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Der Israelit · 1893-06-29 · Heft 52 (29.6.1893) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 52 (29.6.1893)
Date
1893-06-29
Page
– (sequence 2)
Language
German
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990 keinen Gefallen daran. Ehe denn finster wird die Sonne und das Licht und der Mond und die Sterne und die Wolken wiederkommen nach dem Regen. An dem Tage, da die Hüter des Hauses wanken und stch krümmen die Krtegsmänner, und die Müllerinnen feiern, weil ihrer immer weniger werden und finster werden die durch die Gitter Schauenden. Und geschloffen werden die Thüren nach dem Markte, ob dem dumpfen Rausche des Mahlens, und er starret bei dem Tone des Vogels, und gedämpft sind ihm alle Töchter des Gesanges. Auch vor jeder Höhe fürchten sie sich und Schrecknisse sind auf jedem Wege, verschmäht die Mandel, es zeigt sich träge die Heuschrecke und es versagt das Reizmittel, denn bald geht der Mensch in sein ewiges Haus und halten den Umzug auf dem Markt die Klageleute. Ehe denn reißt die silberne Schnur und bricht die goldene Schale und zertrümmert wird der Krug am Quell und zerschlagen das Rad am Born; und zurückgekehrt der Staub zur Erde, so wie er gewesen und der Geist kehrt zurück, zu Gott, der ihn gegeben. Eitelkeit der Eitelkeiten, spricht Koheleth, alles ist eitel." Aber der Gedanke an den Tod an und für sich ist es nicht, der den Menschen in seinem Innersten zu ergreifen und für den Ernst des Lebens zu gewinnen geeignet ist. Es gibt Aerzte, Todtengräber und hundert Andere, denen ihr Beruf täglich den Tod vor Augen führt, ohne daß sein Anblick Spuren der Besserung und Veredlung nach sich zöge. Im Gegentheil ist der Gedanke und der häufig wiederkehrende Anblick des Todes, wie nichts geeignet gegen das ihm inne wohnende Ergreifende abzustumpfen. Nicht der Tod an und für sich ist es, sondern der Gedanke an das, was nach dem Tode folgt, er vermag denjenigen aufzurütteln und loszureißen, der in Sinnenlust sein Leben dahin träumt und keiner über die Zeitlichkeit hinaus ragenden Vorstellung fähig ist. Nicht in dem wa^ a"n>n, nicht in der Thatsache, daß alle Geborenen sterben müssen, liegt das Erschütternde des Gedankens an den Tod. Wie mancher Bösewicht, der an dieser Erde hängt und auf jedem Schritt, den er über sie gewandelt, Spuren seiner Schlechtigkeit zurückgelassen hat, würde sich glücklich schätzen, wenn es wahr wäre, was ihm die Leidenschaft beruhigend ins Ohr flüstert: j? duö rra daß mit dem Tode alles vorbei und das Grab der sichere Zufluchtsort sei, aus demNiemand mehr aufgescheucht werde. So ist es aber nicht. Die Lebenden sterben nur um zu einem neuen Leben zu erstehen und sie erstehen nur zu einem Leben, um nun vor Gottes Rtchterthron die Vergeltung für alles in dieser Zeitlichkeit verübte, zu erlangen. Die Vereinigung von so zwei sich gegensätzlich ausschlteßenden Wesen, wie Körper und Geist, ist ein so offen da liegendes, unlösbares Räthsel, wenn es sich auch Millionen mal wiederholt, daß die endliche Scheidung dieser Gegensätze, — der Tod viel natürlicher erscheint, als ihre Verbindung, d. h. das Leben. Wenn nun Gott diese Vereinigung thatsächltch vollzieht, trotzalledem was sie in unseren Augen geradezu unmöglich erscheinen läßt, wer könnte dann an derMögltchkeit eines neuen Lebens nach dem Tode zweifeln! Wissen wir doch aus den heiligen Urkunden unseres vom Gottesgeist getragenen Schriftthums, daß die ganze Welt, die uns umgibt, die das festeste, unwandelbarste repräsentirt, das unsere Erfahrung kennt, deren Gesetze wir deßhalb ewige nennen, daß auch sie einst zurücktreten und einer Neuschöpfung, einem neuen Himmel, einer neuen Erde weichen wird, und für den Menschen sollte die Neuschöpfung undenkbar sein? Ja, wir sehen diese Wundermacht Gottes täglich sich vollziehen, wenn sich aus der Nacht der Tag zum neuen Licht emporringt, sehen Gott als?aiaa enno nwo n»ya Ton nv ^aa den großen Wiederbeleber täglich das Werk der Schöpfung neu verjüngen, sehen im Wechsel der Jahreszeiten, die Erde und jedes auf ihr sprossende Hälmchen, jeden in ihr schwirrenden Käfer ihre Auferstehung feiern und könnten die Wahrheit abweisen wollen, D'nam nvnnS daß auch der Mensch, diese Saat von Gott gesät, nicht sich zu einem neuen Leben erheben werde? Wird sich aber dieses Wunder vollziehen, und es wird sich vollziehen, so gewiß wie das Wunder unseres gegenwärtigen Lebens besteht, dann vollzieht es sich nicht zwecklos, ndm n*apn may vb. Es hat die Vergeltung zum Zweck, um alles das auszugleichen, was dieses kurze Bruchstück von Leben, das wir in dieser Zeitlichkeit leben, nicht auszugleichen vermochte. Es erscheint dann die Stunde der Verantwortung, die man Jahre, Jahrzehnte, ein ganzes Leben lang in hartnäckiger Verblendung ignoriren, aber in der That nicht abweisen kann, »w io« w^ma pan xa« imx nay^> rnx by D'U Dan nyhi nnain dvb ul? mn pn dvb TijaDn pDnn *rnn uirw bv mnaina b'y uh n»n vn rrn D'va» hv pap rpv xb noxn mrj£ ’a M'x nuyb vn» b>y x^>i rnn innere way^> pbo' •b^ nnxi in» bzb nan n"apn x'a'lvab lbnaa naa nnx by yyyb naajwi ^vai« natu» «in» na .naai „Abba Kohen Bardela sagte: Weh' uns vor dem Tage des Gerichts, wehe uns vor dem Tage der Zurechtweisung. Bileam, der Weise unter den Völkern, konnte der Zurechtweisung' seiner Eselin nicht Stand halten. Als sie ihm sagte, war es je meine Gewohnheit, dir so zu thun, mußte er antworten: Nein. — Joseph war der jüngste einer

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