf beruht aber der ganze hebräische Leseunterricht. Die Formen der hebräischen Buchstaben find nämlich entweder rund oder eckig. — Wir gehen nun daran, die Hand des Schülers zu üben. Er zeichnet: Punkte, gerade, krumme Linien — doch nicht ohne Plan und Sinn. Man sagt etwa: „Zeichne einen Punkt: ., eine wagrechte Linie eine senkrechte |, zeichne zwei Punkte drei schräge" \ u. s. f. Zuletzt wird das O h r geübt. Ein Punkt . lautet i, zwei Punkte.. 6t, drei schräge \ u (kurz ausgesprochen, wie m: stumm, dumm, Hund rc.), zwei Punkte nebeneinander und einen darunter e, eine kleine, wagrechte Linie “ a, eine Linie und eine senkrechte darunter T o. Der Anfang ist gemacht; die Vocale ft ikommen nach einigen Stunden daran) sind schnell erlernt und spielend geht es mit den Consonnanten weiter, wenn wir, uns an die oben erwähnten Grundsätze haltend, immer vom Bekannten, vom Einfachen und vom Leichten ausgehen. Da zeigt man den Kindern — mit einem Stocke über die Schultafel fahrend — die obere wagrechte Linie der Tafel, dann rechts die senkrechte; dann zieht man dicht an dem Rande der Kanten